Prozesswasseraufbereitung nach neuestem Stand

Leiblein-Filteranlage im Einsatz bei Küchenarbeitsplatten-Hersteller Lechner.

Wer in der Küchenwelt zuhause ist, kennt die D. Lechner GmbH: Seit der Gründung im Jahr 1974 hat sich das Unternehmen aus Rothenburg ob der Tauber in Bayern zu einem führenden Hersteller von maßgefertigten Arbeitsplatten und Rückwänden sowie Einbaumodulen entwickelt. Geliefert werden hochwertige Produkte aus Massivholz, Laminat, Naturstein, Glas, Keramik, Mineralwerkstoffen oder Quarzstein, die kaum Kundenwünsche offen lassen. Vor kurzem nahm Lechner eine nach neuestem Stand der Technik ausgelegte Prozesswasser-Aufbereitungsanlage in Betrieb, die vom Filterspezialist Leiblein in Hardheim, Baden-Württemberg konzipiert und installiert wurde.

Von grob nach fein

Die Vielzahl angebotener Materialien und deren Bearbeitung bei hohem Durchsatz spiegeln sich bei Lechner in Fertigungsstraßen mit alleine zwölf Bearbeitungsmaschinen wieder, die pro Stunde circa 120 Kubikmeter Prozesswasser im Durchlauf haben. Das entspricht einer Wassermenge von sechs mal sechs mal gut drei Metern Tiefe. Der Feststoffgehalt beträgt vier Tonnen pro Schicht. Da einige Bearbeitungsmaschinen Innenkühlung benötigen, ist eine hohe Reinheit des aufbereiteten Prozesswassers mit nur noch fünf Milligramm pro Liter an Fremdstoffen erforderlich.

 Leiblein-Filteranlage bei Lechner mit Lamellenklärer (oben, links), Feststoffabscheider (rechts)  und Vakuumbandfilter mit Filterkuchen (unten, links) (Foto: Leiblein)

Leiblein-Filteranlage bei Lechner mit Lamellenklärer (oben, links), Feststoffabscheider (rechts)
und Vakuumbandfilter mit Filterkuchen (unten, links) (Foto: Leiblein)

Die Aufbereitung des Prozesswassers durchläuft Filterstufen, die ihre Wirkung derart dosiert entfalten, dass nach Durchlauf von vier Abscheidmodulen das gereinigte Wasser wieder dem Bearbeitungsprozess zur Verfügung steht. Dem Leiblein-Feststoffabscheider – zu Beginn des Reinigungsprozesses – kommt dabei die Abscheidung von groben Partikeln größer als 100 µm zu. Das Schmutzwasser, von oben in einen Behälter eingelassen, strömt nach unten. Von hier erfolgt eine Umlenkung des Mediums, das mit Führung über Lamellen wieder nach oben steigt. Über ein Ablaufwehr gelangt es dann zur nächsten Filterstufe. Mit Durchströmen der Lamellen setzen sich hier die sedimentierbaren Partikel auf den Lamellen ab und rutschen nach unten in einen Schlammtrichter. Von dort fördert eine Schnecke den Schlamm nach oben über den Wasserspiegel, um von dort entsorgt zu werden.

Frischwassereinsparung 90 bis 95 Prozent

Die anschließende Filterstufe, der Leiblein-Lamellenklärer, arbeitet nach dem gleichen Prinzip, wobei hier zusätzlich bereits geringe Mengen an zugegebenen Flockungshilfsmitteln dem Wasser auch sehr kleine Trübstoffe entziehen. Die Flockenzugabe, die die Sedimentation beschleunigt, ermöglicht, mit einem kleineren Typ des Schrägklärers von nur vier mal fünf Meter Aufstellfläche auszukommen.

Ein konventioneller Rundeindicker hätte hierfür ein Becken von 20 Meter Durchmesser benötigt. Trotz eines Durchsatzes von 120 Kubikmetern Wasser pro Stunde bleibt die Zugabe von Flockungsmitteln gering (etwa 30 Prozent weniger als bei einem Rundeindicker). Die Konsistenz des eingedickten Schlamms lässt sich über eine Schlamm-Pegelmessung so einstellen, dass der nachgeschaltete Vakuumbandfilter sicher mit pumpfähigem Schlamm zu erreichen ist. Durch die modulare Erweiterungsmöglichkeit der Anlage kann der Betrieb jederzeit auf eine gesteigerte Wassermenge reagieren. Bereits in der jetzigen Auslegung liegt die Frischwassereinsparung bei 90 bis 95 Prozent. Je nach Verschmutzungsgrad, meistens durch Anhaftungen von Gestein, beträgt die Zuführungsquote von Frischwasser lediglich fünf bis zehn Prozent, was auch durch das Restwasser des Schlamms bedingt ist.

Weniger als fünf Milligramm Reststoffe

Die nachfolgend eingesetzte FlowSand-Filteranlage von Leiblein ermöglicht die zuverlässige Reinigung mit Ablaufwerten unter fünf Milligramm Reststoffen pro Liter. Der aufwärts durchströmte Raumfilter mit kontinuierlicher Filterbettreinigung arbeitet ohne Unterbrechung des Filtrationsprozesses; auf Vorlagebecken, Spülpumpen, Pufferbecken und komplizierte Rückspültechniken kann verzichtet werden. Mittels Einsatz von Sand als Filtermedium und entsprechenden Strömungen lässt sich die gewünschte Reinigungswirkung sicher erzielen. Für die Behandlung und Aufbereitung des Schlamms aus dem Lamellenklärer wird zudem ein spezieller Vakuumbandfilter eingesetzt, dessen Endlos-Filterbänder aus Edelstahl den zugeführten Schlammteppich so entwässern, dass ein möglichst trockener Filterkuchen zurückbleibt.

Für einen möglichst trockenen Filterkuchen des Restschlamms: Austrag vom Vakuumbandfilter über Förderband in Transportcontainer (Foto: Leiblein)

Für einen möglichst trockenen Filterkuchen des Restschlamms: Austrag vom Vakuumbandfilter über Förderband in Transportcontainer (Foto: Leiblein)

Dank großzügiger Auslegung des Volumens von Schmutzwasser- und Reinigungstanks sind auch Schwankungen in der Produktion aufzufangen. Die hohen Anforderungen an die Betriebssicherheit lassen auch den Wegfall verschiedener Pumpen zu. Das Konzept der modularen Erweiterungsmöglichkeit (Reinigungsleistung verdoppeln oder gar vervielfachen) sieht Lechner genauso positiv wie den geringen Installationsaufwand bei der Errichtung des Anlagekomplexes. Exakte Vorplanung, Vorfertigung und Montage auf vorbereitete Fundamente ließen die schnelle Integration der Leiblein-Filteranlage in das bestehende Produktionssystem des Herstellers von Küchenarbeitsplatten zu.

www.leiblein.de

(EUR0216S40)