Frankreich verabschiedete Verordnung zu Einwegkunststofftüten

Die Verordnung macht eindeutige Vorgaben zur Reduzierung von Einwegkunststofftüten zugunsten von biobasierten, biologisch abbaubaren und für die Heimkompostierung zugelassenen Kunststofftüten.

Im August 2015 führte Frankreich im Rahmen des Reformgesetzes zur Energiewende und ökologischem Wachstum ein Verbot von Einwegkunststofftüten ein. Eine Verordnung über die konkreten Anforderungen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung wurde Anfang Februar verabschiedet und tritt am 1. Juli 2016 in Kraft. Die Verordnung bezieht sich auf Einwegkunststofftüten, die dünner als 50 Mikrometer sind, und schreibt vor, dass diese dem französischen Standard für Heimkompostierung entsprechen und einen biobasierten Gehalt von mindestens 30 Prozent vorweisen müssen. Dieser Mindestgehalt an Biomasse wird stufenweise auf 40 Prozent in Jahr 2018, 50 Prozent in 2020 und 60 Prozent im Jahr 2025 angehoben.

Die entsprechenden Biokunststoffmaterialien sind bereits auf dem Markt verfügbar, und seitens der Hersteller von Biokunststoffen steht nach Auskunft von European Bioplastics (EUBP) der Umstellung nichts im Weg. Und Christophe Doukhi-de Boissoudy, Präsident des französischen Verbands Club Bioplastiques erklärte: „Wir begrüßen die Umsetzung der Maßnahmen. Die Verordnung wird dazu beitragen, die Verschmutzung durch Plastiktüten zu reduzieren und die Wirtschaftstätigkeit der französischen Kunststoffverarbeiter anzukurbeln. Frankreich wird zu einem der ersten europäischen Länder, die durch die Bevorzugung biobasierter und für die Heimkompostierung geeigneter Kunststofftüten einen konkreten Schritt in Richtung hin zur Erfüllung der Europäischen Direktive zur Reduzierung des Verbrauchs von dünnen Kunststofftüten unternehmen.“ Die neue Verordnung unterstreiche die Vorteile einer getrennten Bioabfallsammlung mithilfe von biologisch abbaubaren/kompostierbaren Tüten. Der ursprüngliche Entwurf des Dekretes sei um die Sichtweisen der EU-Kommission und des französischen Staatsrats erweitert worden.

Foto: DUH

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