Luxemburg will Gesetzesrahmen zur Nutzung von Weltraum-Mineralien

Die Regierung des Landes hat eine Reihe von Maßnahmen bekannt gegeben, um das Großherzogtum als ein europä­isches Zentrum für die Erkundung und Nutzung von Weltraumressourcen zu positionieren.

Zu den wichtigsten Schritten, die als Teil der Initiative SpaceResources.lu ergriffen werden, gehört ein Gesetzes- und Regulierungsrahmen, der Klarheit über die Besitzverhältnisse der Mineralien gibt, die im Weltraum auf erdnahen Objekten (sog. Near Earth Objects, NEOs) wie Asteroiden gewonnen werden. Luxemburg ist das erste europäische Land, das seine Absicht zur Festlegung eines solchen Rahmens bekannt gibt, der die Rechte auf Ressourcen absichert, die von privaten Unternehmen im Weltraum abgebaut werden. Ein solcher Rechtsrahmen soll im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen des Landes ausgearbeitet werden. Luxemburg betont hier die Kooperationsbereitschaft mit anderen Staaten und will diesbezüglich geeignete Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützen. In Betracht gezogen wird auch eine Kapitalbeteiligung an Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind.

Die Initiative SpaceResources.lu hat, wie es heißt, eine „völlig neue Weltraumindustrie“ zum Ziel. Mit der Erkundung des Weltraums und der Erschließung von Bodenschätzen im All soll das Wirtschaftswachstum auf der Erde gefördert werden. Luxemburg hat mit dem vor 30 Jahren gegründeten Satellitenbetreiber SES einen erfahrenen Akteur auf diesem Gebiet zur Seite. Das dafür bereitgestellte Budget wird einen Teil des nationalen Raumfahrtbudgets ausmachen, das im Rahmen der Aufstellung des Luxemburger Beitrags zum nächsten mehrjährigen Haushalt der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), über den im Dezember 2016 zu entscheiden ist, festgelegt wird. Zusätzliche Mittel hierfür sind denkbar. Étienne Schneider, Vizepremierminister und Minister für Wirtschaft des Großherzogtums Luxemburg: „Unser Ziel besteht darin, Zugang zu einer Fülle bislang unerforschter Bodenschätze auf unbelebten Felsen, die durch den Weltraum reisen, zu schaffen, ohne dabei natürliche Lebensräume zu zerstören. Wir werden die langfristige wirtschaftliche Entwicklung neuer, innovativer Tätigkeiten in der Weltraum- und Satellitenindustrie als einem für Luxemburg wichtigen Hochtechnologiesektor unterstützen. Unser erstes Ziel ist die Entwicklung der Forschung in diesem Bereich, welche später konkrete Aktivitäten im Weltraum zur Folge haben wird.” Und Jean-Jacques Dordain, früherer Generaldirektor der ESA und heutiger Berater der Luxemburger Regierung, erklärte: „Diese Initiative ist ein klares Zeichen, dass die Europäer innovativ sowie gewillt sind, Risiken einzugehen, wenn viel auf dem Spiel steht. Obwohl das Projekt futuristisch klingen mag, so beruht es auf einer soliden Basis, das heißt auf hohen technischen Fähigkeiten, die bereits in Europa und weltweit bestehen.“

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