Was der Sevilla-Prozess berücksichtigen sollte

Der BDE sieht Diskussionsbedarf beim Entwurf des „Best Available Techniques Reference Document“ (BREF) für die Abfallbehandlung zu Messwerten und daraus abgeleiteten Emissionsgrenzwerten.

Ein Expertenworkshop sollte dazu stattfinden. Und der Verband empfiehlt dem Sevilla-Büro, einen zweiten Entwurf des BREF-Dokumentes zu erarbeiten – vor der abschließenden Befassung durch die Technische Arbeitsgruppe. Befürchtet wird, dass die Auswertung der erhobenen Messdaten und die Ableitung von Grenzwerten daraus nicht transparent erfolgen. BDE-Präsident Peter Kurth: „Abfallbehandlungsanlagen sind keine Produktionsanlagen, die mit definierten Einsatzstoffen und Rezepturen arbeiten. Sie arbeiten mit ständig wechselndem Eingangsmaterial aus unterschiedlicher Herkunft. Schwankungen und Unsicherheiten von Messwerten sind deshalb bei der Festlegung der Emissionslevels zu berücksichtigen.“

Die Messungen seien nicht zwingend miteinander vergleichbar, wenn unterschiedliche Messmethoden genutzt werden. Auch fehle es an einem europaweit einheitlichen Standard. Es müsse differenziert werden, ob es sich um Einzelmessungen oder beispielsweise um Monats- oder Jahresmittelwerte handelt. Diese könnten nicht in einen Topf geworfen und einheitlich gewichtet werden. Die im Entwurf des „Best Available Techniques Reference Document“ festgelegten Emissionslevels orientierten sich an der unteren Grenze der gemeldeten Betriebsdaten. Selbst für nach dem Stand der Technik betriebene Anlagen werde es unter diesen Bedingungen schwierig, die Vorgaben einzuhalten.

Foto: O. Kürth

(EUR0516S4)