Europas erste Feinvermahlungsanlage für Schälschlangen in Betrieb

Die Investition der Kurz Karkassenhandel GmbH am Standort Landau in der Pfalz kann pro Stunde 2.000 Kilogramm Aufgabematerial zu Gummimehl verarbeiten.

Dass Altreifen ein wertvoller Sekundärrohstoff sind, erkannte Karl Kurz, Gründer und Geschäftsführer der Kurz Karkassenhandel GmbH, schon vor über 60 Jahren. Nach einer Vorbereitungszeit von knapp einem Jahr konnte der Unternehmer diesen März am Standort Landau in der Pfalz Europas erste Feinvermahlungsanlage für Schälschlangen aus Lkw-Laufflächen seiner Bestimmung übergeben. Mit dem italienischen Maschinenbauer Bagigi srl fand Kurz einen kompetenten und erfahrenen Partner im Bereich der Gummiverarbeitung.

In Landau werden schon seit vielen Jahren Altreifen in handtellergroße Stücke geschreddert und anschließend granuliert, weshalb die Entscheidung zum letzten Schritt der Altreifenverwertung für Kurz nur folgerichtig war. Die neue Feinvermahlungsanlage kann den Angaben nach pro Stunde 2.000 Kilogramm Aufgabematerial zu Gummimehl in Feinheiten bis 0,4 Millimetern verarbeiten. Als zertifizierter Betrieb garantiert Kurz Karkassenhandel die Einhaltung höchster Qualitätsstandards. Das Gummimehl ist demnach frei von metallischen und textilen Verunreinigungen. Vorrangig soll es in der Neureifen- und Förderbänderproduktion sowie Bau-Chemie und für Bitumenanwendungen vermarktet werden.  Verpackt wird das sogenannte Premiummehl gemäß kundenspezifischer Anforderung in EVA- beziehungsweise LDPE-Säcke. Die halbautomatische Anlage wird von zwei geschulten Mitarbeitern bedient und läuft zunächst nur im Einschichtbetrieb. „Es ist wie immer bei einer Neueinführung“, erklärt Karl Kurz, „die Kinderkrankheiten bleiben nicht aus. Deswegen fahren wir die Anlage zu Beginn auf niedrigem Niveau, um alle Abläufe zu beobachten, zu analysieren und später nach und nach auf die Endproduktionsgröße auszubauen.“ Und der Unternehmer weiß, dass die Kunden das gewonnene Feinmehl erst einmal gründlich testen wollen. Die Anlage, die in drei Stufen arbeitet, kann neben Lkw-Reifen-Schälschlangen auch weitere Industrieabfälle oder andere Sekundärmaterialien verarbeiten. Kurz setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Lohnvermahlung. Insgesamt ist für das laufende Jahr ein Volumen von 5.000 Tonnen geplant.

www.kurz-karkassenhandel.de

Foto: Kurz Karkassenhandel GmbH

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