Aldi Süd und Aldi Nord: Einig in ihrer Materialverantwortung

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte haben die Unternehmensgruppen Aldi Süd und Aldi Nord je einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Die beiden international tätigen Discounter informieren auf Grundlage der weltweit anerkannten Leitlinien der Global Reporting Initiative über ihr Kerngeschäft und ihre Wertschöpfungskette.

„Wir streben an, zukünftig den Produktlebenszyklus umfassend in den Blick zu nehmen: von den verwendeten Rohstoffen über die sozial- und umweltverträgliche Herstellung, die verantwortungsbewusste Nutzungsphase bis hin zu einem möglichst lückenlosen Recycling“, schreibt die Aldi Süd Gruppe in ihrem „Internationalen Bericht zur Unternehmensverantwortung“. Bei Transportverpackungen sieht sich das Unternehmen des selbstgesteckten Zielen schon nahe: Im Jahr 2015 fielen in der Unternehmensgruppe 513.500 Tonnen Pappe und Papier sowie 13.700 Tonnen Kunststofffolie an. Die Recyclingquote für diese Materialien wird mit 99,95 beziehungsweise 99,93 Prozent angegeben.

In Österreich und in Deutschland konnte bereits der Großteil der Getränkeverbundkartons auf PEFC- oder FSC-Qualität umgestellt werden. In der Lieferkette Holz und Papier wird der Anteil der Artikel, bei denen der Holzbestandteil nach FSC oder PEFC zertifiziert ist oder aus Recycling stammt, mit 70,23 Prozent angegeben. Aldi UK hat Leitfäden für Lieferanten entwickelt, um Verpackungen möglichst zu vermeiden, wiederzuverwenden oder zu recyceln. Darüber hinaus hat Aldi Süd in einigen Ländern wiederverwendbare Transportkisten aus Kunststoff für Obst, Gemüse und zum Teil auch für Brot eingeführt.

Den Auswirkungen bewusst

Die Unternehmensgruppe Aldi Süd baut im internationalen Maßstab ein Recycling- und Abfallmonitoring auf und harmonisiert die Maßnahmen auf Länderebene. Ein Thema ist dabei die weitgehende Vermeidung von Lebensmittelabfällen. 81 Prozent der Filialen arbeiten mit karitativen Einrichtungen wie den Tafeln zusammen, um noch genießbare Lebensmittel an Bedürftige zu spenden. Ein Teil der nicht verkauften Lebensmittel wird auch in der Landwirtschaft oder der Biogaserzeugung verwertet. In den Kühlanlagen der Filialen und Lager setzt die Discounter-Kette nach eigenen Angaben immer häufiger klimaverträgliche oder natürliche Kältemittel ein.

Wie sein „Nachhaltigkeitsbericht 2015“ ausweist, ist sich auch Aldi Nord als international tätiges Handelsuternehmen der Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft bewusst. Seine Corporate Responsibility-Policy – Grundsätze körperschaftlicher Verantwortlichkeit – erstreckt sich auf Ressourcenschonung als eines von fünf Handlungsfeldern. Hierzu zählt die von Aldi vertriebene Standard-Tragetasche, deren Recyclinganteil mindestens 80 Prozent betragen und die aus Altfolien gebrauchter Transportverpackungen aus der Logistik hergestellt sein soll. Sie ist seit 15 Jahren mit dem Blauen Engel zertifiziert. Die Permanent-Tragetasche wird aus überwiegend gebrauchten PET-Flaschen gefertigt und wurde allein 2015 über sechs Millionen Mal verkauft.

Die Abfallmenge in Deutschland blieb 2015 mit knapp 187.955 Tonnen gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant. Der größte Teil des Aldi-Abfallaufkommens geht auf Verpackungsabfälle in Höhe von 156.658 Tonnen zurück, wozu Pappe und Papier mit 121.331 Tonnen den Löwenanteil beitragen, gefolgt von 31.264 Tonnen PET. Gefährliche Abfälle – hierzu zählen vor allem Altöl, Ölfilter, Fahrzeugbatterien und Leuchtstoffröhren, die Quecksilber enthalten – machen mit 493 Tonnen nur rund 0,3 Prozent der gesamten Abfallmenge aus.. Der Geltungsbereich der Erfassung soll für den nächsten Nachhaltigkeitsbericht auf weitere Länder der Unternehmensgruppe ausgeweitet werden.

Der Anteil eingekaufter Eigenmarkenartikel, deren Primärverpackung mit Rohstoffen aus FSC- oder PEFC-zertifizierten Wäldern hergestellt wurde, betrug insgesamt 13,9 Prozent, die sich auf  6,6 Prozent FSC-pure, 80,8 Prozent FSC-mix und 21,9 Prozent PEFC verteilten. Der Anteil eingekaufter Eigenmarkenartikel aus herkunftsgleichen Sekundärverpackungen betrug insgesamt 20,7 Prozent, die sich nach den  Zertifizierungsarten FSC-pure mit 6,3 Prozent, FSC-xmix mit 90,0 und PEFC mit 14,0 Prozent aufschlüsseln. Aldi legt nicht nur bei Transportverpackungen, sondern auch bei Produktverpackungen Wert auf eine umweltverträgliche Gestaltung. 2015 waren 14 Prozent der eingesetzten Produktverpackungen und rund 21 Prozent der Umverpackungen mit Papierbestandteilen durch ein Nachhaltigkeitssiegel zertifiziert. Eine geplante Einkaufspolitik soll 2017 unternehmensgruppenweit das Thema Verpackungen regeln, um die Anteile von recycelten und zertifizierten Materialien zu erhöhen. Der Nachhaltigkeitsbericht von ALDI Nord steht unter dem Link  www.aldi-nord.de/print/01_verantwortung/Unternehmensgruppe_ALDI_Nord_Nachhaltigkeitsbericht_2015_web.pdf zur Verfügung, der Internationale Bericht zur Unternehmensverantwortung von ALDI Süd unter https://cr.aldisouthgroup.com/fileadmin/fm-dam/CR_Report/Downloads/ALDI_SUED_Gruppe_Internationaler_Bericht_zur_Unternehmensverantwortung_2015.pdf.

Foto: pixabay

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