Ausgediente Solarmodule sollen ein zweites Leben bekommen

Es ist im Sinne des Umweltschutzes und der Energiewende, Solarstrom zu erzeugen. Doch was passiert mit ausgedienten Photovoltaikmodulen? Für dieses Problem soll eine technologische Lösung der TH Mittelhessen mit mehreren Kooperationspartnern entwickelt werden.

Hierbei geht es um das Vorhaben „Entwicklung einer modularen Cradle-to-Cradle Prozesskette zum funktionserhaltenden Recycling von Photovoltaik-Modulen“ (PVM). „Cradle-to-Cradle“ (von der Wiege bis zur Wiege) steht für ökoeffiziente Ansätze in der Produktion.

Ziel des Projekts ist analytisches und konzeptionelles Arbeiten, Laborversuche, der Aufbau und Betrieb einer Pilotanlage und ein abschließender Praxistest. Aus der „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ erhält das Forschungskonsortium aus THM, der Rühl Solar GmbH, ZME Elektronik Recycling GmbH, SM InnoTech GmbH & Co. KG sowie der Abfallwirtschaft Lahn Dill (AWLD) Fördermittel von rund 370.000 Euro. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 500.000 Euro, die AWLD trägt 100.000 Euro.

Prozess in drei Schritten

Die Neuordnung des im Jahr 2015 in Kraft getretenen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes fordert in Deutschland eine Verwertungsquote von 80 Prozent für Photovoltaik-Altgeräte. Durch das Trennen von Glas, Silizium und Metall, könnte diese Quote erfüllt werden, jedoch führt dies zum Verlust der wertvollen technologischen Komponenten. Der Zusammenschluss konzentriert sich deshalb auf innovative Methoden, die weitgehend für den Werterhalt von Silizium-PVM verantwortlich sind. Für unterschiedliche Hersteller soll das Lösungskonzept anwendbar sein. Dieser Prozess geschieht in drei Schritten: Zu Beginn wird eine Schadensanalyse durchgeführt, diese unterscheidet, ob ein Modul partiell wiederverwertbar oder nur für ein rohstoffliches Recycling geeignet ist. Anschließend folgt die mechanische Zerlegung der wiederverwertbaren PVM. Aus nicht reparaturfähigen Modulen werden schließlich brauchbare Siliziumscheiben (Wafer) und andere Komponenten entnommen und zu „Second-Life-Modulen“ zusammengebaut. Verbleibende Restmaterialien werden im bestehenden Markt rohstofflich verwertet.

Am Ende will der Zusammenschluss „eine innovative, wirtschaftlich tragfähige und regional verankerte Lösung“ bieten.

www.thm.de

Foto: THM Technische Hochschule Mittelhessen

(EUR1116S31)