Österreich spitze bei der Sammlung von Elektroaltgeräten

Im Jahr 2015 wurden in Österreich rund 79.000 Tonnen Elektroaltgeräte und knapp 2.300 Tonnen Altbatterien erfasst, sachgerecht entsorgt und verwertet. 

Im Vergleich zu 2014 bedeutet das eine Steigerung von drei Prozent bei Elektroaltgeräten und circa zehn Prozent bei Batterien. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 28. September in Wien präsentierte die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit Vertretern des österreichischen Bundesumweltministeriums sowie der Abfallwirtschaftsverbände die aktuellen Daten. Demnach hat 2015 jeder Österreicher im Schnitt 9,27 Kilogramm Elektroaltgeräte und 0,27 Kilogramm Altbatterien gesammelt. Den Angaben nach wurde das das WEEE-Sammelziel von vier Kilogramm Elektroaltgeräten pro Jahr und Einwohner mehr als erfüllt. Die EU-Richtlinie, die in Österreich in der Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) rechtlich umgesetzt wurde, schreibt seit 2016 eine neue Mindestsammelquote von 45 Prozent des durchschnittlichen Marktinputs der letzten drei Jahre vor. Ab 2019 sind 65 Prozent nachzuweisen.

Es gibt noch viel zu tun

Besonders erfreut zeigt sich die EAK, dass trotz steigender Erfassungsmasse die Kosten dafür stabil gehalten werden konnten. In Korrelation zur Sammelmenge ist letztes Jahr auch der Umsatz des Elektrohandels um drei Prozent auf 4,75 Milliarden Euro gestiegen, was in etwa den Erwartungen entsprach. Die Zusammenarbeit der Kommunen mit der Wirtschaft wird als beispielhaft für die gesamte Europäische Union gelobt. Allerdings gibt es noch viel zu tun, denn nur 50 Prozent der gesammelten Elektroaltgeräte in den österreichweit 2.100 Sammelstellen werden an das Elek­tronische Datenmanagement-Register des österreichischen Umweltbundesamtes gemeldet. Um die bevorstehenden strengeren Sammelvorgaben erfüllen zu können, muss die 2015 erzielte Erfassungsmenge um ein Drittel steigen. Das bedeutet, dass pro Kopf mindestens zwölf Kilogramm und damit drei mehr als bisher gesammelt werden müssen. In Österreichs Recyclingbetrieben lassen sich die Bestandteile von Elektroaltgeräten den Informationen zufolge bereits bis zu 95 Prozent verwerten und als Rohstoff für neue Produkte einsetzen. Um diese Wertstoffe für Österreichs Wirtschaft zu erhalten und die Umwelt zu schonen, hat die EAK bereits 2014 eine Infokampagne gestartet, die zum „Stopp des illegalen Abfallexports“ aufruft. Durch die „rege Tätigkeit“ illegaler Abfallsammler sollen der österreichischen Wirtschaft jedes Jahr die Wertschöpfung von rund 15.000 Tonnen Elektroaltgeräten Jahr verloren gehen. Vertreter der Abfallwirtschaft erarbeiten derzeit im Rahmen einer eigens gegründeten Plattform Strategien zur Vermeidung des illegalen Abfallexports, bei der auch die EAK vertreten ist.

Den zweiten Arbeitsschwerpunkt für das kommende Jahr hat die EAK im Bereich der Altbatteriensammlung angesetzt. Die Sammelquote betrug hier 2015 rund 50 Prozent, was die Referenten als zufriedenstellend bezeichneten. Handlungsbedarf herrsche jedoch in puncto Sicherheit bei der Sammlung und Lagerung von Lithiumbatterien. Denn unter widrigen Lagerbedingungen können diese Brände verursachen (Hitze, Kurzschluss etc.). Geplant ist eine Verordnung, die die Sammlung vor allem größerer Lithium-Akkus in speziellen Sammelbehältern vorschreibt.

www.eak-austria.at

Foto: team orange, Kommunaluntern. Lk Würzburg / abfallbild.de

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