ElektroG bleibt ein Dauerbrenner

Mehr als 100 Teilnehmer zählten die Organisatoren des 15. Elektro(nik)-Altgerätetages, der im Rahmen des bvse-Branchenforums am 9. November in Wolfsburg stattfand.

Das große Interesse hatte sicherlich mit den enttäuschten Erwartungen der Unternehmen an das neue deutsche Elektro- und Elektronikgerätegesetz zu tun. Nach den Erkenntnissen des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. ist bislang noch keine Trendwende erkennbar. Es seien noch „nicht alle Rechtslücken geschlossen“, beklagte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Zusätzlich belasteten Materialschlupf, schlechte Erfassungsqualitäten sowie kommunalfreundliche Rahmenbedingungen die privaten Entsorgungs- und Recyclingunternehmen. „Anhand der Statistikmeldungen der EAR wird deutlich, dass es bislang keine signifikanten Steigerungen bei den Erfassungsmengen gegeben hat“, so der Verbandsvertreter.

Laut Rehbock bleibt die Qualität das zentrale Thema in der gesamten Kette des Elektro(nik)-Altgeräterecycling. Wenn man das Ziel ins Auge fasse, die Effizienz der Ressourcennutzung zu verbessern und den Austritt von Schadstoffen zu verhindern, dann solle man damit auch am Anfang der Kette – also bei der Erfassung – beginnen. Eine alleinige Betrachtung der Altgeräte-Behandlung greife dabei zu kurz.

Eric Rehbock: Qualität von Anfang an ist eines der dringlichsten Themen für das Altgeräterecycling (Foto: bvse)

Eric Rehbock: Qualität von Anfang an ist eines der dringlichsten Themen für das Altgeräterecycling (Foto: bvse)

Der bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling vertritt die Position, dass die Erfassung der einzelnen Materialgruppen noch besser auf die Bedürfnisse des Recycling abgestimmt werden muss. Nach Rehbocks Worten hat sich der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. deshalb klar für eine Getrennthaltung von Flachbildschirmen in der Sammelgruppe drei ausgesprochen. „Diese Verbesserung sollte bei einer Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen unbedingt angegangen werden“, lautet die Forderung der Branchenvereinigung. „Der gemeinsame Transport von quecksilberhaltigen Flachbildschirmen mit CRT-Geräten ist nicht fachgerecht.“ Um Quecksilber sicher zu entfernen, hätten die Betreiber der Erstbehandlungsanlagen in entsprechende Verfahren investiert. „Ist das Kind aber schon bei Erfassung und Transport in den Brunnen gefallen, lassen sich diese Fehler in der Aufbereitung nicht mehr korrigieren“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Verbands mit Blick auf mögliche Kontaminationen. „Verlierer dieser Entwicklung sind einerseits die Umwelt und andererseits die Erstbehandlungsanlagen, denn gefährliche Schadstoffe werden nicht nur unkontrolliert freigesetzt, sondern auch eine hochwertige Verwertung erschwert und damit eine sinnvolle und mögliche Wertschöpfung stark behindert.“

Der bvse erwarte nun einen konsequenten Vollzug durch die zuständigen Behörden, meinte Rehbock. Es müsse kontrolliert werden, ob die Sammlung der Altgeräte fachgerecht und gesetzeskonform erfolge. Parallel hierzu sei es erforderlich, gegen „illegales Abgreifen von Altgeräten“ entschlossen vorzugehen.

Die LAGA Mitteilung M31

Eine Anleitung zur Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes soll die LAGA Mitteilung M31 geben, die derzeit novelliert wird. Über den aktuellen Stand berichtete Dr. Petra Meyer-Ziegenfuß vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wobei sie noch einmal die Ziele nannte, die die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall damit verfolgt:
■    Konkretisierung und Erläuterung der gesetzlichen Regelungen,
■    Klärung von Detailfragen,
■    Zusammenstellung der Pflichten der verschiedenen Beteiligten sowie
■    die Vereinheitlichung des Vollzugs des ElektroG.

Den Angaben zufolge gibt es zwei Teile des LAGA-Papiers. Bei M31 A sei die Anhörung der beteiligten Kreise abgeschlossen und es erfolge die Überarbeitung im Sinne der 45 Stellungnahmen. Für M31 B soll bis Mitte Dezember dieses Jahres ein Entwurf erarbeitet werden; danach sind die Anhörung und alle weiteren Schritte vorgesehen.

Brigitte Weber

Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de

(EUR1216S6)