Aufmunternde Nachrichten aus Amsterdam

Während der Herbsttagung des Bureau of International Recycling (BIR) in Amsterdam fand am 24. Oktober die konstituierende Sitzung des „Weltrats der Recyclingverbände“ statt.

Nach dem Motto „Einigkeit macht stark“ soll diese von dem Weltverband angeführte Initiative die Branche auf die „nächste Ebene der nachhaltigen Zusammenarbeit und Unterstützung“ heben, so BIR-Präsident Ranjit Baxi vor den Vertretern der verschiedenen nationalen Verbände. Wie er betonte, wurde der – auch als „Vereinte Nationen des Recycling“ bezeichnete – Rat gegründet, um der internationalen Branche zu einer einheitlichen Stimme zu verhelfen. Ziel ist es, unter Politikern, Gesetzgebern und der breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Beitrag der Recyclingwirtschaft zu wecken; dies soll durch entsprechende Studien untermauert werden. Außerdem soll das neue BIR-Gremium auf internationaler Ebene helfen, bewährte nachhaltige Praktiken voranzutreiben. Laut Baxi könnten von solchen Vorgehensweisen und Techniken vor allem ärmere Länder profitieren, zumal sie sich als Leitfäden für den Aufbau ihrer nationalen Recyclingprogramme nutzen ließen.

Ferner soll das Aufgabenspektrum des „Weltrats der Recyclingverbände“ die Förderung des freien Handels von recyclingfähigen Wertstoffen ebenso umfassen wie die umweltgerechte Abfallbehandlung und den Einsatz von sekundären Rohstoffen. Gleichzeitig sollen die Hersteller motiviert werden, ihre Erzeugnisse mit mehr Blick auf das spätere Recycling zu konzipieren. Das Gremium wird außerdem die Aufgabe haben, die Interessen der gesamten Branche zu vertreten.

Ranjit Baxi bei der konstituierenden Sitzung des „Weltrats der Recyclingverbände“: Recycling erfüllt die Kriterien für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Foto: BIR)

Ranjit Baxi bei der konstituierenden Sitzung des „Weltrats der Recyclingverbände“: Recycling erfüllt die Kriterien für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Foto: BIR)

Nach Ansicht der im BIR organisierten Branchenvereinigungen ist der internationale Recyclingverband die geeignete Organisation für eine solche Initiative, denn schon jetzt betreibt er Lobbyarbeit für rund 800 Mitgliedsunternehmen und 35 nationale Recyclingvereinigungen in Afrika, Asien, Europa, dem Mittleren Osten, Nord- und Südamerika sowie dem Pazifischen Raum. Entsprechend positiv wurde der neugegründete „Weltrat der Recyclingverbände“ beurteilt. So meinte Mark Lewon, Vorsitzender des US-amerikanischen Institute of Scrap Recycling Industries, die stärkere Koordination durch das Gremium werde die Stellung der Branche weiter stärken. Und Salam Sharif, Präsident des Bureau of Middle East Recycling (Vereinigte Arabische Emirate), zeigte sich überzeugt, dass ein einheitliches Vorgehen die einzige Möglichkeit ist, die Botschaft der Recyclingindustrie in einer Welt zu vermitteln, die sich auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft befindet. Der Weltrat sei „sehr notwendig“ und habe auch eine wichtige aufklärerische Rolle zu spielen, urteilte Sanjay Mehta, Präsident der indischen Metal Recycling Association. Auch in Europa wird die Initiative begrüßt, denn Dominique Maguin, scheidender Präsident des europäischen Recyclingverbands EuRIC (European Recycling Industries‘ Confederation), unterstrich die Bedeutung, die verschiedenen Ansichten miteinander zu teilen und die Interessen der Industrie zu vertreten, „die wir repräsentieren“. Ebenfalls positiv äußerten sich Branchenvertreter aus China, Kanada, Spanien, Großbritannien und Rumänien.

Einen „Wermutstropfen“ gab es bei der ersten Sitzung des „Weltrats der Recyclingverbände“ aber doch: Der von Ranjit Baxi erhoffte „Global Recycling Day“ wird wohl nicht im nächsten Jahr begangen werden können, sondern noch länger auf sich warten lassen. Der Prozess, um ein solches Event zu etablieren, sei hochkomplex, erfuhren die Anwesenden.

„Recycler sind robust“

Seit der BIR-Frühjahrstagung in Berlin sei es nicht langweilig gewesen, meinte David Chiao (Uni-All Group, USA), Präsident der Fachsparte NE-Metalle, bei der Eröffnung der Sitzung. Nachdem sich die Nichteisen-Metalle etwas erholt hatten, habe die südkoreanische Firma Hanjin Shipping Insolvenz anmelden müssen, was in der Branche für ein Chaos im Logistikbereich sorgte. Das Unternehmen galt als siebtgrößte Reederei der Welt, habe aber weniger als fünf Prozent der weltweiten Ladung transportiert. Ende Oktober waren etliche Container in Häfen gestrandet, informierte der Fachspartenpräsident. Zu jener Zeit durften auch manche Schiffe dieser Reederei keine Häfen anlaufen, bis die geforderten Nachzahlungen getätigt wurden.

Fallende Rohstoffpreise, die reduzierte Schrottverfügbarkeit, eine uneinheitliche Produktionsentwicklung, hohe Verwaltungskosten sowie eine abnehmende Nachfrage in Übersee machen nicht nur in Europa den Unternehmen das Leben schwer. Ähnlich ergeht es auch den Firmen in den USA. Laut Mark Lewon (Utah Metal Works, USA) haben diese Herausforderungen in der weltweit stärkten Wirtschaftsmacht eine Restrukturierung der Schrottwirtschaft erzwungen. Nach drei schwierigen Geschäftsjahren werde die Branche wahrscheinlich nicht zu ihrem ursprünglichen Status zurückkehren, betonte der Marktkenner, „aber wir können uns neu erfinden“, denn Recycler seien widerstandsfähig. In diesem Zusammenhang forderte er die im NE-Metallbereich tätigen Unternehmen auf, sich verstärkt auf Sicherheit, betriebliche Effizienz, Qualität und Produktvielfalt zu konzentrieren.

Mark Lewon: Die NE-Metallbranche ist eine zyklische, sich verändernde Industrie mit langfristig positiven Entwicklungen (Foto: BIR)

Mark Lewon: Die NE-Metallbranche ist eine zyklische, sich verändernde Industrie mit langfristig positiven Entwicklungen (Foto: BIR)

Wie in anderen Fachspartensitzungen war China ebenfalls ein Thema; das bevölkerungsreichste Land der Erde fungiert nach wie vor als Motor für die globalen Rohstoffmärkte. Allerdings sind die chinesischen Unternehmen nach den Erkenntnissen von Mark Lewon mittlerweile an weniger Schrottsorten im NE-Bereich interessiert. Gastredner Holger Ellmann (Argentum Metal Management, Großbritannien) berichtete zum Thema Aluminium, dass chinesische Hersteller eine größere Disziplin an den Tag legten – insbesondere als die Preise Ende 2015/Anfang 2016 fielen – und aufgrund ihrer „swing capacities“ schnell Veränderungen auf den Weg brachten. Auf diese Weise hätten sie zu einem besseren Marktgleichgewicht beigetragen. Freie Kapazitäten – vor allem in China – werden nach Einschätzung des Redners eine natürliche Grenze für das Potenzial zu erheblicheren Preis-Rallys gewährleisten.

In ihrer Analyse der verschiedenen Fluktuationen, denen die Branche ausgesetzt ist, wies Alexandra Weibel-Natan (Manco, Frankreich) darauf hin, dass die Regierung der Volkrepublik China anscheinend den Wunsch hat, die Inspektion vor Verschiffung (Pre-Shipment Inspection) für den Wettbewerb zu öffnen, und zwar in einer Weise, die zu Kostensenkungen führen kann. Weniger Positives musste sie jedoch von den globalen NE-Metallmärkten berichten. Den Angaben zufolge ist die Situation weltweit herausfordernd, was sich durch die wieder zunehmenden Zahlungsverzögerungen bemerkbar macht. Sollten aufgrund der gegenwärtigen Lage auch Stimmungsschwankungen aufkommen, solle man einfach lächeln, lautete der Rat der Fachfrau.

Unzureichende Margen

Im Allgemeinen seien die Bedingungen der Recyclingindustrie im Bereich der rostfreien Stähle nicht gesund, hatte Joost Van Kleef (Oryx Stainless B. V., Niederlande), der Vorsitzende der Fachsparte Rostfreie Stähle und Speziallegierungen, im „BIR World Mirror“ konstatiert. Kein anderes Bild vermittelte während der Fachspartensitzung in Amsterdam Uwe Dierkes (Siegfried Jacob Metallwerke GmbH & Co. KG, Deutschland) in seinem internationalen Marktbericht. Die Margen reichten immer noch nicht aus, betonte er. Die Marktteilnehmer hätten sich von dem Jahr mehr erhofft nach den Nickel-Kursgewinnen im September, aber dieses Gefühl sei gedämpft worden. Der Grund war ein erneutes Abrutschen des Metallwertes trotz der angekündigten Minenschließungen auf den Philippinen und einem vorhergesagten weltweiten Nickel-Defizit von bis zu 100.000 Tonnen im Jahr 2016. Letzteres stellte Dierkes jedoch in Frage, da die globalen Nickel-Vorräte nach Expertenschätzungen einen Umfang von etwa einer Million Tonnen haben sollen.

Curtis Zhu: Ab 2030 wird die Schrotterfassung in China steigen; auf lange Sicht wird die Volksrepublik sich zu einem bedeutenden Schrottexporteur entwickeln (Foto: BIR)

Curtis Zhu: Ab 2030 wird die Schrotterfassung in China steigen; auf lange Sicht wird die Volksrepublik sich zu einem bedeutenden
Schrottexporteur entwickeln (Foto: BIR)

In seinem Vortrag über die Herausforderungen beim Recycling von Katalysatoren, Metalloxiden und Batterien kündigte Stéphane Chorlet, Vertriebs- und Marketing-Vizepräsident der zur Eramet-Gruppe gehörenden Gesellschaft Valdi, neue Recyclingkapazitäten in Frankreich an. Den Angaben zufolge hat Eramet in ein Industriebrachenprojekt im Norden von Clermont-Ferrand  heftig investiert. Die Anlage im Zentrum Frankreichs soll die bestehende Produktion von Hochleistungsschnellarbeitsstahl (high-speed steel) aufrechterhalten und die Recyclingtechnologie, die derzeit in zwei Valdi-Werke (Lyon und Limoges) angewendet wird, ebenfalls nutzen. Wie der Redner weiter hervorhob, basiert das Recyclingverfahren auf einem pyro-metallurgischen Ansatz. Er zeigte sich davon überzeugt, dass diese Methode in Europa einzigartig sein wird, wenn der Betrieb Anfang 2017 beginnt.

Unberechenbare Märkte

Nach Meinung von William Schmiedel (Sims Metal Management Global Trade Corporation, USA), dem Präsidenten der BIR-Fachsparte Eisen & Stahl, ist den Unternehmen der Branche Unsicherheit nur allzu bekannt. Aufgrund von Währungsmanipulationen, politischen Turbulenzen und der unerheblichen Reduktion von chinesischen Stahlexporten sei der Schrottmarkt nicht mehr dem traditionellen Kontinuum von Angebot und Nachfrage unterworfen. Seine Liste an unvorhersehbaren Faktoren enthielt zudem den aktuellen steilen Anstieg der Kokskohle-Preise sowie den eventuell kurzfristig steigenden Schrottbedarf des integrierten Stahlsektors.

Laut George Adams (SA Recycling, USA) bilden die Kokskohle- und Exportpreise einen Boden für den amerikanischen Schrottmarkt, obwohl die Auftragslage der Stahlhersteller schwächelt. Hisatoshi Kojo (Metz Corporation) rechnet mit stabilen Aussichten für den japanischen Schrottmarkt, während Tom Bird (Liberty Steel, Großbritannien) mit Blick auf Europa keinen Grund sah, etwas anderes als einen deutlich stärkeren Markt bis zum Jahresende anzunehmen. Von einem Aufwärtstrend berichtete auch Zain Nathani (Nathani Group of Companies), nach dessen Einschätzung Indien, Pakistan und Bangladesch in naher Zukunft insgesamt zehn bis 15 Millionen Tonnen Schrott importieren könnten. Allein Bangladesch soll aufgrund von neuen Stahlproduktionskapazitäten die jährliche Schrotteinfuhr von 1,5 Millionen Tonnen (2015) auf fast vier Millionen Tonnen im Jahr 2018 anheben.

Die Volksrepublik China war auch das Thema von Curtis Zhu, Chefanalyst der Forschungs- und Beratungsgruppe Wood Mackenzie (Großbritannien). Die chinesische Regierung plane die Stahlproduktion um 150 Millionen Tonnen zu kürzen, was er innerhalb von fünf Jahren für möglich hält; die vom Markt zu nehmende Menge könne sogar bis zu 180 Millionen Tonnen erreichen. Gleichzeitig solle die inländische Kapazitätsauslastung von etwa 70 Prozent auf 75 Prozent und höher steigen. Der Gastredner erwartet auch, dass in der Volksrepublik nach 2030 das Schrottaufkommen deutlich steigen wird und sich das Land – auf lange Sicht – zu einem großen Schrottexporteur entwickeln kann.

Kunststoffe im Kreislauf

Wade Schuetzeberg warnte vor strengeren Qualitätskontrollen in China und setzt sich deshalb für eine Selbstregulierung der europäischen Altpapierbranche ein (Foto: BIR)

Wade Schuetzeberg warnte vor strengeren Qualitätskontrollen in China und setzt sich deshalb für eine Selbstregulierung der europäischen Altpapierbranche ein (Foto: BIR)

Die Aussichten für die europäische Kunststoffrecyclingbranche seien derzeit nicht so vielversprechend, aber die Bedingungen könnten sich durch entsprechende Maßnahmen wie höhere Deponiegebühren oder die Befreiung von der Mehrwertsteuer bei Recyclingprodukten verbessern, urteilte Surendra Patawari Borad (Gemini Corporation, Belgien), der Vorsitzende des BIR-Kunststoffkomitees. Auch die Marktberichte gaben wenig Anlass zu überschäumendem Optimismus. Marc-Antoine Belthé (Veolia Propreté France Recycling, Frankreich) schilderte, dass die Situation in Europa von einem hohen PET-Aufkommen in den Sommermonaten gekennzeichnet war, was die Preise sinken ließ. Im Mittleren Osten sei die Stimmung der Recyclingfirmen nicht so positiv, berichtete daneben Mahmoud Al Sharif (Sharif Metals Int’l LLC, Vereinigte Arabische Emirate), weshalb sie weniger Material kauften. In den Präsentationen der Gastredner ging es in erster Linie um die Kreislaufwirtschaft. Arie de Jong, Geschäftsführer der niederländischen ARN Holding, gab einen Überblick über das Automobilrecycling und betonte, dass in den Niederlanden die Recyclingquote eines Fahrzeugs bei 97 Prozent liegt – höher als vom Gesetzgeber gefordert; jährlich würden 3.600 Tonnen Kunststoffe niedriger Dichte, 2.200 Tonnen mittlerer Dichte und 3.500 Tonnen hoher Dichte zurückgewonnen. In diesem Zusammenhang berichtete er auch von den Problemen (unter anderem PVC-Kontaminationen in der Fraktion hoher Dichte) aufgrund der Materialvielfalt.

Herman Van Roost, Business Development Manager Recycling bei Total in Belgien, konnte mit einer Nachricht aufwarten, die die Bedeutung des Recycling unterstreicht. Das Unternehmen hat ein Produkt mit einem Recyclinganteil von 50 Prozent entwickelt, dessen Qualität – den Angaben zufolge – diejenige von Neuware übersteigt. Und Marc Pruijn vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Umwelt erläuterte, dass die niederländische Regierung bis zum Jahr 2050 die Kreislaufwirtschaft zu 100 Prozent umgesetzt haben will. Bis 2030 soll der Rohstoffverbrauch um die Hälfte sinken.

Altpapierqualität verbessern!

„Europa scheint sich von der Marktwirtschaft abzukehren“, sagte der Präsident der BIR-Fachsparte Papier, Reinhold Schmidt (Recycling Karla Schmidt, Deutschland), als er darauf hinwies, dass die Marktmacht der großen Konzerne wächst und die kommunalen Aktivitäten zunehmen. Auch Handelsbeschränkungen beklagte er, denn er vertritt die Position, dass eine freie Handelbarkeit von werthaltigen Abfällen wichtig für die globale Wirtschaft ist.

Weil ein Handel ohne Käufer nicht stattfinden kann, unterstrich Gastredner Wade Schuetzeberg (Geschäftsführer European Region, American Chung Nam BV, Niederlande), dass die Branche die Nachfrage aus China benötige. Allerdings steige in der Volksrepublik auch die Altpapiererfassung, die aktuell bei jährlich 80 Millionen Tonnen liege. Dieser Menge stellte er die chinesischen Altpapierimporte gegenüber, die ihren Höhepunkt mit 30 Millionen Tonnen im Jahr 2013 hatten und in diesem Jahr auf 26 bis 27 Millionen Tonnen geschätzt werden.

Nach den Worten des Experten wird die Qualität des eingeführten Materials demnächst eine noch größere Rolle spielen als bisher. Die europäischen Unternehmen hätten zwar die Qualität verbessert, aber dieser Prozess müsse noch weitergehen. Die Marktteilnehmer sollten in dieser Beziehung eine aktivere Rolle einnehmen, lautete sein Rat. Wade Schuetzeberg setzt sich deshalb für eine Selbstregulierung der europäischen Altpapierbranche ein. Sein Argument: Der Sektor habe mit der Altpapiersortenliste CEN EN 643 einen Standard. „Wir müssen nun lernen, diesen Standard anzuwenden.“ Gleichzeitig forderte er die Anwesenden auf, den erwarteten strengeren Kontrollen und Regulierungen in China gegenüber wachsam zu sein, denn sie könnten ganze Segmente an Sekundärrohstoff-Importen eliminieren.


Schrottrecycling in Zahlen

Von positiven Tendenzen konnte Rolf Willeke berichten. In seinem Update zum weltweiten Schrottrecycling für die erste Jahreshälfte 2016 konstatierte der Statistik-Beauftragte der Fachsparte Eisen & Stahl, dass sich Indien mittlerweile zum zweitgrößten Importeur von Stahlschrott entwickelt hat. Nach seinen Worten haben die drei führenden Schrott importierenden Länder im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ihre Einfuhren erhöht: die Türkei um 8,3 Prozent auf 9,17 Millionen Tonnen, Indien um 19,1 Prozent auf 3,77 Millionen Tonnen und Südkorea um 1,4 Prozent auf 2,81 Millionen Tonnen. Allerdings gab es auch Kürzungen der im Ausland bezogenen Mengen. Taiwan reduzierte die international eingekaufte Tonnage um 28 Prozent auf 1,65 Millionen Tonnen, gefolgt von China (minus 21,6 Prozent auf 999.000 Tonnen).

Was den Schrottexport angeht, so konnten die EU-Staaten ihre Position als führende Schrottexporteure behaupten. Die ins Ausland verkauften Schrottmengen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 15,2 Prozent auf 8,59 Millionen Tonnen. Die wichtigsten Abnehmer europäischen Schrotts waren die Türkei (plus 14,1 Prozent auf 5,01 Millionen Tonnen), Indien (plus 29,1 Prozent auf 958.000 Tonnen), Pakistan (plus 58,5 Prozent auf 767.000 Tonnen) und die USA (plus 207,5 Prozent auf 495.000 Tonnen).

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres nahm die weltweite Rohstahlproduktion laut World Steel Association um 1,9 Prozent auf 794,8 Millionen Tonnen ab (Vorjahr: 809,9 Millionen Tonnen), berichtete Willeke. Mit einer Produktionsmenge, die mit 399,7 Millionen Tonnen lediglich 1,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres lag, erwies sich China als größter Produzent.


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Heiman Bollegraaf (rechts) erhielt den „Papyrus Award“ aus den Händen von Fachsparten­präsident Reinhold Schmidt (Foto: BIR)

Heiman Bollegraaf (rechts) erhielt den „Papyrus Award“ aus den Händen von Fachsparten­präsident Reinhold Schmidt (Foto: BIR)

Papyrus-Preis für Heiman Bollegraaf

In diesem Jahr ging der von der Fachsparte Papier verliehene Papyrus-Preis an den Niederländer Heiman Bollegraaf, den früheren Geschäftsführer und Besitzer des niederländischen Technikanbieters Bollegraaf Recycling Solutions. Der so für seine Verdienste um das Papierrecycling Geehrte hatte das Unternehmen 1988 übernommen und in der Folgezeit sowohl die geografische Präsenz als auch das Produktportfolio ausgedehnt.

Im Jahr 2012 hatte das Unternehmen 350 Mitarbeiter in sieben Ländern und erwirtschaftete einen Umsatz von 75 Millionen Euro.

Brigitte Weber

Foto: pixabay

(EUR1216S20)