Dialogplattform in politisch anspruchsvoller Situation

Ende November fand in Düsseldorf die 9. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz statt.  Rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft tauschten sich zu den Zukunftsthemen der Rohstoffwirtschaft aus.

Inhalte waren unter anderem die nachhaltige Entwicklung der Rohstoffwirtschaft, die Energie- und Rohstoffpartnerschaft sowie die Hochschulzusammenarbeit im Bereich Energie und Rohstoffe beider Länder. Vorgestellt wurde in diesem Zusammenhang auch eine Auftragsstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die 42 Zukunftstechnologien im Detail betrachtet und in einem Szenario mit Blick auf den Rohstoffbedarf dieser Technologien im Jahr 2035 analysiert.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Nachfrageimpulse, beispielsweise durch die Elektromobilität oder Superlegierungen in der Luft- und Raumfahrt, werden die Märkte für Sonder- und Nebenmetalle in den kommenden Jahren stark bewegen. Für die von Importen abhängige deutsche Wirtschaft werden Ausweichstrategien für eine Absicherung der Rohstoffversorgung immer wichtiger.

Veranstalter der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz ist das 2006 gegründete Deutsch-Russische Rohstoff-Forum (DRRF), das  sich als Dialogplattform zwischen russischen und deutschen Meinungsführern in einer politisch anspruchsvollen Situation versteht. In seiner Rede auf der Veranstaltung in Düsseldorf sprach sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dafür aus, die engen Beziehungen trotz der gegenwärtig schwierigen Rahmenbedingungen fortzusetzen. Russland sei ein wichtiger Rohstofflieferant. Und Prof. Dr. Klaus Töpfer, deutscher Schirmherr des DRRF, erklärte: „Beide Länder stehen vor enormen Herausforderungen. Die Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen, neue Technologien und die Digitalisierung werden unsere Energie- und Rohstoffpolitik nachhaltig verändern. Russland hat das Potenzial, auch in Zukunft der wichtigste Rohstoffpartner Deutschlands zu bleiben. Im Interesse beider Länder wollen wir deshalb den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen.“

Foto: Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum e.V.

(EUR0117S10)