Entwicklungssprung für verbessertes Automobilrecycling

Hydro Aluminium: Die noch bestehenden Probleme bei einer sauberen Trennung von 5xxx und 6xxx Legierungen können bald gelöst werden.

Das Aluminiumunternehmen Hydro hat eine Zusammenarbeit mit Austin AI Inc. (AAI), Texas, vereinbart. Sie zielt auf die gemeinsame Entwicklung von Spitzentechnologien zum Sortieren von Aluminiumlegierungen im Automobilsektor. Neue Entwicklungen können einen Entwicklungssprung bewirken: für ein effizientes, verlässliches Recycling von Fabrikationsschrotten und später auch Fahrzeugen am Ende ihres Nutzungszyklus.

Die Automobilindustrie nutzt immer mehr Aluminium zum Bau leichterer Fahrzeuge, die weniger CO2 ausstoßen. Ihre Presswerke stanzen unterschiedliche Blechbauteile meist aus 5xxx oder 6xxx Aluminiumlegierungen. Dies erfordert eine Trennung von Produktionsschrotten beziehungsweise macht das Recycling dieser Schrotte komplex, was auch für die Verwertung von Fahrzeugen am Ende des Nutzungszyklus gilt. Die noch bestehenden Probleme bei einer sauberen Trennung von 5xxx und 6xxx Legierungen zum Recycling können aber bald gelöst werden, so Hydro: Die AAI-Technologie auf Basis von Laser-Emissionsspektrometrie (LIBS) zeigt Vorteile im Vergleich zu anderen LIBS-Konfigurationen und erzielt bereits gute Ergebnisse im sauberen Sortieren und klaren Trennen dieser Legierungen.

Pilotanlage in Bonn geplant

AAI wird eine Pilotprojekt-Sortieranlage im Hydro-Zentrum für Forschung und Entwicklung in Bonn bauen. Hydro-Wissenschaftler werden allmählich deren Prozesse und Funktionen, zusammen mit der AAI, weiter verbessern. Das Ziel ist eine hocheffektive Sortieranlage, die eine hohe Qualität der Ergebnisse und den erforderlichen Durchsatz gewährleistet. Dann lässt sich die Technologie für eine umfassende industrielle Nutzung ausbauen. „Wir sind zuversichtlich und hoffen, hiermit einen Kreislauf für Schrotte aus der Automobilproduktion sowie für End-of-Life-Fahrzeuge zu schließen, mit wesentlichen Einsparungen an Energie, Ressourcen und Aufwand – ein weiterer Schub für nachhaltigen Leichtbau mit Aluminium. Somit ist es auch ein nächster Schritt auf dem Weg, Hydro zu einem bevorzugten Partner für Automobilhersteller zu machen und ein CO2-neutrales Unternehmen bis zum Jahr 2020 zu werden“, erklärt Kjetil Ebbesberg, Executive Vice President von Hydro, der das Geschäftsfeld mit Walzprodukten leitet.

Hydro steigert die Kapazität für Karosserieblech mit der neuen Anlage AL3 im Walzwerk Grevenbroich um 150.000 Jahrestonnen. Nur 18 Monate nach der Grundsteinlegung wurden erste Kunden mit Produkten aus der AL3 beliefert, und auch die Qualifizierung der Anlage als Lieferant für Unternehmen der Autoindustrie hat begonnen. „Durch die Entwicklung robuster Prozesse auf Basis der LIBS-Technologie kann Hydro die Bedürfnisse unserer Kunden aus der Automobilindustrie an die Verwertung ihrer Fabrikationsschrotte erfüllen – und mithelfen, die Herausforderungen der Zukunft beim End-of-life-Recycling für Autos mit mehr Aluminium zu lösen“, sagt Klaus Vieregge, Leiter des F&E-Zentrums in Bonn. „Wir freuen uns über das positive Feedback und starkes Interesse von einigen unserer wichtigsten Kunden in der Automobilindustrie.“

www.hydro.com

Foto: Marc Weigert

(EUR0117S25)

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