Fahrradhelm, Hundekot- Beutel und Kinderwagen oder:

Es gibt viele Methoden, um in England 5 Pence für Plastik-Einkaufstüten zu sparen.

Die neuesten Zahlen zeigen, dass Einweg-Tragetaschen in Supermärkten um 80 Prozent abgenommen haben, seit die 5-Pence-Gebühr in England eingeführt wurde. Um diese 5 Pence nicht ausgeben zu müssen, haben die dortigen Käufer außerordentliche Methoden entwickelt. Nach Ansicht des Entsorungsunternehmens BusinessWaste.co.uk ist die winzige 5 Pence-Abgabe eine rote Linie für viele Menschen, die sich lieber die Taschen mit gefrorenen Erbsen vollstopfen als sie in einer „Tasche der Schande“ nach Hause zu tragen.

„Seit dem ersten Tag der Maßnahme sind zwei Dinge klar geworden“, sagt Mark Hall, der Sprecher von BusinessWaste.co.uk. „Erstens gibt es keine Macht auf dieser Erde, die Menschen dazu bringt, sich wegen einer Plastiktüte von 5 Pence zu trennen. Und zweitens werden diese Leute alles Erdenkliche tun, um Alternativen zu finden.“

BusinessWaste.co.uk hat hunderte von Käufern im Lande dazu befragt, was sie seitdem zum Tragen benutzen. Hier sind einige der eher unüblichen Antworten.

■    Maurer-Eimer: „Ich bin ein Maurer. Ich habe eine Menge Eimer. Welch eine Geldersparnis!“
■    Auto-Decke, an allen vier Ecken zusammengebunden: „Ich mache das die ganze Zeit; der Kassierer hält das für ziemlich clever.“
■    Fahrrad-Helm: „Das heißt, ich muss das Rad nach Hause schieben. Das ist Jacke wie Hose, wie man so sagt.“
■    Hundekot-Beutel: „Ich habe immer ein paar davon in der Hosentasche, und sie halten mehr als man glaubt. Was noch besser ist: Man bekommt sie umsonst vom Bürgeramt!“
■    Hose, an den Waden zusammengebunden: „Sie lag auf dem Auto-Rücksitz, ersparte mir mindestens 20 Pence, und kaum jemand lachte mich aus – das ist doch ein Plus!“
■    Mantel mit vielen Taschen: „Ich sehe beim Verlassen des Supermarkts wie ein äußerst erfolgreicher Ladendieb aus; daher ist es jedesmal ein Herausforderung, an dem Wachmann vorbeizukommen.“
■    Kinderwagen: „Das ist ein altmodischer mit all den Federn und sowas. Alle meine Kinder sind ihm entwachsen.“
■    Blumentopf: „Das ist einer von diesen großen dekorativen aus dem Haushaltwaren-Laden. Der hatte gerade die richtige Größe.“
■    Helfer: „Ich habe vier Kinder, und jedes hat zwei gute Arme. Sie sind aber nicht scharf auf das gefrorene Zeug.“
■    Koffer: „Koffer sind als Einkaufstaschen-Alternative komplett unterbewertet. Denk mal drüber nach – sie werden nur einmal im Jahr benutzt in der Urlaubszeit. Warum also auf den Müll mit ihnen? Spitzen-Tipp: sichergehen, dass es einer mit Rädern ist.“

Viele Leute gaben auch zu, dass sie sich bei Supermärkten Einkaufskörbe oder Einkaufswagen „ausleihen“, um den Einkauf nach Hause zu bringen, aber das findet keine Zustimmung bei BusinessWaste.co.uk. „Erstens ist es Diebstahl“, erklärt Mark Hall, „und wenn es eine Kehrseite der Plastikbeutel-Gebühr gibt, dann sind es die herrenlosen Einkaufswagen, die dieser Tage in den Straßen herumstehen. Das ist durch die Decke gegangen.“

Andererseits lässt der menschliche Einfallsreichtum, um die 5-Pence-Gebühr zu vermeiden, Gutes für die Zukunft der britischen Nation erwarten: „Wenn wir die besten Köpfe unserer Generation an dieser schwierigen Situation arbeiten lassen, weiß der Himmel, was wir erreichen können, wenn wir diese kollektive Kraft dazu bringen, sich mit den größten Problemen unseres Landes zu befassen“, sinniert Mark Hall. „Als Nation wären wir unschlagbar.“

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(EUR0117S29 – Glosse)