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Marktbericht Mineralik 2017

In dem jährlichen Marktbericht des bvse-Fachverbandes Mineralik-Recycling und Verwertung wird deutlich, dass sich die Bauabfallentsorgung in Deutschland in einem schwierigen Fahrwasser befindet.

So stellen die Mitglieder für 2017 fest, dass sich die Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen, insbesondere von Bauschutt und Bodenaushub, um bis zu 30 bis 50 Prozent verteuert. Sowohl die Entsorgungspreise als auch die Transportentfernungen steigen kontinuierlich an. Insbesondere in Bayern spiegelt sich hier anscheinend die mangelnde Verfügbarkeit von Verfüllkapazitäten im Bereich > Z 0/0* und fehlende Deponiekapazitäten im südlichen Bayern (Transportentfernungen bis zu 400 Kilometer) wider.

Trend zu mehr Deponierung

Die vorhandenen Verfüll- und Deponiekapazitäten sind laut Marktbericht in allen Bundesländern über alle Entsorgungsklassen (Z 0/0*) zu gering. In Bayern mussten zum Beispiel 2014 rund 5,1 Millionen Tonnen Bodenaushub und Bauschutt auf Deponien beseitigt werden, nachdem es 2010 nur 3,7 Millionen Tonnen waren (+40 Prozent). Vor allem der deponierte Bodenaushub nahm stark zu. Trotz stark gestiegener Bautätigkeit reduzierte sich zudem der Anteil des zum Einsatz kommenden, aus Bauschutt recycelten Materials in den Jahren von 2012 bis 2014 von 10,1 auf 9,5 Millionen Tonnen um sechs Prozent. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, 2017).

„Das heißt, der Trend zu mehr Deponierung und weniger Recycling beziehungsweise Verwertung ist ganz offensichtlich“, kommentiert Stefan Schmidmeyer (Baustoff Recycling Bayern/bvse). „Dies wird den Druck auf die vorhandenen Entsorgungskapazitäten und somit die Entsorgungskosten weiter erhöhen. Nach wie vor fehlt ein bundeseinheitliches und rechtsverbindliches Regelwerk, mit dem der Einsatz von Ersatzbaustoffen bundesweit gefördert werden kann. Da die Mantelverordnung in der letzten Legislaturperiode nicht abgeschlossen werden konnte und die politische Situation unsicher ist, steht sehr in Frage, ob und wann ein solches Regelwerk verbindlich verabschiedet wird. Diese sehr unsicheren Aussichten verschärfen die Situation zusätzlich. In vielen Regionen ist es bereits heute sehr schwierig bis unmöglich, neue Abbauflächen zu erschließen und/oder zu erwerben.“

Foto: O. Kürth

(EU-Recycling 01/2018, Seite 48)

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