Nachhaltige Rohstoffe für den deutschen Automobilsektor

„Ressourcenschonung ist ein großer Hebel. Autos müssten so konstruiert sein, dass sie leichter sind und weniger kritische Rohstoffe enthalten.“ (Foto: kaemte  / pixelio.de)

Die neue Studie „Nachhaltige Rohstoffe für den deutschen Automobilsektor – Herausforderungen und Lösungswege“ setzt sich mit der Frage auseinander, welche ökologischen und sozialen Risiken beim Abbau und der Verarbeitung wichtiger Rohstoffe für die deutsche Automobilindustrie bestehen. Sie belegt, dass noch erheblicher Handlungsbedarf existiert, und zeigt Ansätze für mehr Nachhaltigkeit in den Wertschöpfungsketten der deutschen Automobilindustrie auf. Herausgeber sind das Südwind-Institut, das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production und der Global Nature Fund.

Deutschland verfügt nur über geringe eigene Metallvorkommen und ist auf Importe angewiesen. Im Fokus der Studie stehen daher Metalle mit besonders gravierenden sozialen und ökologischen Einflüssen auf die Umwelt. „Deutsche Automobilunternehmen arbeiten in einem komplexen Umfeld, und das Management ihrer Lieferketten stellt eine enorme Herausforderung dar. Durch technologische Verschiebungen – etwa aufgrund der Elektromobilität – werden zudem verstärkt Metalle benötigt, deren Förderung erhebliche soziale und ökologische Missstände hervorrufen kann“, konstatiert Friedel Hütz-Adams, Rohstoffexperte beim Südwind-Institut.Probleme gibt es allerdings nicht nur bei metallischen Rohstoffen. „Autoreifen werden auch heute noch größtenteils aus Naturkautschuk hergestellt, für dessen Produktion große Plantagen angelegt werden. Viele dieser Plantagen werden in ökologisch äußerst sensiblen Gebieten und häufig unter Missachtung von Umweltgesetzen angelegt“, sagt Sascha Liese, Mitautor der Studie und Projektmanager beim Global Nature Fund.

In der Studie werden jedoch nicht nur die bestehenden Herausforderungen aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze dargelegt. Dabei spielt der ordnungspolitische Rahmen eine große Rolle. Jan Per Bethge vom Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production ist überzeugt: „Die ökologischen und sozialen Bedingungen in vielen Abbaugebieten könnten sich deutlich verbessern, wenn alle beteiligten Akteure den bestehenden Gesetzen folgen. Zudem ist Ressourcenschonung ein großer Hebel für die Automobilbranche. Autos müssten so konstruiert sein, dass sie leichter sind und weniger kritische Rohstoffe enthalten. Innovative Mobilitätskonzepte können ebenfalls zu einer Verringerung des Autoverkehrs und damit der Nachfrage nach kritischen Rohstoffen beitragen.“

Die Studie kann über info@suedwind-institut.de bestellt werden und steht zum Download bereit www.suedwind-institut.de.

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