Eine Lösung für stark verunreinigte Kunststoffabfälle

Mit dem C-VAC-Modul von Starlinger können Kunststoffabfälle aus Post-Consumer-Abfallströmen und industrieller Produktion zu hochwertigen, für die direkte Weiterverarbeitung geeignete Sekundärkunststoffen aufbereitet werden.

Kunststoffe aus Industrieabfällen und dem Post-Consumer-Abfallstrom enthalten häufig neben Druckfarben, Fremdkunststoffen, organischen Substanzen (Fette, Eiweißrückstände Tenside) je nach Lagerung und Verwendung auch Metalle, Papier, Holz oder Sand. Sie sind daher schwierig zu recyceln.

„Mit dem Launch des C-VAC-Moduls können wir nun in diesem Bereich eine wirklich zufriedenstellende Lösung bieten“, informiert Elfriede Hell, General Manager von Starlinger recycling technology. „Seit wir das Modul vergangenen Herbst auf der K 2013 erstmalig präsentiert haben, ist das Interesse enorm. Gerade haben wir die bisher größte Anlage, eine recoSTAR basic 165 C-VAC, installiert und in Betrieb genommen.“ Für die Kunden, die Anlagen mit C-VAC-Modul einsetzen, seien Kriterien wie maximale Entgasungsleistung und ausgezeichnete Schmelzefiltrierung besonders wichtig. Eine ebenso wichtige Rolle spielten der erreichbare Durchsatz, der Energieaufwand und der Personaleinsatz.

Worauf es ankommt

Der Aufbereitungsprozess beginnt damit, dass in der Trockenreinigung Fremdstoffe wie Metalle oder Papier, zum Beispiel Etiketten, entfernt werden. In der Waschanlage wird der Kunststoffabfall erst nass gereinigt, bevor er im Extruder aufgeschmolzen wird. Selbst dann befinden sich noch viele Verunreinigungen und Fremdstoffe im Material. Organisches Material wie Eiweiße oder Fette in Lebensmittelverpackungen, aber auch Druckfarben oder Kleber lassen sich in der Vorreinigung nur zum Teil entfernen. Diese Stoffe verursachen beim Extrusionsvorgang durch Aufgasen oder Verlegen des Filters Probleme. Das produzierte Regranulat ist qualitativ minderwertig und hat Lufteinschlüsse, die eine Weiterverarbeitung problematisch machen.

Um hochwertiges Granulat zu produzieren, das sich für Anwendungen wie Spritzguss und Folienextrusion eignet, muss die Schmelze so gut wie möglich gereinigt werden. Nach dem Aufschmelzen im Hauptextruder wird die Masse durch einen Filter gepresst, der je nach Installation feststoffliche Partikel bis zu einer Größe von 120 μ herausfiltert. Im darauffolgenden Schritt werden Gase, die im Extrusionsprozess frei werden, abgesaugt – sie verursachen sonst ein „Aufschäumen“ der Schmelze und spätere Lufteinschlüsse im Granulat. Je mehr Verunreinigungen sich in der Schmelze befinden, desto mehr Gase bilden sich. Hier ist es wichtig, eine große Materialoberfläche zu bekommen, sodass alle Gase entweichen können und keine Einschlüsse im Granulat entstehen.

Das Hochleistungsentgasungsmodul C-VAC, das mit jedem Starlinger-Recyclingextruder kombiniert werden kann, sorgt durch die rheologisch optimierte Schmelzeführung sowohl zum als auch im Entgasungsextruder dafür, dass die Entgasungsoberfläche im Vergleich zu einem konventionellen Entgasungssystem um 300 Prozent erhöht wird. Somit verbessert sich den Angaben zufolge die Entgasungseffizienz entscheidend.

Produziertes Regranulat, schwarz eingefärbt

Produziertes Regranulat, schwarz eingefärbt

In der darauffolgenden Wasserringgranulierung, die mit einem von Starlinger recycling technology patentierten Schneid- und Antriebskonzept ausgestattet ist, wird die Schmelze zu Pellets geschnitten. Ein weiteres Merkmal der kundenspezifischen Anlagenausführung: Falls gewünscht, ermöglichen mehrere Dosiereinheiten die automatisierte Beimengung von anderen Materialströmen und Additiven, zum Beispiel Farbstoffe (Masterbatch) oder CaCO3 (Pulver). Am Ende des Prozesses gelangt das fertige Regranulat in die Abfüllstation. Dort kontrolliert eine integrierte Durchsatzwaage den tatsächlichen Ausstoß und regelt je nach Durchsatz die Dosierung der Additive, um jederzeit ein exaktes Mischungsverhältnis im Regranulat zu gewährleisten.

Neue Möglichkeiten durch „Upcycling“

Mit der hohen Granulatqualität, so Starlinger, eröffnen sich für viele Recycler auch neue Geschäftsfelder: Kam für recycelte Post-Consumer-Kunststoffe bisher hauptsächlich „downcycling“, also die Produktion minderwertiger Kunststoffprodukte in Frage, wird das auf Starlinger-Anlagen erzeugte Regranulat nun in vielen Fällen als Neuwarensubstitut eingesetzt.

„Um zufriedenstellende Resultate zu garantieren, testen wir das Eingangsmaterial bei uns im Technical Center immer eingehend“, erklärt dazu Andreas Pechhacker, Technischer Leiter bei Starlinger recycling technology. „Die Anlagen sind perfekt auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt und können zum Beispiel auch Material verarbeiten, das nur trocken gereinigt wurde.“ Recycler, die Starlinger-Anlagen mit C-VAC-Modul einsetzen, schätzten neben den ausgezeichneten Werten bei der Filtrierung und Entgasung die exakte Dosiertechnik. Damit könnten die Granulate in gleichbleibend höchster Reinheit mit den spezifischen physikalischen Eigenschaften geliefert werden, die für die nachfolgenden Anwendungen benötigt werden.

www.recycling.starlinger.com

(EUR0814S40)

Starlinger recoSTAR basic 165 C-VAC – Fotos: Starlinger & Co. Ges.m.b.H.