Lithium-Ionen-Batterien sicher sammeln und transportieren

Der BDE beobachtet einen überaus sorglosen Umgang mit Elektroaltgeräten, die den Gefahrgutvorschriften unterliegen. Lithium ist äußerst reaktionsfreudig; es kann leicht in Brand geraten.

Lithium-Ionen-Zellen verdrängen zunehmend konkurrierende Speicher wie Nickel-Cadmium und dominieren hier längst den Markt. Das liegt einerseits daran, dass Cadmium als giftiges Schwermetall in Europa verboten wurde. Andererseits sind Lithium-Ionen-Zellen anderen Batterien überlegen.

Werden diese aber beim Einwurf in einen Depotcontainer oder beim Transport in loser Schüttung beschädigt, kann das äußerst reaktionsfreudige Lithium leicht in Brand geraten. Deshalb verstößt diese Art der Sammlung und des Transports gegen die Anforderungen des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR), das einen sorgsamen Umgang bei Sammlung und Transport gefährlicher Güter verlangt. BDE-Präsident Peter Kurth: „Wegen der Gefährlichkeit des Transportes von Lithiumbatterien muss bei der Annahme von Elektroaltgeräten geprüft werden, ob Lithium enthalten ist und eine separate Erfassung dieser Geräte beziehungsweise der separierten Batterien und Akkus in ADR-konformen Behältern erfolgt. Dazu bedarf es einerseits Fachpersonals und andererseits der Möglichkeit einer Erstbehandlung, da ein Ausbau von Batterien nach dem Elektroaltgerätegesetz einer Erstbehandlung entspricht. Generell unzulässig ist die unkontrollierte Sammlung im öffentlichen Raum mithilfe von Depotcontainern.“

Für eine praxistaugliche Regelung

Aktuell lassen einige Polizeipräsidien bereits Fahrzeugkontrollen durchführen, bei denen der Transport von Elektroaltgeräten in loser Schüttung inklusive Lithiumbatterien beanstandet wird. Unverständlich für den BDE ist, warum einige Kommunen weiterhin Container und Sammelboxen für E-Schrott aufstellen. Der Verband plädiert deshalb für eine klarstellende und praxistaugliche Regelung im Elektroaltgerätegesetz, die den Anforderungen des ADR gerecht wird. Für Unternehmen und Kommunen, die Elektro- und Elektronik-Schrott einsammeln und befördern, wäre damit eine Regelungslücke geschlossen und eine legale Handlungsgrundlage gegeben.

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. wird auf seiner Tagung „Batterierecycling: Anlagensicherheit, Brand- und Arbeitsschutz“ am 30. September 2014 in Köln in der Handwerkskammer über den neuesten Stand der Technik für die sichere Erfassung und den Transport von Batterien sowie der Früherkennung und möglicher Löschverfahren informieren.

(EUR0914S5)

Foto: O. Kürth