ALBA SE: Beide Segmente schließen Halbjahr mit positivem Ergebnis ab

Nach Verlusten im ersten Halbjahr des Vorjahres dreht der Geschäftsbereich Stahl- und Metallrecycling wieder ins Plus. Die Gesamtgruppe steigert EBT um 60 Prozent auf 9,1 Millionen Euro. 

Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler ALBA SE hat im ersten Halbjahr 2014 trotz anhaltend schwieriger Marktbedingungen sein operatives Ergebnis deutlich verbessert. Beide Geschäftsbereiche – Dienstleistung und Stahl- und Metallrecycling – erwirtschafteten ein positives Ergebnis vor Steuern. Erfreulich entwickelte sich insbesondere die Ergebnissituation im Geschäftsbereich Stahl- und Metallrecycling – nach einem Minus im ersten Halbjahr des Vorjahres erwirtschaftete das Segment mit weniger Umsatz ein positives Ergebnis und schaffte damit den „Turnaround“. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Ergebnisanteilen an assoziierten Unternehmen (EBITDA) verbesserte sich in diesem Segment signifikant.

Das Ergebnis vor Steuern der Gesamtgruppe stieg im ersten Halbjahr um 60 Prozent auf 9,1 Millionen Euro (Vorjahreswert: 5,6 Mio. Euro). Das EBITDA lag mit 21,5 Millionen Euro leicht über dem Wert des Vorjahres (21,3 Mio. Euro). Der um 14,6 Prozent geringere Umsatz von 748,7 Millionen Euro (Vorjahr: 876,7 Mio. Euro) ist im Wesentlichen auf niedrigere Schrottpreise sowie Verkäufe von Unternehmensteilen zurückzuführen. Nur unwesentlich hat sich die Bilanzsumme im Vergleich zum 31. Dezember 2013 verändert. Sie sank um 7,9 Millionen auf 477,1 Millionen Euro. Die ALBA SE-Gruppe ist weiterhin in die Finanzierung der ALBA Group eingebunden. Hierdurch ist gewährleistet, dass der ALBA SE-Gruppe in ausreichendem Maße liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Aktie der ALBA SE notierte bei Eröffnung der Frankfurter Börse am 2. Januar 2014 mit 61,49 Euro. Der Höchstkurs lag im ersten Halbjahr bei 63,00 Euro, der Tiefstkurs bei 58,00 Euro. Am Ende des Berichtszeitraums am 30. Juni schloss die Aktie der ALBA SE mit 59,49 Euro.

Die Entwicklung im Einzelnen

Die Stahlschrottbranche zeichnete sich im ersten Halbjahr 2014 durch weiterhin schwierige Rahmenbedingungen aus. Einer besseren Auslastung der Stahlwerke stand ein höherer Einsatz von Primärrohstoffen gegenüber. So verzeichnete die Rohstahlproduktion der deutschen Stahl­industrie im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg um 4,2 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der deutschen Stahlwerke verbesserte sich auf 90 Prozent – nach 85 Prozent im Vorjahresvergleichszeitraum. In der Europäischen Union (EU 28) erhöhte sich die Stahlproduktion um 3,8 Prozent. Die Elektrostahlherstellung, bei der im Gegensatz zum Hochofenverfahren überwiegend Stahlschrotte eingesetzt werden, konnte von dem positiveren Trend der Stahlproduktion nicht profitieren und war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig. Die niedrigen Preise für Eisenerz sorgten dafür, dass sich die Produktion auf die klassische Stahlerzeugung mit Eisenerz fokussierte.

In der Konsequenz lagen die Stahlschrottpreise unter den Preisen des Vorjahresvergleichszeitraums. So sank beispielsweise der durchschnittliche Lagerverkaufspreis der Leitschrott­sorte 2 von 305,7 Euro pro Tonne im ersten Halbjahr 2013 auf 279,2 Euro pro Tonne in den ersten sechs Monaten 2014. Die Preise für Nichteisen-Metalle haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabilisiert, liegen jedoch im Durchschnitt rund 6,0 Prozent unter den Vorjahreswerten.

In diesem Umfeld entwickelte sich das Segment Stahl- und Metallrecycling erfolgreich. EBITDA und EBT erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erfreulich. Der Umsatz sank preisbedingt und aufgrund der Portfolio-Optimierung von 719,3 Millionen Euro in den ersten zwei Quartalen 2013 auf 595,2 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2014. Die gehandelten Eisenschrott-Tonnagen lagen in den ersten beiden Quartalen 2014 mit 1.176.000 Tonnen (um Portfolio-Optimierung bereinigter Vorjahreswert: 1.136.000 Tonnen), die Nichteisen-Metall-Mengen mit 171.000 Tonnen (bereinigter Vorjahreswert: 169.000 Tonnen) leicht über den gehandelten Mengen des Vergleichszeitraums.

Das Segment Dienstleistung war sowohl im Markt des Verkaufs- als auch des Transportverpackungs-Recyclings einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Diese Wettbewerbssituation führte zu einem Druck auf die Margen und einem deutlichen Rückgang von EBITDA und EBT. Die Umsatzerlöse im Segment Dienstleistung bewegten sich in den ersten sechs Monaten 2014 mit 155 Millionen Euro leicht unterhalb dem Niveau des ersten Halbjahres 2013 (162,0 Mio. Euro).

In der Business Unit Transportverpackungen lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2014 auf dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums. Die Umsatzerlöse im Geschäft mit Verkaufsverpackungen sind trotz der Unsicherheiten im Dualen System nur geringfügig gesunken. Im Markt der Verkaufsverpackungen war das erste Halbjahr – vor dem Hintergrund historisch niedriger Lizenzmengen – insbesondere geprägt von der Finanzierungslücke im Dualen System. Diese Lücke hatte sich durch Modelle zur Eigenrücknahme und sogenannter Branchenlösungen ergeben, sodass einer konstanten Sammelmenge aus den Gelben Tonnen/Gelben Säcken eine immer geringere Menge an Verpackungen gegenübersteht, für die Hersteller und Inverkehrbringer die Recyclingkosten tragen.

Einen leichten Umsatzrückgang in den ersten beiden Quartalen 2014 verzeichnete die Business Unit Recycling Solutions Interseroh. Dies resultiert im Wesentlichen aus Preisnachlässen bei Vertragsverlängerungen. Umsätze aus der Akquisition von Neukunden kompensierten diesen Rückgang nur teilweise.

Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr

Die Erholung der Stahlkonjunktur in der Europäischen Union scheint in der zweiten Jahreshälfte 2014 auch wegen der Ukraine-Krise weiterhin fragil. Die gegenwärtigen Wechselkursrelationen intensivieren den Wettbewerbsdruck. Darüber hinaus wird damit gerechnet, dass der Preis für Eisenerz auf dem niedrigen Niveau verharrt und daher auch im zweiten Halbjahr 2014 der Anteil der Stahlerzeugung durch die klassische Produktion mit Eisenerz ausgeweitet werden wird.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der weltweiten Stahlproduktion um 3,5 Prozent. Der Anstieg der Produktion wird vor allem in den Ländern erwartet, in denen Kapazitäten weiter ausgebaut werden. Der Handel mit Nichteisen-Metallen hat sich im zweiten Quartal stabilisiert. Prognosen für die zweite Jahreshälfte gehen von stabilen Preisen sowohl für Kupfer als auch für Aluminium und einer Nachfrage auf aktuellem Niveau aus. Vor diesem Hintergrund rechnet das Management im Segment Stahl- und Metallrecycling nur mit einem leichten Umsatzrückgang für 2014 gegenüber dem Vorjahr. Bei EBITDA und EBT wird mit einer deutlichen Steigerung für 2014 gerechnet.

Das Management prognostiziert im Segment Dienstleistung einen geringfügigen Anstieg der Umsatzerlöse durch die geplante Geschäftsausweitung der Business Unit Recycling Solutions Interseroh. Aktuell geht das Management für die ALBA SE für das gesamte Geschäftsjahr 2014 von einem nur geringfügigen Umsatzrückgang aus. EBITDA und EBT werden 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen.

www.alba-se.com

(EUR0914S24)

Foto: ALBA Group