„Siedlungsabfallbilanzen der Länder für Vergleichszwecke unzureichend“

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Hamburgischen WeltWirtschafts Instituts (HWWI): Aufgrund von Inkonsistenzen seien die Untersuchungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt.

Dies betreffe nicht nur die Vergleichbarkeit der Statistiken zwischen den Bundesländern, sondern auch zwischen den Regionen innerhalb der Bundesländer. Die Autoren der HWWI-Studie „Entwicklung und Determinanten des Siedlungsabfallaufkommens in Deutschland“ gingen dabei der Frage nach, was mit der Erhebung von Abfallstatistiken bezweckt wird: Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, die den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen fördern und gleichzeitig wirtschaftlich effizient sein soll, sei die Dokumentation erfasster Abfallmengen und ihrer weiteren Verwendung durchaus begrüßenswert. Um belastbare Aussagen hinsichtlich der Effizienz unterschiedlicher Sammelsysteme oder der regionsspezifischen Potenziale für die Sammlung bestimmter Wertstoffe treffen zu können, sei allerdings eine einheitliche Erhebungsmethodik unabdingbar. Die Autoren fordern zum einen, dass deutschlandweit ein harmonisiertes Verfahren implementiert werden sollte, in dem die erfassten Abfallarten einer einheitlichen Klassifikation unterliegen. Zum anderen sollte sich die Erhebung auf sämtliche anfallenden Abfälle beziehen. Das heißt, dass privatwirtschaftlich erfasste Abfälle mittels eines einheitlichen Schätzverfahrens in die Bilanzierung mit einbezogen werden müssten.

Als positiv verbucht die Studie, dass trotz der geringen Datenqualität die Auswertung der Statistik einige Hinweise auf mögliche Einflussfaktoren für die Höhe der regional anfallenden Abfallmengen liefern konnte. Die Betrachtung der regionalen Verteilungsmuster der Pro-Aufkommen einzelner Abfallarten habe einige Zusammenhänge identifiziert, die Unterschiede von Menge und Zusammensetzung der Siedlungsabfälle erklären könnten. Die deskriptive Analyse habe gezeigt, dass regionale Unterschiede, wie zum Beispiel in der Siedlungsstruktur, einen Einfluss auf das Restmüllaufkommen haben.

Mit dieser Studie wurden die regionalen Abfallstatistiken aus den Siedlungsabfallbilanzen der Länder – nach Wissensstand des HWWI zum ersten Mal – in einem Datensatz gesammelt und vergleichend dargestellt. Insgesamt liefern die Auswertungen Hinweise auf verschiedene Erklärungsfaktoren für die Höhe des Aufkommens einzelner Abfallfraktionen.

Die Studie „Entwicklung und Determinanten des Siedlungsabfallaufkommens in Deutschland“ im Internet unter www.hwwi.org.

(EUR0814S5)

Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de