Novelle zur Düngemittelverordnung noch in diesem Jahr

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat seinen Entwurf inzwischen den betroffenen Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet. (Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de)

Ziel der beabsichtigten Novelle ist es, die Fremdanteile in Düngemitteln weiter zu reduzieren. Der bvse begrüßt diese Bestrebungen, fordert jedoch, bei den Grenzwerten die technischen Möglichkeiten der Sortierung stärker zu berücksichtigen. Insbesondere den vorgeschlagenen Grenzwert für jegliche Kunststoffpartikel in Düngemitteln von höchstens 0,1 Prozent (TM) kritisiert der bvse als „nicht praktikabel“.

In seinem Schreiben an das Ministerium schlägt der bvse deshalb vor, zwischen den Kunststoffarten zu differenzieren und den Anteil von Hartkunststoffpartikeln auf 0,4 Prozent (TM) zu begrenzen. Dieser Grenzwert wird im Entwurf auch für andere Materialien wie Metall und Glas angesetzt. Für Kunststofffolie hingegen hält der Verband den Grenzwert von 0,1 Prozent für umsetzbar.

Seinen Einwand begründet der bvse mit den unterschiedlichen Eigenschaften von Hartkunststoffen und Folien, die sich in den Sortierprozessen völlig unterschiedlich verhalten: Über Sortierung, Windsichtung und Siebungen kann ein Großteil der leichten Kunststofffolien aus dem Produkt entfernt werden. Dagegen kann auf den Anteil kleiner Fremdstoffpartikel aus Hartkunststoffen verfahrenstechnisch kaum Einfluss genommen werden. Bereits kleinste Partikel dieser Hartkunststoffe wie Splitter von Blumentöpfen oder Joghurtbechern könnten trotz Kontrolle schnell zu einer Überschreitung des Grenzwertes führen. Dies beeinträchtige die Qualität des Kompostes nicht, durch die geplanten nicht praxisgerechten Grenzwerte dürfe er dann jedoch nicht vermarktet werden. Dies könne nicht im Sinne der Verordnung sein, so der bvse, der sich damit der Auffassung des VEH – Verband der Erden- und Humuswirtschaft e.V. anschließt.

(EUR1114S6)