Keine wesentliche Beeinflussung der Verwertungssituation

Eine neue Studie befasst sich mit den Auswirkungen der geplanten Ersatzbaustoffverordnung auf die Verwertung von mineralischen Ersatzbaustoffen (MEB) in Baden-Württemberg.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf Recyclingbaustoffen (RC) aus aufgearbeiteten Bau- und Abbruchabfällen, die in die Kategorien Boden und Steine, Bauschutt sowie Straßenaufbruch eingeteilt werden. Jährlich stehen in Baden-Württemberg etwa zehn Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle zur Verfügung. Davon werden Betonbruch zu fast 100 Prozent, gemischte Bauabfälle zu 70 Prozent recycelt.

Laut der Studie werden RC-Baustoffe insgesamt nur zu 26 Prozent in Behandlungsanlagen aufgearbeitet, Bauschutt und Straßenaufbruch hingegen zu 87 Prozent. Der Anteil stieg im Jahr 2012 um elf Prozentpunkte gegenüber 2008 an. Die Auswertung aller verfügbaren Analysenergebnisse von RC-Baustoffen zeigt allerdings, dass nach der aktuellen Regelung mehr als die Hälfte aller Proben der höchsten Zuordnungsklasse entsprechen und damit günstige Voraussetzungen für die Verwendung als RC-Baustoff aufweisen.

Geringe Vorteile

Die behandelten mineralischen Ersatzbaustoffe werden inklusive der Erzeugnisse aus Asphaltmischanlagen zu 71 Prozent im Straßen- und Wegebau und 20 Prozent im sonstigen Erdbau verwendet. Nach Aussagen von befragten Recyclingunternehmen ist davon auszugehen, dass 80 Prozent der eingesetzten MEB in Frostschutz- und Schottertragschichten des Straßenbaus zum Einsatz kommen. Was die Folgen der anstehenden Ersatzbaustoffverordnung anlangt, soll sich die Verwertungssituation für MEB nach Einführung der Verordnung – nach der Fassung des Entwurfs vom 31. Oktober 2012 – gegenüber der aktuellen Situation nicht verschlechtern, sondern sogar leicht verbessern. Zum einen steigt die Anzahl an Proben, die in die Klassifizierung als RC-Baustoff gelangen, um sieben Prozent an. Damit würden durch die EBV nur neun Prozent der Proben nicht für eine Verwendung als RC-Baustoff in Frage kommen. Zum anderen verschieben sich die Probenanteile pro Materialklasse dahingehend, dass geringfügig mehr Proben in die höchste Materialklasse RC-1 fallen und damit eine gute Vermarktungsmöglichkeit als RC-Baustoff erhalten. Die Autoren der Studie kommen zum Ergebnis, dass auf der Basis der vorliegenden Daten keine wesentliche Beeinflussung der Verwertungssituation für Ersatzbaustoffe in Baden-Württemberg erkennbar ist.

Die komplette Studie „Recyclingbaustoffe in Baden-Württemberg. Aktueller Stand und mögliche Auswirkungen der geplanten Ersatzbaustoffverordnung“ wird herausgegeben von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) und kann unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de heruntergeladen werden.

Foto: O. Kürth

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