Abkühlung am Markt für Alttextilien

Krisen beeinflussen Nachfrage. Die Lager der Sortierer füllen sich bis an ihre Grenzen.

Der Markt für Alttextilien kühlt sich merklich ab, so die Einschätzung von Thomas Böschen (Texaid Deutschland) in seinem aktuellen Marktbericht. Demnach ist ein deutlicher Rückgang der Nachfrage zu verzeichnen, der insbesondere durch die weltpolitische Lage hervorgerufen wird. Die Spannungen in der Ukraine, die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, aber auch die Ebolakrise in Afrika wirken sich auf den Warenverkehr und den Absatz aus. Durch diese Entwicklungen füllen sich die Lager der Sortierer bis an ihre Grenzen. Schon im ersten Halbjahr war das Preisniveau für deutsche Sammelware laut Böschen um zehn Prozent gefallen. Für das laufende zweite Halbjahr rechnet er mit einem weiteren Rückgang in dieser Größenordnung. Die Sortierer unter den bvse-Mitgliedsunternehmen haben sich bereits auf den Nachfragerückgang eingestellt und ihre Kapazitäten angepasst.

In seinem Bericht macht Böschen deutlich, „dass sich die Situation nach dem Inkrafttreten des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes unverhältnismäßig aufgeheizt hat – auch weil viele Städte und Gemeinden die Goldgräberstimmung gepackt hat und sie seitdem auf den Alttextilmarkt drängen“. Die sinkende Nachfrage habe nun Folgen. Thomas Böschen: „Auf Kommunen, die ohne Erfahrung im Alttextilbereich eine Sammlung ins Leben gerufen und mit dem hohen Preisniveau der letzten 24 Monate kalkuliert haben, kommen schwere Zeiten zu.“ Auch bei Ausschreibungen seien die Höchststände der vergangenen Monate nicht mehr zu realisieren.

Foto: TEXAID

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