Neue Gesellschaft gegründet: Gemeinschaft für textile Zukunft

Die nachhaltige Nutzung von Textilien und die damit verbundene hochwertige Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien – das sind die Ziele, welche die Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ) verfolgt. Die Gründung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts wurde in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin bekannt gegeben.

Gründungsgesellschafter der GftZ mit Sitz in Berlin sind die M.W. Boer Beheer BV (Dordrecht/Bremen), die Jean Bilsheim GmbH (Bayreuth), die Gras & Sigloch GmbH & Co. KG (Schwäbisch Hall) sowie die SOEX Textil-Vermarktungsgesellschaft mbH (Bad Oldesloe), deren tägliches Geschäft die Erfassung, Sortierung, Verwertung und Vermarktung von Alttextilien ist.


Im Dialog mit Politik und Wirtschaft

Jährlich werden circa 750.000 Tonnen Alttextilien erfasst und einer Verwertung zugeführt. Aufgrund der hohen Preise, die diese Sammelware in der jüngeren Vergangenheit erzielte, sind Alttextilien ein begehrtes Gut geworden. Trotzdem – oder gerade deswegen – sinken die Erfassungs- und Alttextilmengen in der inländischen Verwertungspraxis: Einerseits verlieren Fachbetriebe durch illegale Sammlungen große Mengen, andererseits fehlt öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern oftmals die fachliche Grundlage, um in Ausschreibungsverfahren qualitative Anforderungen an die Verwertung von Alttextilien aufzunehmen. Letzteres ermöglicht Anbietern mit „grenzwertigen“ Erfassungs- und Verwertungspraktiken den Markteintritt.

Mit Blick auf die Zukunft stellt sich für die Interessengemeinschaft die Frage, wie bei der aktuellen, deutlich veränderten Situation in Deutschland eine hochwertige und wertschöpfende Erfassung und Verwertung von Alttextilien gewährleistet werden kann. Da es derzeit keine speziellen Anforderungen gibt, ist für die GftZ die Entwicklung und Implementierung eines einheitlichen Standards zur Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien ein zentrales Element. Dieser Standard soll als Leitfaden für Marktteilnehmer dienen, um Ausschreibungsverfahren einheitlich, präzise und rechtssicher zu gestalten. Durch die Gewährleistung der Transparenz der Mengenströme soll letztlich auch der Vollzug erleichtert werden.

Hauptaufgabe der Interessengemeinschaft ist es, diese Ansätze inhaltlich weiterzuentwickeln. Die GftZ ist offen für den Dialog mit interessierten Akteuren zu sämtlichen Fragen der textilen Zukunft. Außerdem wird sie ihre Tätigkeiten und Inhalte gegenüber der Politik und Institutionen vertreten und durch Öffentlichkeitsarbeit präsentieren. Fachlich und strategisch  begleitet wird die GftZ von der cyclos GmbH.

www.textile-zukunft.de

(EUR1214S5)