Kanalballenpresse Prima60 von Aventek

Die Maschine des Herstellers benötigt bei einer Presskraft von 60 Tonnen lediglich eine Antriebsleistung von 15 Kilowatt. Sie lässt sich somit wesentlich flexibler einsetzen.

Bei der Anschaffung von Maschinen müssen gerade mittelständische Unternehmen, die in keinem völlig erschlossenen Gewerbegebiet ansässig sind oder deren Betriebe in alten Industriegebieten liegen, häufig auf die niedrige Leistung der zur Verfügung stehenden Stromanschlüsse Rücksicht nehmen. Die BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH etwa, die als Recyclingfirma unter anderem PPK 1.04 in losem und vorverpresstem Materialzustand verarbeitet, kann aufgrund ihres Standortes keine herkömmliche Presse, die mindestens 37 Kilowatt benötigt, einsetzen. Seit Juli hat das Unternehmen deshalb die neue Kanalballenpresse Prima60 der Aventek technologies GmbH in Osnabrück mit einer Presskraft von 60 Tonnen in Betrieb. Papier, Pappe und Kartonagen können in losem Zustand auf ein Zwanzigstel ihres Volumens zu vermarktungsfähigen Ballen verdichtet und gepresst werden. Und das bei einer Antriebsleistung von lediglich 15 Kilowatt. Die Maschine in mobiler Ausführung ist auch in kürzerer Bauform lieferbar. Sie kann ohne großen Aufwand mit Standardmodulen angepasst werden. Der Stempel ist auf Gleitschienen gelagert, was den Angaben zufolge die Pflegeintensität senkt. Mittels Hakenfahrzeugen lässt sich die Presse – ganz ohne Kran – an mehreren Stellen einsetzen. Zudem ist die Handhabung quasi selbsterklärend. Aventek betreut jedoch im Rahmen des normalen Services den Aufbau direkt beim Kunden vor Ort, richtet die Maschine ein und führt zur Kontrolle auch die ersten Pressversuche durch. Dabei werden alle Mitarbeiter eingewiesen. Der gesamte Prozess vom Aufbau bis zur endgültigen Inbetriebnahme beansprucht in der Regel nur einen Tag.


Maßverdichtet und in Form gehalten

Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH

Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH

Für Ballen nach DIN-Maß wird das Ausgangsmaterial in den 1,10 x 1,20 Meter, auf Kundenwunsch auch bis zu 1,45 Meter großen Schacht der Prima60 gefüllt. Dieses fällt an einem Sensor vorbei, der der Maschine automatisch das Signal zum Anlaufen meldet. Der Presskolben verdichtet das Material daraufhin so lange, bis die DIN-Maße für die Ballen erreicht sind. Der Kanal der Presse läuft nach vorne zum Ballenausgang zu, um die Verdichtungseinheit unter einen Pressdruck von 250 bar zu setzen. Die so entstandenen Ballen werden mit einem aus vier Drahtlitzen bestehenden Abbindedraht, der unter der Maschine in Rohren geführt wird, umwickelt und dadurch in Form gehalten.


Schwieriges Material? Auf Handbetrieb umschalten

Sollte der Draht reißen, kann er unkompliziert von außen verbunden beziehungsweise wieder neu eingefädelt werden. „Herkömmliche Pressen mussten in einem solchen Fall bisher immer vom Strom abgetrennt werden, damit ein Mitarbeiter den Pressraum betreten und den Draht von innen wieder zusammenbinden konnte“, erläutert Klaus Sachse, der bei Aventek für den Vertrieb der Ballenpressen in Berlin und Brandenburg zuständig ist. Falls das Pressschild durch sich verkeilendes Material klemmen sollte, sorgt ein sogenannter Freistampfer, der wie ein Schafott nach unten drückt, dafür, dass sich die Blockade löst. Die am Presskolben angebrachten Schneidmesser trennen alles ab, was über den Presskanal hinausragt. Sie sind einfach austauschbar.

Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH

Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH

Gesteuert wird die Kanalballenpresse über eine Siemens S7 und eine OP77. Optional kann der   Anwender auch auf manuelle Schaltung umstellen. „Das bietet sich vor allem bei kompliziertem Pressmaterial wie beispielsweise Gartenschläuchen, PVC-Rohren oder ABS-Material an“, erklärt Sachse. „Per Handbetrieb lassen sich oft genauere Einstellungen vornehmen. Dabei entspricht die Sicherheit natürlich den arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen.“ Bei der Beschickung via Umschlagbagger, Förderband oder Gabelstapler lassen sich zwischen vier und sechs Tonnen pro Stunde verpressen. Neben PPK 1.04 eignet sich die Prima60 zur Verarbeitung von Folien (98/2 und bunt) sowie PET-Flaschen, Kunststoffkanistern, Umreifungsbändern oder leichten Holz- und Gemüsekisten.

Der Antriebsblock, der aus Hydrauliktank, Pumpe und Motor besteht und standardmäßig auf der Presse platziert ist, kann abgenommen und neben das Aggregat gestellt werden. Die Maschine ist geräuscharm und lässt sich mühelos von unten säubern. Die massive und verwindungssteife Rohrrahmenkonstruktion sorgt für einen sicheren Stand. Sollten die standardmäßigen 15 Kilowatt für den Anwender auf die Dauer doch zu gering sein, lässt sich die 10,5 Tonnen schwere Kanalballenpresse auf eine Motorleistung von 22 bis 45 Kilowatt aufstocken, was eine höhere Durchsatzleistung ermöglicht. Mit der Mobilfunktion können maximal bis zu 14 Tonnen PPK pro Stunde verpresst werden.

www.aventek.de

Foto: Aventek technologies GmbH

(EUR1214S32)