WEEE: „Die Branche braucht klare Regeln“

Ob die Vereinten Nationen, die OECD oder die Europäische Union: Jeder schreibt bezüglich der grenzüberschreitenden Verbringung von E-Schrott etwas anderes vor. Und stiftet nach Meinung von Ross Bartley nur Verwirrung.  

In seinem Vortrag auf der Fachspartensitzung E-Schrott während der BIR-Herbsttagung in Paris forderte der Vorsitzende des Umweltausschusses im Bureau of International Recycling klare, einheitliche und verbindliche Regeln im internationalen WEEE-Handel. Die unterschiedlichen, stark voneinander abweichenden Richtlinien und Vorschriften der Vereinten Nationen, der OECD-Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Union zur grenzüberschreitenden Verbringung von E-Schrott müssten angeglichen werden. In ihrer jetzigen Form bedingten sie in der Branche Rechtsunsicherheit und stifteten Verwirrung.

Das zeigt sich für Ross Bartley an den Regelungen für Gefahrguttransporte, die von Land zu Land variierten. Auch würden diesbezügliche Begrifflichkeiten anders ausgelegt. Was zeichnet einen Gefahrstoff aus? Hier gingen die Auffassungen und Definitionen zwischen UN, OECD und EU weit auseinander. Eindeutige Bestimmungen und zudem effektive Kontrollmechanismen für sämtliche WEEE-Materialströme, wie sie noch in einer ganzen Reihe von Staaten fehlten, seien daher dringend nötig. Die Welt müsse im Interesse des Umwelt- und Ressourcenschutzes an einem Strang ziehen, dass mehr End-of-Life Elektro- und Elektronikaltgeräte einem ordentlichen Recyclingprozess zugeführt werden und die gewonnenen Rohstoffe den nationalen Industrien zur Verfügung stehen. Und dafür brauche es auch einheitliche Behandlungsstandards. Den illegalen WEEE-Verschiebungen in Entwicklungs- und Schwellenländer müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden.

Foto: Marc Szombathy

(EUR1214S14)