Eine unterstützende Politik ist gefragt

Die Schrott- und E-Schrottwirtschaft kämpft mit einem schwierigen Marktumfeld. Das bestätigte auch das bvse-Branchenforum im November in Duisburg. Und eine Wende zum Besseren ist weiterhin nicht in Sicht.

Während der Veranstaltung machte Klaus Müller vier Hauptprobleme aus, die auf den Branchenunternehmen lasteten. So bringen mit den Worten des bvse-Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling die permanenten Konflikte im Nahen Osten, in Vorderasien und nicht zuletzt in der Ukraine die internationalen Altmetall- und Schrottmärkte in Bedrängnis. Gleichzeitig kämpfe die Branche in Deutschland mit einer vorhandenen Überkapazität an Behandlungsanlagen, die zu Marktpreisen führe, die nur schwerlich als „auskömmlich“ bezeichnet werden könnten. In diesem ohnehin schwierigen Marktumfeld versuchten zusätzlich viele Kommunen, private Unternehmen auch mit Mitteln des Ordnungsrechts aus dem Markt zu drängen, um selber wirtschaftlich tätig werden zu können. Von den Banken schließlich sei derzeit keine sonderliche finanzielle Unterstützung zu erfahren.

Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., griff die vier genannten Probleme auf und stellte in seinem Vortrag fest, dass der wirtschaftliche Druck auf die Erstbehandlungsanlagen noch einmal zugenommen habe und zudem deutlich spürbarer sei als im Krisen-Geschäftsjahr 2009. In dieser Situation, so Rehbock, sei eigentlich eine unterstützende Wirtschaftspolitik gefragt, doch das Gegenteil sei der Fall. Das Fazit des bvse-Geschäftsführers: „Die Parteien wenden sich von der sozialen Marktwirtschaft ab und setzen lieber auf eine staatlich gelenkte Kommunalwirtschaft.“ Hinsichtlich des Gesetzgebungsverfahrens beim Elektrogesetz plädierte Rehbock dafür, die zentrale Rolle der Erstbehandlungsanlagen zu stärken. Zugleich gelte es, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, um die Sammelmengen über bürgernahe Erfassungssysteme zu steigern und Schlupflöcher zur billigen Entsorgung zu schließen.

Foto: O. Kürth

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