Strabag Umwelttechnik eröffnet Gipsrecyclinganlage in Deißlingen

Aus Gipskarton aus Baustoffabfällen wird hochwertiges Gipspulver: Die Jahreskapazität liegt bei 50.000 Tonnen.

Gipshaltige Baustoffe sind unter anderem beim Innenausbau von Gebäuden sehr beliebt. Sie sind leicht zu verarbeiten, sorgen für ein angenehmes Raumklima und weisen sehr gute Brandschutzeigenschaften auf. Zum Problem werden sie erst, wenn sie nach Abbrüchen, Neu- oder Umbauten als Bauschutt entsorgt werden müssen. Da der wasserlösliche Gips bei fehlender Abdichtung einer Deponie ins Grundwasser gelangen und dieses belasten kann, darf längst nicht jede Deponie gipshaltige Baustoffabfälle annehmen. In der Folge werden die Abfälle oft über weite Strecken zu geeigneten Deponien transportiert. Abgesehen von den negativen wirtschaftlichen Aspekten dieses Vorgehens, kann sich ein zu hoher Gipsanteil auch bei der Verwertung in Recyclingbaustoffen als nachteilig erweisen. Er zieht Wasser an, was dazu führt, dass sich das im Gips enthaltene Calziumsulfat ausdehnt. Wird Recyclingmaterial mit einem zu hohen Gipsanteil im Tiefbau eingesetzt, kann sich (aufgrund des quellenden Sulfats) der Unterbau von Straßen, Wegen und Verkehrsflächen aufblähen, und die Asphaltbeläge können aufplatzen. Eine sachgerechte Aufbereitung von Gipsabfällen ist daher dringend erforderlich.

Sortenrein mit Produktstatus

Vor diesem Hintergrund hat die Strabag Umwelttechnik GmbH mit ihrer neu eröffneten  Gipsrecyclinganlage in Deißlingen ein für Baden-Württemberg bislang einmaliges  Pilotprojekt auf den Weg gebracht. Im Rahmen der mechanischen Aufbereitung und Behandlung können dort bis zu 50.000 Tonnen Gips- und Gipskartonabfälle pro Jahr, den Anforderungen der Bauindustrie und dem Umweltschutzgedanken entsprechend, einem „echten“ Recycling zugeführt werden. Während der Aufbereitung werden die Papieranteile und weitere Anhaftungen vom Gips getrennt. Dabei entsteht ein sortenreines Gipspulver mit qualitativ hochwertigen Eigenschaften. Das Pulver hat den Status eines Produkts und kann zum Beispiel bei der Herstellung neuer Gipskartonplatten verwendet werden, die dann bei Bauprojekten wieder zum Einsatz kommen.

www.strabag.com

Foto: Strabag SE

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