Finanzieren in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Obwohl die Finanzierung aus eigener Kraft die günstigste Methode ist, kommen Firmen oft nicht umhin, Kredite aufzunehmen. Beim 13. Elektro(nik)-Altgerätetag in Duisburg erläuterte Michael Gerbracht, Direktor und Niederlassungsleiter der National-Bank AG in Duisburg, welche Wege kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) offenstehen. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Das Kreditinstitut wurde 1921 gegründet und bietet unter anderem die Betriebsmittel-, Investitions- und Bauträgerfinanzierung an. Neben den klassischen Bankkrediten können Unternehmen auch öffentliche Finanzierungshilfen in Anspruch nehmen, da sie aufgrund der Zinssubventionierung, Tilgungsfreijahre und Kreditlaufzeiten sowie Haftungsfreistellungen oder Bürgschaften Vorteile erlangen.

Ausfallbürgschaften bis zu 80 Prozent des Kreditbetrages (maximal 1,25 Millionen Euro) bei einer Förderdauer von bis zu 15 Jahren können sowohl Unternehmen als auch Angehörige freier Berufe bei ihrer Hausbank beantragen. Die Konditionen sind auf die Zielgruppe der KMU zugeschnitten, denn das Bearbeitungsentgelt beträgt zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des verbürgten Kreditbetrages und die Bürgschaftsprovision in der Regel 1,0 Prozent pro Jahr. Angeboten werden die Ausfallbürgschaften in Nordrhein-Westfalen von der Bürgschaftsbank NRW und dem Bundesland NRW. Daneben gibt es die Möglichkeit, für mittel- und langfristige Vorhaben in Nordrhein-Westfalen beispielsweise bei der NRW.Bank zinsgünstige, durch das Kreditinstitut zusätzlich verbilligte Darlehen zu erhalten, optional mit einer Haftungsfreistellung in Höhe von 50 Prozent. Diese Finanzierungsart ist vergleichbar mit dem KfW-Unternehmerkredit.

Weitere Wege zur Finanzierung sind Fonds (Mikromezzaninfonds, NRW.Bank Mittelstandsfonds, Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW) sowie regionale Wirtschaftsförderprogramme, die beispielsweise Vorhaben fördern, mit denen Dauerarbeitsplätze geschaffen oder Innovationen auf den Markt gebracht werden. Als Beispiele für Off-Balance-Finanzierungen nannte der Finanzexperte das Leasing von Immobilien und Mobilien, Sale & Lease back sowie das Factoring für die schnelle Liquidierung von Außenständen. Zusätzlich erhielten die Anwesenden von Michael Gerbracht Tips im Umgang mit Krediten. Unter anderem gab er den Rat, Risiken im Zinsbereich zu begrenzen, indem bei Investitionsfinanzierungen die Zinsen festgeschrieben oder gesichert werden. Darüber hinaus unterstrich er die Notwendigkeit von aussagekräftigen Informationen.

Unternehmen müssen sich mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Markt- und Wettbewerbsanalyse;
  • Darstellung von Einflussfaktoren und Abhängigkeiten mit Herausarbeiten der Risiken;
  • Kunden- und Lieferantenstrukturen sowie langfristige Verträge;
  • Umsatz- und Ergebnisplanung (je langfristiger und höher die Investition, desto weitreichender sollte der Blick nach vorne sein);
  • Liquiditätsplanung zur Ermittlung des Betriebsmittelkreditbedarfes:
  • Investitionsplan (Zinsen, Tilgungen, AfA);
  • Finanzierungsplanung/Bankenstatus etc.;
  • Nachfolge.

Brigitte Weber

(EUR0115S19)