Schlackenaufbereitung im Hochspannungs-Fragmentationsverfahren

Die Selfrag AG, spezialisiert auf Hochspannungsfragmentierung mit Sitz in Kerzers in der Schweiz, hat ein neues und wie es heißt bahnbrechendes Recyclingverfahren für Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen (Müllverbrennungsanlagen) entwickelt.

Die weltweit erste Anlage dieser Art wird in der Kehrichtverbrennungsanlage in Posieux im Kanton Freiburg installiert und soll Anfang 2016 in Betrieb gehen. Schlacke zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Eisen- und Nichteisenmetallen aus. Der Wertstoffanteil kann bis zu 50 und gar 100 Prozent höher sein als in primären Lagerstätten. Aufgrund der Verklumpung der verschiedenen Reststoffe durch die hohen Temperaturen bei der Müllverbrennung war jedoch eine Rückgewinnung der Metalle bisher nur wenig wirtschaftlich realisierbar.

Das Unternehmen nutzt ein Hochspannungs-Fragmentationsverfahren, um die Schlacke in ihre Wertstoffe aufzuteilen. Mittels Hochleistungspulsgeneratoren werden elektrische Entladungen generiert, die mit Blitzen vergleichbar sind. Wie Selfrag weiter informiert, ziehen diese künstlichen Blitze kraftvolle Schockwellen nach sich, die zur wirksamen Trennung und Reinigung der Bestandteile von Schlacke führen. Die selektive Natur der Fragmentierung ermöglicht eine bedeutende Verbesserung von Menge und Qualität des wiedergewonnenen Materials.

Eine zusätzliche Einkommensquelle

1) Fe-Metall nach Bearbeitung und Sortierung, 2) Inert nach Bearbeitung und Sortierung, 3) KVA-Schlacke vor Bearbeitung, 4) NE-Metall nach Bearbeitung und Sortierung

1) Fe-Metall nach Bearbeitung und Sortierung, 2) Inert nach Bearbeitung und Sortierung, 3) KVA-Schlacke vor Bearbeitung, 4) NE-Metall nach Bearbeitung und Sortierung

Die Firma Saidef  als Betreiberin der Verbrennungsanlage in Posieux kann den Angaben zufolge mit der neuen Anlage die Wiedergewinnung von Eisen- und Nichteisenmetallen aus Schlacke um mehr als 100 Prozent erhöhen – und damit seinen Deponiebedarf um bis zu 30 Prozent senken.

Albert Bachmann, CEO von Saidef, sagte im Rahmen einer Fachtagung: „Wir können die Wiedergewinnung insbesondere von Nichteisenmetallen mehr als verdoppeln. Die wiedergewonnenen Metalle sind reiner und erzielen beim Abverkauf höchste Preise. Zusätzlich werden fünf bis zehn Prozent des Gesamtvolumens gemäß der strengen Auflagen der Schweiz vollständig gereinigt und können gegebenenfalls als Aggregate für den Straßenbau verwendet werden, was uns eine zusätzliche Einkommensquelle eröffnet. Die Metallgewinnung und Dekontaminierung des übrigen Materials führt zu einer 20 bis 30prozentigen Abfallreduzierung – mit resultierenden Kosteneinsparungen von 50 Schweizer Franken pro Tonne. Ebenso wird ein signifikanter Beitrag zur Reduktion der fossilen CO2-Emissionen aus der Abfallverbrennung geleistet, wie es das Gesetz bis 2020 zwingend fordert.“ Die Anlage in Posieux mit einer Kapazität von drei Tonnen pro Stunde wird in Partnerschaft mit dem Unternehmen Frei Fördertechnik realisiert.

www.selfrag.com

Fotos: Selfrag AG

(EUR0115S18)