Österreichische Papierindustrie fordert: Holz verstärkt kaskadisch nutzen

Die österreichische E-Control legt jährlich einen Bericht vor, der die Entwicklung in diesem Bereich untersucht und kommentiert. Durch den Bericht für 2014 fühlt sich die Papierindustrie in wichtigen Punkten bestätigt.

 

Das zwischen 2004 und 2014 von der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom ausgezahlte Unterstützungsvolumen für alle Arten des Ökostroms stieg in diesen elf Jahren von 184 auf 658 Millionen Euro auf das 3,6-fache. Gleichzeitig explodierte die Förderung der festen Biomasse (Holz). Vorläufige Zahlen für 2014 zeigen, dass eine Subvention von 215 Millionen Euro ausgezahlt wurde, das 8,3-fache der Anfangsförderung. Die Unterstützung bewirkte im Bereich der festen Biomasse eine Ökostromerzeugung von prognostizierten 2.000 Gigawattstunden.

Investitionsförderungen statt Tarifförderungen

Auch in Zukunft, prognostiziert der Bericht der E-Control, wird der Ausbau im Bereich fester Biomasse von Förderungen abhängig sein. Mit einer Marktreife in dem Sinne, dass sich die Technologie ohne jegliche Unterstützung am Markt behauptet, ist auch hier nicht zu rechnen. Stattdessen soll vor allem eine verstärkte kaskadische Nutzung der eingesetzten Biomasse für neue Anlagen angestrebt werden.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die Österreichische Papierindustrie seit langem, die Energiewende durch Investitionsförderungen und nicht durch Tarifförderungen in sehr langen Zeiträumen voranzubringen. Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) vom November stellt das System der aktuellen Tarifförderung ebenfalls in Frage und drängt darauf, deutlich mehr auf Effizienz in der Stromerzeugung aus fester Biomasse zu achten.

Staatliche Anreizsysteme durchdenken

Die langfristig sichere und wettbewerbsfähige Versorgung mit Holz ist der Papierindustrie ein wichtiges Anliegen. Sie ist dabei ein Teil der stufenweisen Nutzung von Holz, in der sogenannten Kaskade. Erst wenn Holz und seine Fasern stofflich nicht mehr zu nutzen sind, soll der Energiegehalt durch Verbrennen thermisch genutzt werden. Eine Studie des Pöyry-Instituts hat dabei ergeben, dass die kaskadische Nutzung von Holz im Vergleich zur direkten Verbrennung eine rund fünffache Wertschöpfung und zehnfach mehr Arbeitsplätze möglich macht. Austropapier-Geschäftsführerin Gabriele Herzog fordert die Politik deshalb auf, staatliche Anreizsysteme gut zu durchdenken, wenn sie die hohe Wertschöpfung der Industrie massiv konterkarieren.

In einem Interview betonte Dr. Max Oberhuber, Geschäftsführer von Sappi Austria und Energiesprecher der Österreichischen Papierindustrie: „Die Politik vergeudet das Geld der Stromrechnungsbezahler, Haushalte und Betriebe, um ein Desaster namens Ökostromgesetz zu finanzieren. Wir sagen: Stecken wir das viele Geld besser in Maßnahmen, die den Verbrauch senken – überall im Verkehr, bei Gebäuden und in der Produktion. Und finanzieren wir Forschung.“

(EUR0215S10)