Algerien plant deutliche Erhöhung der Stahlproduktion

Das nordafrikanische Land ist in hohem Maß auf Importe angewiesen. Die nationale Produktion kann zurzeit nur zehn Prozent des nationalen Bedarfs decken.

Lokalen Medienberichten zufolge will Algerien seine Stahlproduktion deutlich erhöhen. So sollen im Rahmen eines algerisch-katarischen Joint-Ventures ein Stahlwerk in Bellara (Provinz Jijel) im Nordosten Algeriens gebaut und die Kapazitäten in den beiden bestehenden Werken des Landes verdoppelt werden. Das neue Werk in Bellara soll ab 2017 zwei Millionen Jahrestonnen Stahl produzieren und dann die Kapazität schrittweise auf fünf Millionen Tonnen steigern. Das Vorhaben ist, wie es weiter heißt, schon seit längerer Zeit geplant: Bereits im November 2012 hatte Algerien mit Katar ein Joint-Venture für die Errichtung des Stahlwerkes gegründet. Gemäß der Mehrheitsregelung halten die beiden algerischen Unternehmen Sider (Entreprise Nationale de Sidérurgie) und der nationale Investitionsfonds NIF zusammen einen Anteil von 51 Prozent und der Konzern Qatar Steel International 49 Prozent.

Im November 2014 hat auch die türkische Holding Tosyali Investitionen in den algerischen Stahlsektor angekündigt: 100 Millionen US-Dollar werden in die Erweiterung des schon bestehenden Werkes in Bethioua (Gouvernorat Oran) fließen. Derzeit produziert Tosyali 1,7 Millionen Tonnen. Vier Millionen Jahrestonnen sind nach dem Abkommen mit der algerischen Investitionsbehörde ANDI (Agence Nationale de Développement de l‘Investissement) jetzt das Ziel. Die algerische Regierung will des Weiteren in „El Hadjar“ investieren. Nahe der Küstenstadt Annaba rund 100 Kilometer östlich der tunesischen Grenze gelegen, war das Werk bis Juni 2013 der einzige Stahlkomplex in Algerien. Seit September 2013 ist er wieder in staatlicher Hand. Den Hauptanteil des Komplexes (51 Prozent) hat der algerische Staat von Sider übernommen. Die restlichen 49 Prozent der Anteile verbleiben bei Arcelor Mittal.

Das Werk in El Hadjar hat ein schweres Jahr 2014 hinter sich: Die Produktion von ehemals 1,1 Million Tonnen ist seit Juni 2014 auf nur noch 300.000 Tonnen heruntergefahren. In den 1970er Jahren waren sogar zeitweise zwei Millionen Tonnen erreicht worden. Die algerische Regierung will nun 720 Millionen US-Dollar für die Modernisierung des völlig veralteten Werks zur Verfügung stellen. Bis 2017 soll dadurch die Produktion wieder auf 2,2 Millionen Tonnen hochgefahren werden. Gemeinsam mit dem neuen Werk in Bellara und der Kapazitätssteigerung in Bethioua könnte Algerien ab 2017 über acht Millionen Stahl im Jahr herstellen, um den nationalen Bedarf zu decken.

Quelle: Germany Trade & Invest

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