Öko-Institut untersucht Substitution kritischer Rohstoffe

Insgesamt 20 Stoffe sind nach EU-Definition zu den kritischen Rohstoffen zu zählen. Darunter auch Seltene Erden. Doch wie lassen sich kritische Rohstoffe ersetzen? Welche „Second-Best-Lösungen“ gibt es?

Diesen Fragen geht das Öko-Institut gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) nach. Im Auftrag des Umweltbundesamtes identifizieren die Wissenschaftler für das Projekt „Substitution kritischer Rohstoffe für Umwelttechnologien“ zunächst die relevantesten Umwelttechnologien und mögliche Substitutionen von kritischen Einsatzstoffen. Im Anschluss untersuchen sie, welche Auswirkungen der Einsatz von alternativen Optionen haben kann – mit Blick auf Effizienzverluste, Mehraufwendungen sowie ökologische Entlastungen, aber auch Belastungen. Denn die Substitution kann negative Konsequenzen haben: Für Windkraftanlagen ohne Seltene Erden etwa braucht es sehr viel größere Mengen an Kupfer. Da dieses häufig unter schlechten umwelttechnischen Rahmenbedingungen produziert wird, führt die alternative Option hier auch zu negative Auswirkungen.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, eine Substitutions-Roadmap für kritische Rohstoffe in Umwelttechnologien zu entwickeln. Diese soll die Möglichkeiten darstellen, wie der Ausbau und die Effektivität dieser Technologien mit den verfügbaren Alternativen gesichert werden können. In diesem Zusammenhang berücksichtigen die Experten auch die weiteren Aspekte einer nachhaltigen Ressourcenstrategie sowie die Wechselwirkungen von nachhaltiger Primärproduktion, Materialeffizienz sowie Recycling mit der Substitution kritischer Rohstoffe. Ende 2015 werden voraussichtlich erste Ergebnisse vorliegen. Sie sollen dazu beitragen, die Anforderungen der nationalen Rohstoffstrategie sowie des deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess) umzusetzen beziehungsweise weiterzuentwickeln.

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(EUR0215S29)