Was das Szenario „Metallverknappung“ unterstellt

„Talk im Technikum“ heißt eine neue Veranstaltungsreihe des bifa Umweltinstituts in Augsburg, die am 4. März 2015 Premiere hatte. Der Titel der ersten Ausgabe: Metall-Rohstoffe – viel Wind um nichts? Experten erörterten hier die drohende Verknappung von Metallrohstoffen. Wie real ist diese Gefahr tatsächlich – geht es bei allen „Angstszenarien“ nicht eher um Märkte und Preise?

Hoher Besuch stand ins Haus. Draußen vor dem Eingang Polizisten in Uniform, drinnen im Technikum Personenschützer im schwarzen Anzug und mit Knopf im Ohr. Doch Konsul Bailiang Tao musste seine Teilnahme an der Tagung kurzfristig absagen. Ein Impulsreferat zur Rohstoffpolitik der Volksrepublik China hätte der chinesische Diplomat halten sollen, aber er wurde dringend nach Peking beordert. „Wir hoffen, es bedeutet für ihn nur Gutes“, wünschte Rudolf Erhard vom Bayerischen Rundfunk, der die Veranstaltung moderierte, eine angenehme Reise. Auch William E. Moeller konnte nur bis zur Kaffeepause bleiben. Nach Washington musste der US-Generalkonsul in München allerdings nicht.

Prof. Wolfgang Rommel führte in das Thema „Metall-Rohstoffe – viel Wind um nicht?“ ein und hinterfragte hier die Berichterstattung in den Medien zu Metallen und ihrer angeblichen Verknappung. „Vor vier, fünf Jahren sind da zum Teil regelrecht Menetekel an die Wand gemalt worden“, konnte sich der Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts in Augsburg erinnern. „Das Thema hat Einzug in die politische Diskussion gehalten. Die drohende Verknappung von Metallrohstoffen wurde in den Medien rauf und runter thematisiert.“ Und dann sei auf einmal Schluss damit gewesen, worüber sich Rommel wunderte: „Googelt man die Stichwörter Metallverknappung oder Verknappung von Metallrohstoffen etc., dann stammen die ersten beiden, höchst gerankten Treffer aus dem Jahr 2010, und die anderen Treffer haben kaum mehr was mit dem Thema zu tun. Seltsam, spielt die Verknappung von Metallrohstoffen seit drei, vier Jahren keine Rolle mehr?“

Technologiemetalle werden nicht gezielt ausgebeutet

Hinterfragte die Berichterstattung in den Medien zu Metallen und ihrer angeblichen Verknappung: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts (Foto: Marc Szombathy)

Hinterfragte die Berichterstattung in den Medien zu Metallen und ihrer angeblichen Verknappung: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts (Foto: Marc Szombathy)

Anhand mehrerer Beispiele zeigte der Ingenieur auf, wie schnell sich die sozioökonomischen Rahmenbedingungen in aller Welt ändern können und damit Prognosen über den künftigen und tatsächlichen Bedarf an bestimmten Metallen und deren Verfügbarkeit sowie Preisentwicklung auf den Märkten erschweren und auch unberechenbar machen. So erwiesen sich die vor 40 Jahren getroffenen Annahmen, dass sich die Chromvorräte in unserer Zeit erschöpft haben, als nicht zutreffend. Technologiemetalle würden nicht gezielt ausgebeutet, denn sie seien ungleichmäßig auf dem gesamten Planeten verteilt: „Sie sind immer ein Nebenprodukt bei der Ausbeutung von Hauptmetallen. In der Industrie wird das ganze Periodensystem eingesetzt.“ Das Szenario „Metallverknappung“, wie es vermittelt wird, unterstelle, dass Metalle eines Tages völlig aufgebraucht sein könnten. Metalle seien aber Elemente, sie könnten nicht einfach physisch von der Erde verschwinden. Aus ihnen entstünden Produkte, und diese könnten am Ende ihres „Lebens“ recycelt werden.

„Produkte sind ein Metallrohstofflager, und wir müssen uns dieses Lager nur erschließen“, konstatierte Prof. Wolfgang Rommel. Aber das sei aufwändig und kostenintensiv, da Produkte und deren Materialkomponenten immer komplexer würden. Hohe Recyclingquoten seien derzeit nur für eine relativ kleine Anzahl an Elementen feststellbar – entsprechend der Nachfrage in den Abnehmerindus­trien. Bei Gewürzmetallen, wie sie für die Herstellung von elektronischen Produkten lediglich in äußerst geringer Menge benötigt werden, dabei aber unverzichtbar und schwer substituierbar sind, liege der Recyclinganteil unter einem Prozent.

China hat erheblichen Einfluss auf Weltmarktpreise

Für den verhinderten chinesischen Konsul Bailiang Tao sprang Dr. Siegfried Kreibe ein. Und der zweite Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts und Experte für Toxikologie und Umweltbiochemie legte vielleicht auch mehr harte Fakten zur Rohstoffpolitik der Volksrepublik China auf den Tisch: Kreibe informierte, dass das Bruttoinlandsprodukt Chinas mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern (20 Prozent der Weltbevölkerung) heute um 150 Prozent höher ist als noch vor zehn Jahren. Die Volksrepublik drücke gewaltig aufs Tempo, um zu den westlichen Industrienationen aufzuschließen. Zuletzt sei der Motor jedoch ins Stottern geraten, wachse die nationale Wirtschaft nicht mehr ganz so rasant.

 „China kann die Preise derart steuern, dass von anderen Ländern ausgehende Aktivitäten zur Gewinnung von Seltenen-Erd-Metallen ausgebremst werden“, resümierte Dr. Siegfried Kreibe (bifa Umweltinstitut) (Foto: Marc Szombathy)

„China kann die Preise derart steuern, dass von anderen Ländern ausgehende Aktivitäten zur Gewinnung von Seltenen-Erd-Metallen ausgebremst werden“, resümierte Dr. Siegfried Kreibe (bifa Umweltinstitut) (Foto: Marc Szombathy)

Dennoch sei der Bedarf an Rohstoffen ungebrochen hoch. Allein der Stahlverbrauch habe sich in den Jahren 2005 und 2011 fast verdoppelt. Etwa die Hälfte davon ginge in die Bauwirtschaft und in den Ausbau der Infrastruktur, der Rest in Produkte aller Art – vom Auto bis zum Kochtopf und in den Maschinenbau, der immensen Nachholbedarf habe. Von 2003 bis 2013 habe sich auch die Rohstahlproduktion in der Volksrepublik mehr als verdoppelt – sie erhöhte sich den Angaben zufolge von 23 auf 50 Prozent. Und China sei nach wie vor auf Stahlimporte angewiesen. Das Land habe einen erheblichen Einfluss auf die Weltmarktpreise und dominiere unter anderem den Markt für Antimon, Indium, Magnesium, Wolfram und nicht zuletzt Seltene Erden. „Und spielte diese Karte lange Zeit geschickt aus“

Worauf gründet sich diese Dominanz? China hat früher als die westlichen Industriestaaten und schon Anfang der 1970er Jahre erkannt, welche große Bedeutung Hightech-Metallen in industriellen Produktionen zukommen wird, und seitdem verstärkt in die Exploration von Lagerstätten im eigenen Land und weltweit sowie in spezielle Fördertechniken investiert – zulasten der Umwelt und des Klimas mit allen bekannten Folgeerscheinungen. Seltene Erden sind gar nicht so selten und die Vorkommen nicht auf China beschränkt. Die Volksrepublik hat hier aber ganz klar einen Standortvorteil und Technologievorsprung: Die bereits getätigten Investitionen haben sich längst amortisiert.

„China kann durch seine marktbeherrschende Stellung die Preise derart steuern, dass von anderen Ländern ausgehende Aktivitäten zur Gewinnung dieser Metalle ausgebremst werden“, resümierte Kreibe. „Und China spielte diese Karte lange Zeit sehr geschickt aus.“ Auf Druck der WTO hat sich die Volksrepublik jüngst bereiterklärt, die Exportzölle auf Seltene Erden aufzuheben. Wie Dr. Siegfried Kreibe abschließend erläuterte, gilt bei allem, was China tut, das Prinzip der Nichteinmischung von außen: „Es ist chinesische Philosophie, wirtschaftliche Interessen im Ausland nicht mit einer Beeinflussung politischer Strukturen im Inland zu verknüpfen. Jedes Land muss seinen eigenen Weg gehen, so das Credo.“

Ein impulsives (überzeichnetes?) Bild von den USA

US-Generalkonsul William E. Moeller warb mit Nachdruck für das Freihandelsabkommen TTIP (Foto: Marc Szombathy)

US-Generalkonsul William E. Moeller warb mit Nachdruck für das Freihandelsabkommen TTIP (Foto: Marc Szombathy)

Ist Fracking unbedenklich? US-Generalkonsul William E. Moeller zeichnete in seinem Impulsreferat ein überaus positives Bild von der amerikanischen Rohstoff-, Energie-, Umwelt- und Klimapolitik. Ein leises Raunen ging derweilen durchs Publikum, und wie Referent Friedel Hütz-Adams später in seinem Vortrag witzig anmerkte, zuckte während der halbstündigen Rede des Diplomaten öfters der Mundwinkel, lagen einige kritische Wortmeldungen auf der Zunge. Dass ein amerikanischer Investor nach dem Freihandelsabkommen TTIP, für das Moeller mit Nachdruck warb, keinesfalls in beispielsweise Bayern nach Schiefergas bohren dürfte, rief sichtlich Zweifel bei so manchen Teilnehmern der Tagung hervor. Wie Moeller bezogen auf die US-Wirtschaftspolitik betonte, glauben die USA fest an die Kräfte des freien, sich selbst steuernden Marktes nach dem Gebot der Fairness. Nur dadurch könnten Ressourcen sinnvoll verteilt werden. Regulative Eingriffe seitens des Staates seien hier nicht gewollt. Nur so viel Staat wie unbedingt und zwingend nötig, laute der Grundsatz. Die „Schiefergas-Revolution“ habe dem Land einen Boom beschert und zugleich in erneuerbare Energien investieren lassen. Zwischen 2007 und 2012 sei der Kohlendioxid-Ausstoß um zwölf Prozent zurückgegangen. Mehr als 40 Prozent aller weltweit produzierten Elektroautos würden in die USA verkauft.

Andere Erkenntnisse sind zulässig

Soweit im Wesentlichen die Statements des US-Generalkonsuls in München. Einer Frage aus dem Publikum zum Status quo beim Recycling in den USA wich William E. Moeller nach allen Regeln der diplomatischen Kunst aus. Er konnte oder wollte sie schlichtweg nicht beantworten. Aber, und das schien ihm wichtig zu wiederholen: Die bei der Schiefergasförderung eingesetzte Fracking-Technik sei besser und sicherer als ihr Ruf. „Auch die amerikanischen Bürger wollen kein kontaminiertes Wasser trinken.“ Andere Meinungen und Erkenntnisse zu diesem heiklen Thema sind zulässig – auch in den Vereinigten Staaten ist Fracking umstritten. Die Entwicklung der Rohstoffmärkte aus Sicht der deutschen Industrien behandelte der Vortrag von Dr. Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft. Der Ökonom war in der Woche vor dem „Talk im Technikum“ in Augsburg schon auf die Münsteraner Abfallwirtschaftstage eingeladen worden, um zum Thema „Versorgungsrisiken bei Metallen“ zu sprechen. Seine Erkenntnisse und Folgerungen lesen Sie in einem Extrabeitrag (im Anschluss an diesen Bericht) auf Seite 28.

Was die Statistiken oft nicht berücksichtigen

Die Tiefseeförderung ist ein großes Thema in der Branche. Sie wird vor Grönland und den Polen nicht Halt machen, glaubt Friedel Hütz-Adams vom Südwind Institut (Foto: Marc Szombathy)

Die Tiefseeförderung ist ein großes Thema in der Branche. Sie wird vor Grönland und den Polen nicht Halt machen, glaubt Friedel Hütz-Adams vom Südwind Institut (Foto: Marc Szombathy)

Friedel Hütz-Adams hatte darauf das Wort: Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene, einer Nicht-Regierungsorganisation mit Sitz in Bonn, stellte eingangs fest, dass schon lange vor dem Aufstieg Chinas zu einer Wirtschaftsmacht zunehmend mehr Rohstoffe benötigt wurden. Und dass die Statistiken zum Rohstoffverbrauch in Deutschland oftmals nicht berücksichtigten, dass immer mehr weiterverarbeitete Produkte importiert werden – samt ökologischem Rucksack. „Es ist wohl kein Smartphone hier im Raum, das noch in Europa produziert wurde“, vermutete Hütz-Adams richtig: „Der größte Teil der Geräte stammt aus China.“

Die meisten metallischen Rohstoffe, so der Experte für nachhaltige Beschaffung und Wertschöpfungsketten weiter, würden nicht verknappen: „Es ist nur so, dass die Konzentrationen einzelner Rohstoffe in den Vorkommen immer mehr nachlassen. Wenn eine Kupfermine, die vor 30, 40 Jahren erschlossen wurde, damals einen Kupferanteil von fünf Prozent im Erz hatte, ist es heute ein Prozent. Bei der Förderung muss viel mehr Material bewegt und mit einem viel höheren Energieaufwand aufbereitet werden. Schätzungsweise zehn Prozent der weltweit benötigten Energie fließt in die Aufbereitung von Metallen.“

Über souveräne Staaten hinweg

Zahlreiche Dokumentationen über den Bergbau in aller Welt hat Friedel Hütz-Adams schon begleitet. Sie belegen, welche katastrophalen Zustände bei der Förderung von Metallen vielerorts real herrschen: soziale Ausbeutung, kein Arbeits- und Gesundheitsschutz, Kinder- und Frauenarbeit, keine Entsorgungsstrukturen und Verwertungswege für Abfälle und Abraumhalden, Umwelt- und Gewässerverschmutzung – die Liste ließe sich fortführen. Bei der Exploration neuer Lagerstätten setzen sich die Betreibergesellschaften zudem nicht selten über die Rechtslage eines souveränen Staates hinweg. So ist es einem Konsortium unter südkoreanischer Führung gerichtlich untersagt worden, in einer entlegenen Region in Indien, die Ureinwohnern Lebensraum gibt, eine Bauxitmine zu erschließen. Das Konsortium hielt sich nicht an das Verbot und ließ die Bagger und Fördermaschinen trotzdem anfahren. Weitere  Fälle berichten davon, dass Menschen kurzum zwangsumgesiedelt und vertrieben wurden.

Prof. Hermann Wotruba von der RWTH Aachen kritisierte die Missstände im Bergbau als zu einseitig und plakativ dargestellt (Foto: Marc Szombathy)

Prof. Hermann Wotruba von der RWTH Aachen kritisierte die Missstände im Bergbau als zu einseitig und plakativ dargestellt (Foto: Marc Szombathy)

Prof. Hermann Wotruba von der RWTH Aachen kritisierte als „Bergmann“ die Missstände im Bergbau als zu einseitig und plakativ dargestellt. Dass es derartiges gibt, sei sicher nicht von der Hand zu weisen; die Branche dürfe aber nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Bergbau sei immer ein Eingriff in die Natur. Und tatsächlich habe sich auch in Afrika, wo viel Kleinbergbau betrieben wird, schon einiges zum Positiven verändert. Dass Menschen dort mit recht primitiven Werkzeugen in der Erde nach Metallen „buddeln“, sei an sich nichts Verwerfliches. Familien könnten sich darüber ein Auskommen, eine Existenz schaffen. Kinderarbeit dürfe nicht mit unseren Augen und moralischen Werten betrachtet werden; in diesem Kulturkreis sei es ganz normal, dass Kinder ab einem gewissen Alter mit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Rohstoffe als politisches Instrument eingesetzt  

Moderator Rudolf Erhard konfrontierte in der Podiumsdiskussion, als letztem Programmpunkt der Veranstaltung, die Referenten mit der Aussage: „Der politische Umgang mit Peaks bei den Rohstoffen schwankt zwischen augenblicklichem rohstoffpolitischem Aktionismus und ernsthaften ökologischen Reformbemühungen.“ Den Referenten bereitete die Antwort darauf, ob Metallrohstoffe wirklich verknappen könnten, das heißt physisch nicht mehr vorhanden und der Wirtschaft verfügbar wären, kein Problem. Die Lagerstätten auf dem Planeten seien nicht und schon gar nicht überall gleichermaßen erschöpft. Laut Dr. Hubertus Bardt gibt es noch genügend geologische Vorräte. Selbst wenn die Weltbevölkerung weiter zunimmt und damit der Verbrauch an Metallen steigt, müssten Engpässe und Versorgungsrisiken bei bestimmten metallischen Rohstoffen per se nicht sein.

 Laut Dr. Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft gibt es noch genügend geologische Metallvorräte (Foto: Marc Szombathy)

Laut Dr. Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft gibt es noch genügend geologische Metallvorräte (Foto: Marc Szombathy)

Es ginge vielmehr – auch darin waren sich die Experten weitestgehend einig – um Macht und Einflussnahme auf die Märkte und Preise. Rohstoffe würden als politisches Instrument eingesetzt. Und die Länder mit den größten Vorkommen von Metallen seien die politisch unsichersten. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung zählte im Jahr 2013 weltweit 414 Konflikte – es sind sicher nicht weniger geworden. Davon wurden 45 als hochgewaltsam eingestuft, darunter 20 Kriege. Aus jedem benötigten Metall wird dann schnell ein kritisches Metall. So drohte zum Beispiel China im Streit mit Japan um eine Inselgruppe damit, keine Seltenen Erden mehr zu liefern. Japan ist der größte Abnehmer von Seltenen Erden aus China.

Recycling passiert nicht, wenn es nicht verordnet wird

Wie Prof. Wolfgang Rommel außerdem feststellte, gibt es an manchen Stellen in den Wertschöpfungsketten ein Marktversagen. Der Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts sprach sich in diesem Zusammenhang für marktregulierende Vorkehrungen aus: gleiche Regeln für alle, mehr Transparenz und Kontrolle bei den Marktakteuren. Das Südwind Institut hat herausgefunden, dass Primärmetalle von der Förderung bis zum Kunden im Schnitt 19 Zwischenhandel durchlaufen.

Dass in Zukunft mehr Metalle als bisher recycelt werden, ist nach Ansicht der Experten nicht zu erwarten. Eher werde die Erschließung neuer Lagerstätten intensiviert und auch auf die Weltmeere ausgedehnt. Die Tiefseeförderung von Metallen ist ein großes Thema in der Branche. Sie wird vor Grönland und den Polen nicht Halt machen, glaubt Friedel Hütz-Adams. Wenngleich es immer teurer wird, Primärmetallrohstoffe zu fördern, wird doch das Recycling als aufwändiger Kostenfaktor gescheut und gerade bei den Technologiemetallen, wie sie oft nur in Kleinstmengen in Elektronikaltgeräten vorhanden sind, als wenig lohnend erachtet. Die abschließende Erkenntnis: Recycling passiert nicht, wenn es nicht verordnet wird.

Dass in Zukunft mehr Metalle als bisher recycelt werden, ist nach Ansicht der Experten nicht zu erwarten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Rudolf Erhard (zweiter von rechts) vom Bayerischen Rundfunk (Foto: Marc Szombathy)

Dass in Zukunft mehr Metalle als bisher recycelt werden, ist nach Ansicht der Experten nicht zu erwarten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Rudolf Erhard (zweiter von rechts) vom Bayerischen Rundfunk (Foto: Marc Szombathy)

Foto: Heraeus

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