B + B Anlagenbau realisiert Kunststoff-Recyclinganlage in den Niederlanden

Das niederländische Sittard in der Provinz Limburg wird in einigen Monaten über eine der modernsten und effizientesten Recyclinganlagen für PE und PP verfügen können.

Der niederländische Betreiber QCP Quality-Circular-Polymers hat sich dafür, im Verbund mit entsprechenden Gebietskörperschaften, der Zusammenarbeit mit bekannten deutschen Technologieanbietern versichert.

In einem Dreier-Verbund realisiert B + B Anlagenbau – mit einem großen Anteil an der kompletten Anlage – die gesamte Ausrüstung zur Aufbereitung der eingehenden Ballen aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen bis hin zu den gewaschenen und sortierten Flakes. Hinzu kommt das Hannoveraner Unternehmen Kraussmaffei Berstorff, das mit weiteren Modulen die aufbereiteten Flakes compoundiert und extrudiert. Der Materialfluss wird durch die AZO-Gruppe aus Osterburken mittels vollautomatisierter Logistikprozesse sichergestellt. Die Rohstoffversorgung stellt eine Partnerschaft mit SITA sicher. QCP geht davon aus, dass fortwährend PE– und PP-Compounds in hoher Qualität produziert werden können.

Für 100.000 Tonnen Kunststoffabfall

Für Achim Ebel, geschäftsführender Gesellschafter bei B + B Anlagenbau, einem Tochterunternehmen der niederländischen Heilig-Gruppe, sind die bereits angelaufenen Arbeiten an dieser Anlage auch nach drei Jahrzehnten Unternehmensgeschichte etwas Besonderes. „Was hier nach einem doch längeren Planungsprozess bis Herbst dieses Jahr realisiert wird, kann sich von Technologie, Prozessabwicklung, Aufnahme und Durchsatz mehr als nur sehen lassen. Gut 100.000 Tonnen Kunststoffabfall (mit der letzten Ausbaustufe) werden auf einer Fläche von circa 150 x 90 Metern so verarbeitet, dass anschließend der reine Rohstoff erneut in hochwertige Kunststoff-Produktionslinien vieler Branchen eingebracht werden kann. „Recycling at it´s best; nachhaltiger kann man den Stoffkreislauf nicht umsetzen”, ist sich Ebel sicher.

Die Anlage startet mit einer Zerkleinerung der angelieferten gepressten Kunststoffballen, die mit Draht umreift sind, über Shredder in kleine Kunststoffteile von etwa 80 x 80 Millimeter. Ganz gleich ob Shampoo-Flasche, Ketchup-Flasche oder Waschmittel-Kunststoffverpackung bis hin zu Folien: Via Austragsförderbänder erfolgt deren Sammlung in sogenannten Puffersilos als Zwischenstation – nicht ohne dass vorher mit Überbandmagneten die Umreifungsdrähte herausgezogen werden. Über Schwingsiebe erfolgt die Unterkornabsiebung, wobei Schwergutabscheider Störstoffe zusätzlich eliminieren, bevor Nass-Schneidemühlen für die Nachzerkleinerung auf das Format 12 – 15 Millimeter sorgen.

Über die weitere Beseitigung grober Störstoffe bei gleichzeitiger Entwässerung, anschließender Trockenreinigung, erneuter Pufferlagerung und weiterer Metallabscheidung geht es in die Heißwäsche, die in maximal fünfzehn Minuten mittels Natronlauge und speziellen Waschmitteln Anhaftungen und Gerüche löst und entfernt. Über eine Nachwäsche durch Friktionsabscheider und Friktionswäscher gelangen die Stoffe in Trennzentrifugen und Windsichter, die mittels Fliehkraft und Luftströmung die Kunststoffteile nach ihrem spezifischen Gewicht separieren, um möglichst reine Fraktionen zu erhalten. Selbstverständlich, so B + B Anlagenbau, wird das anfallende Prozesswasser wieder aufbereitet. Nach der thermischen Trocknung und Verdichtung sowie Zwischenlagerung sind die Kunststoffabfälle bereit zur Extrusion und weiteren Verarbeitung.

B + B Anlagenbau konzipierte die Anlage in der Startphase für zwei Fertigungslinien; mit dem Ausbau wird die Anlage vier Linien umfassen. Die Abfallströme der Kunststoffe durchlaufen einen vollautomatischen Anlagenprozess. Für Daniel Simmonds, dem für das Projekt verantwortlichen Sales Engineer am Unternehmensstandort Willich, ist es wichtig, dass die QCP-Anlage mit wenig Personal auskommt und die operativen Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Die Anlage wird schlüsselfertig übergeben, inklusive mechanischem Einbau der Komponenten, Anschluss in das Prozesssystem und elektrischer Ausrüstung.

www.bub-anlagenbau.de

Foto: B + B

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