Nochmaliger Rückgang des Altfahrzeugzulaufs um vier Prozent

Die nach der Altfahrzeugverordnung zertifizierten Entsorger in Deutschland berichteten gegenüber dem bvse übereinstimmend, dass der Zulauf an Fahrzeugen – nachdem das Polster aus der Abwrackprämie nun endgültig abgearbeitet ist – wieder ein „beklagenswert“ niedriges Niveau erreicht hat.

Insgesamt wurde das Geschäft als „durchwachsen“ beschrieben, und das Problem der ungünstigen Margen hinterlässt im Altfahrzeuggewerbe genauso seine Spuren wie in der gesamten Schrottwirtschaft: Ein leicht erhöhter Umsatz gegenüber 2013 hat im vergangenen Jahr zu keiner Verbesserung des Gewinns beziehungsweise der Liquidität geführt. Für dieses Jahr wird mit einem nochmaligen Rückgang des Altfahrzeugzulaufs von rund vier Prozent gerechnet.

Seit Inkrafttreten der Altfahrzeugverordnung im Jahre 1998 verändern sich die Marktbedingungen der Altfahrzeugbranche ständig. Was sich hingegen nicht geändert hat, sind die vom bvse seitdem immer wieder vorgebrachten Forderungen nach einer praktikablen begrifflichen Abgrenzung zwischen Altfahrzeug und Gebrauchtwagen sowie einem erkennbaren Vollzug: „In der Zwischenzeit hat sich eine Reihe von verschiedenen Gruppen herauskristallisiert, die sich um den eigentlich gefährlichen Abfall Altfahrzeug kümmern. Es sind die zertifizierten Entsorger, eine der wichtigen Säulen des Gesetzesvorhabens, Entsorger mit nach Baurecht genehmigten Aufbereitungskapazitäten, `Entsorger` ohne jegliche Qualifikation sowie Zerlegetätigkeit ohne Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, der Online-Handel, `international tätige Gebrauchtwagenhändler` und last but not least die Versicherungen und die Autohäuser selbst.“

Sie alle wollten etwas vom Kuchen abhaben und bearbeiteten den Markt mit recht unterschiedlichen Mitteln und durch eine recht unterschiedliche Herangehensweise: „Klar ist, dass bei dieser breiten Angebotskonkurrenz der zertifizierte Altfahrzeugrecycler sehr innovativ sein muss, um entsprechende Fahrzeuge für seine Anlage zu bekommen.“

Die Zeiten der Abwrackprämie wurden von den befragten bvse-Mitgliedern als goldene Zeiten bezeichnet, weil per Anordnung der im Gesetz verankerte Verwertungsnachweis zu dem Instrument gemacht wurde, was er eigentlich auch außerhalb einer staatlich gewährten Abwrackprämie sein sollte: ein legales Mittel, um Altfahrzeuge einer geordneten und kontrollierten Entsorgung in den dafür vorgesehenen Betrieben zuzuführen.

Nun sei alles wieder beim Alten. Verwertungsnachweise würden kaum eine Behörde interessieren, sodass die Entsorgung problemlos irgendwo und irgendwie durchgeführt werden könnte. Die eklatanten Vollzugsdefizite deutscher und europäischer Behörden hätten zu den oben genannten und von einigen Gruppen auch gewollten Marktveränderungen geführt. Dabei müsse man fairerweise zugeben, „dass alle Anbietergruppen Verbraucherwünsche bedienen“. Die Vollzugsdefizite in den einzelnen Ländern hat die Kommission im vergangenen Jahr bereits in einem aufwändigen Monitoring-Verfahren festgestellt. Erkennbare Reaktionen blieben aus.

Quelle: bvse

Foto: Marc Weigert

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