Vermarktungsfähige Ballen mit den Ballenpressen von Aventek

Auf der recycling aktiv stellt die Aventek technologies GmbH aus Osnabrück ihre neue horizontale Kanalballenpresse Prima60 live in Aktion sowie die neue Mehrkammerpresse Prelum30 zur Verpressung von PPK, Folien, Gemüsekisten und sogar Fässern mittels Vollhub vor. Der elektrische Antrieb des Presskopfes gewährleistet hier eine einfache Bedienung ohne Kraftaufwand.

Die Entsorgung des Verpackungsmaterials spielt gerade beim Groß- und Einzelhandel eine wichtige Rolle, fallen doch in Deutschland jedes Jahr mindestens vier Millionen Tonnen an Transport- und Umweltverpackungen bei gewerblichen und industriellen Endverbrauchern an. Mithilfe der neu entwickelten vertikalen Ballenpresse der Aventek technologies GmbH können nun vor allem kleinere Entsorger sowie der Groß- und Einzelhandel Wertstoffe wie PPK, Gemüsekisten oder auch Folien direkt zu vermarktungsfähigen Ballen verpressen. Die Prelum30, die auf der recycling aktiv vorgestellt wird, sorgt mittels Vollhub für eine höhere Verdichtung des Materials, wodurch mit einer Zwei-Kammer-Maschine bis zu 1,5 Tonnen Material pro Stunde verarbeitet werden können.

„Durch die Möglichkeit der elektrischen Verschiebung des sehr schweren Presskopfs wird die Bedienung der Prelum30 stark vereinfacht“, erläutert Klaus Sachse, Verantwortlicher für Vertrieb, Service und Projektierung dieser Produktgruppe bei Aventek. „Während bei Standardmaschinen der rund 400 Kilogramm schwere Presskopf manuell bewegt werden muss, kann der Bediener der Vollhubpresse einfach einen Knopf drücken, woraufhin die Kopfeinheit automatisch zur entsprechenden Presskammer verfahren wird. Das von oben eingefüllte Material kann so mittels des über den Kammern positionierten Pressstempels von Beginn an voll verpresst werden. Bei einem Pressdruck von 300 Kilonewton entstehen bei der Verpressung von Papier, Pappe und Karton vermarktungsfähige Ballengewichte von über 400 Kilogramm.“

Foto: Aventek technologies GmbH

Foto: Aventek technologies GmbH

Wertstoffe aller Art – bis zu vier Ballen gleichzeitig  

Während eine Standardmaschine zwei Kammern besitzt, lässt sich die Prelum30 – je nach Bedarf – auf bis zu vier Kammern ergänzen. Dadurch können bis zu vier Ballen gleichzeitig hergestellt werden. Diese werden anschließend mittels Kraftband, Ösendraht oder Kunststoffumreifungsbändern manuell abgebunden. Der Auswurf erfolgt halbautomatisch auf eine Europalette, die vor die Maschine gestellt wurde. Auf Knopfdruck kippt ein Ballen mit den Maßen 1.200 x 800 x 800 Millimeter nach vorne. Bei einer Prelum-Standardmaschine mit zwei Kammern können bis zu 1,5 Tonnen in der Stunde verpresst werden. Dank Vollhub lassen sich mit der Prelum30 neben PPK auch Wertstoffe wie Kunststoffkanister, Folien, Gemüsekisten aus Holz, Aluminium- und Blechdosen, Spannbänder und perforierte PET-Flaschen komprimieren. Sogar für Fässer bis zu 200 Liter, wie sie zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie für Öl bereitgestellt werden, ist keine extra Fasspresse nötig. Da die Maschine preislich nur ein Viertel der Aventek-Kanalballenpresse kostet, eignet sie sich besonders für kleinere Entsorger, den Groß- und Einzelhandel oder die Möbelindustrie. Dort kann die Maschine beispielsweise direkt in der Halle stehen und so die anfallenden großen Kartonagen verarbeiten.

In gut 40 Minuten betriebsbereit

Die Aufstellung erfolgt unkompliziert mittels zweier Handhubwagen. Klaus Sachse: „Da die Hydraulik komplett herunter gefahren werden kann und die Presse dann nur noch 2,25 Meter hoch ist, kann der Kunde die Maschine in etwa 40 Minuten komplett alleine aufbauen. Zudem ist die Einweisung quasi selbsterklärend und auf zwei Seiten in der Bedienungsanleitung dargestellt. Die Prelum30 ist fehlbedienungssicher konzipiert und damit in der Handhabung nicht so kompliziert wie eine Kanalballenpresse. Die Presse, die der aktuellen Maschinenorm und damit den Arbeitsschutzkriterien entspricht, arbeitet einfach ihr Programm ab. Wenn ein Ballen fertig ist, liegt in der Presse der höchste Druck vor, woraufhin die Meldung erscheint: Ballen fertig.“

Bedient wird die Anlage über eine Siemens S7-Steuerung, die für einen energiesparenden Lauf des 5,5-Kilowatt-Motors sorgt, dessen volle Leistung nur beim Anlassen verbraucht wird. Die Steuerung kann außerdem zur Fernüberwachung und -wartung erweitert werden: Über eine App können dem Betreiber derart Defekte wie beispielsweise ein Ölverlust auf dem Monitor angezeigt werden. Die Prelum30 ist 1.380 Millimeter tief, 2.780 Millimeter breit und 3.113 Millimeter hoch. Das Leergewicht beträgt bei zwei Kammern 2.430 Kilogramm.

Prima60 im Einsatz bei der BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH: Bei geeigneter Beschickung lassen sich zwischen vier und sechs Tonnen pro Stunde verpressen (Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH)

Prima60 im Einsatz bei der BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH: Bei geeigneter Beschickung lassen sich zwischen vier und sechs Tonnen pro Stunde verpressen (Foto: BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH)

Live und in Aktion – an allen drei Messetagen

Ein Highlight der recycling aktiv verspricht die Präsentation der neuen Prima60 von Aventek zu werden: Die horizontale Kanalballenpresse des Herstellers wird an allen drei Messetagen live und in Aktion auf der Sonderfläche Papier, Pappe, Kartonagen zu sehen sein. Bei einer Presskraft von 60 Tonnen benötigt die Maschine lediglich eine Antriebsleistung von 15 Kilowatt. Papier, Pappe und Kartonagen können in losem Zustand auf ein Zwanzigstel ihres Volumens zu vermarktungsfähigen Ballen verdichtet und gepresst werden.

Für Ballen nach DIN-Maß wird das Ausgangsmaterial in den 1,10 x 1,20 Meter, auf Kundenwunsch auch bis zu 1,45 Meter großen Schacht der Prima60 gefüllt. Dieses fällt an einem Sensor vorbei, der der Maschine automatisch das Signal zum Anlaufen meldet. Der Presskolben verdichtet das Material daraufhin so lange, bis die DIN-Maße für die Ballen erreicht sind. Der Kanal der Presse läuft nach vorne zum Ballenausgang zu, um die Verdichtungseinheit unter einen Pressdruck von 250 bar zu setzen. Die so entstandenen Ballen werden mit einem aus vier Drahtlitzen bestehenden Abbindedraht, der unter der Maschine in Rohren geführt wird, umwickelt und dadurch in Form gehalten.

Höhere Durchsatzleistung möglich  

Sollte der Draht reißen, kann er unkompliziert von außen verbunden beziehungsweise wieder neu eingefädelt werden. Falls das Pressschild durch sich verkeilendes Material klemmen sollte, sorgt ein sogenannter Freistampfer, der wie ein Schafott nach unten drückt, dafür, dass sich die Blockade löst. Die am Presskolben angebrachten Schneidmesser trennen alles ab, was über den Presskanal hinausragt. Sie sind einfach austauschbar.

Gesteuert wird die Kanalballenpresse über eine Siemens S7 und eine OP77. Optional kann der   Anwender auch auf manuelle Schaltung umstellen. Bei der Beschickung via Umschlagbagger, Förderband oder Gabelstapler lassen sich zwischen vier und sechs Tonnen pro Stunde verpressen. Neben PPK 1.04 eignet sich die Prima60 zur Verarbeitung von Folien (98/2 und bunt) sowie PET-Flaschen, Kunststoffkanistern, Umreifungsbändern oder leichten Holz- und Gemüsekisten. Der Antriebsblock, der aus Hydrauliktank, Pumpe und Motor besteht und standardmäßig auf der Presse platziert ist, kann abgenommen und neben der Maschine gelagert werden. Die Maschine ist geräuscharm und lässt sich mühelos von unten säubern. Die massive und verwindungssteife Rohrrahmenkonstruktion sorgt für einen sicheren Stand. Sollten die standardmäßigen 15 Kilowatt für den Anwender auf die Dauer doch zu gering sein, lässt sich die 10,5 Tonnen schwere Kanalballenpresse auf eine Motorleistung von 22 bis 45 Kilowatt aufrüsten, was eine höhere Durchsatzleistung ermöglicht. Mit der Mobilfunktion können maximal bis zu 14 Tonnen PPK pro Stunde verpresst werden.

recycling aktiv 2015, Stand A 404  •  www.aventek.de

Foto: Aventek technologies GmbH – Bei der Prelum30 muss der Presskopf nicht manuell bewegt werden: Einfach einen Knopf drücken und der Presskopf verfährt horizontal zur jeweiligen Kammer

(EUR0615S16)