Mehr Effizienz für Nutzfahrzeuge

Der noch nicht abgeschlossene Wandel von der Abfall- zur Kreislaufwirtschaft und der hohe Kostendruck führen zu immer höheren Anforderungen an die Qualität und Effizienz der Logistik.

Dies gilt für Unternehmen der gewerblichen und kommunalen Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft ebenso wie für Industrie, Handel und Dienstleistungsunternehmen. Bei der Optimierung der Logistikprozesse (zum Beispiel Entsorgung von Abfällen, Versorgungsketten für sekundäre Rohstoffe) spielen deshalb Einsparungsmöglichkeiten eine wesentliche Rolle. Gerade bei den Transportkosten sehen Experten noch „signifikante Kostensenkungspotenziale“. Diese könnten durch Kooperationen verstärkt werden und die Effizienz der Lieferketten erhöhen, hieß es beispielsweise während der im Mai in München veranstalteten Messe für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management, transport logistic 2015.

Einen großen Einfluss auf die Betriebskosten der Nutzfahrzeuge hat selbstverständlich die Fahrzeugtechnik. In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Fahrzeughersteller wird darüber nachgedacht, wie sich die Kraftstoffverbräuche – und damit die CO2-Emissionen – von Nutzfahrzeugen weiter senken lassen. Gleichzeitig sollen sie der aktuellen Abgasnorm Euro 6 entsprechen, die seit 2014 alle neu zugelassenen Lkw und Busse erfüllen müssen. Im Vergleich zu Euro 5 sind die zulässigen Emissionswerte von Stickoxiden um 80 Prozent und von Rußpartikeln um 66 Prozent gesunken. Mit entsprechend intelligenter Technologie konnten die Anforderungen der Norm umgesetzt werden. So hat beispielsweise Scania mittlerweile eine breite Palette an Motoren von 250 PS (9-Liter-Motoren, 5 Zylinder) bis 739 PS (V-8-Motoren) im Programm, die sich nach Unternehmensangaben durch Maximierung der Leistung, Einsparung von Kraftstoff (Diesel, Biodiesel, Gas), Erhöhung der Sicherheit und Reduzierung der Wartung auszeichnen. Um die Energieeffizienz von Nutzfahrzeugen nachhaltig zu verbessern, forschen die Produzenten weiter zum Thema Verbrauchsreduzierung. Zu diesem Zweck hat beispielsweise Renault Trucks mit Partnern ein Laborfahrzeug konzipiert und realisiert, in dem 20 Technologien zum Einsatz kommen.

Leistung und Wirtschaftlichkeit

Leistung und Wirtschaftlichkeit eines Nutzfahrzeugs sind aber auch vom Antriebsstrang abhängig. Mit dem optimalen Getriebe für den jeweiligen Einsatzzweck ist der Fahrer in der Lage, den Kraftstoffverbrauch zu begrenzen und auf diese Weise die Gesamtbetriebskosten günstig zu gestalten. Bei Abfallsammelfahrzeugen erweist sich eine Schaltautomatik (zum Beispiel das automatisierte Power­Shift Getriebe G 211 von Mercedes) als vorteilhaft, da der Fahrer nicht ständig mit der Kupplung arbeiten muss. Lastkraftwagen, die nicht nur auf Asphaltstraßen, sondern auch unter anspruchsvolleren Bedingungen ihre Aufgaben verrichten müssen, sind wie der neue Volvo FL mit einem Allradantrieb gut ausgerüstet.

Daneben helfen umfangreiche Service-Angebote der Fahrzeugbauer – zum Beispiel Reparatur- und Wartungsverträge, Fleet Management und Fahrertraining – die Verfügbarkeit der Nutzfahrzeuge sicherzustellen sowie für die Kunden die Effizienz und Wirtschaftlichkeit ihres Fuhrparks weiter zu verbessern.

Breite Modellpalette

Die Bandbreite an Fahrzeuglösungen für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche lassen sich bei verschiedenen Leistungsschauen wie Fachmessen, aber auch Unternehmensveranstaltungen begutachten. So präsentierte der Nutzfahrzeugbauer MAN im März dieses Jahres während seiner dreitägigen „Trucknology Days“ in Kooperation mit mehr als 80 Partnern über 170 Lastwagen aus verschiedenen Branchen (unter anderem Bau, Schwertransport, Verteiler- und Fernverkehr sowie Land- und Forstwirtschaft). Eine Sonderschau war dem kommunalen Bereich gewidmet. Ausgestellt wurden rund 25 Fahrzeuge aus den Segmenten Abfallsammlung, Nassentsorgung, Straßenreinigung und -unterhalt sowie Winterdienst, die einen Querschnitt aus dem Programm der angebotenen Fahrgestellausführungen und Aufbauten bildeten. Rund 8.400 Besucher aus 35 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich über das Fahrzeugspektrum zu informieren.

Brigitte Weber

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