Post-Consumer-Recycling: Effizienter und kostengünstiger aufbereiten

Auf der Plast 2015 vom 5. bis 9. Mai in Mailand stellte Herbold Meckesheim neue Lösungen für das Waschen, Trennen und Trocknen von Kunststoffabfällen vor, die sich durch geringere Betriebskosten und höheren Wirkungsgrad auszeichnen.

Herbold Granualtor HGM (Foto: Herbold Meckesheim GmbH)

Herbold Granualtor HGM (Foto: Herbold Meckesheim GmbH)

Im Mittelpunkt der Messepräsentation des Maschinen- und Anlagenbauers stand der Herbold Nassshredder HGM. Die Besonderheit hier: Bereits beim Vorzerkleinern wird Wasser zugegeben. Bisher wurden nur die für die Nachzerkleinerung eingesetzten Schneidmühlen mit Wasser beaufschlagt. Diese Technik hat Herbold Meckesheim vor etwa 25 Jahren marktfähig gemacht und damit Maßstäbe gesetzt.

Jetzt wird diese Technik auch bei der Vorzerkleinerung eingesetzt – und die Vorteile liegen den Angaben zufolge auf der Hand: weniger Verschleiß, keine Schnittverschweißung durch optimale Kühlung beim Zerkleinerungsvorgang und eine sehr effektive Abscheidung schon in der ersten Verfahrensstufe. Vor allem bei stark verschmutztem Material wie etwa Landwirtschaftsfolie eigne sich diese Technik hervorragend. Und bei Post-Consumer-Folien aus dem Haushaltsbereich können Messerstandzeiten erreicht werden, die einen wesentlich kostengünstigeren Betrieb erlauben. Auch Holz- oder Papieranteile im Input seien durch das Nassshreddern besser zu handhaben, weil sie intensiver benetzt werden, so Herbold.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reduzierung der Betriebskosten; dabei steht der Verschleißschutz an den Schneidmühlen im Vordergrund: Aufwändige Aufpanzerungen von Maschinen mit langen Stillständen gibt es nicht mehr. Schon seit längerer Zeit hat Herbold Mühlengehäuse im Programm, die mit auswechselbaren Verschleißplatten ausgerüstet sind. Jetzt besteht auch für die Rotoren eine Austauschmöglichkeit der Verschleißplatten: Die Messerträger können bei Bedarf herausgeschraubt werden, sodass bei Verschleiß ein Ausbau,  Aufpanzern und Nachwuchten entfällt.

Herbold Rotor Baureihe F: (1) Messerdruckleiste, (2) Rotormesser, (3) auswechselbares Verschleißteil (Foto: Herbold Meckesheim GmbH)

Herbold Rotor Baureihe F: (1) Messerdruckleiste, (2) Rotormesser, (3) auswechselbares Verschleißteil (Foto: Herbold Meckesheim GmbH)

Eine Maschine mit Doppelnutzen

Der Herbold Plastkompaktor ist eine Lösung, um Folien, Fasern und Schaumstoffe in ein rieselfähiges Agglomerat mit hoher Schüttdichte umzuwandeln. Am Ende einer Waschanlage kann die Maschine ebenfalls einen Doppelnutzen aufweisen: Durch die Umwandlung zu Agglomerat wird nicht nur die Rieselfähigkeit und das Schüttgewicht erhöht, es erfolgt auch eine sehr effektive Trocknung. Dieses Material lässt sich dann in großen Chargen von 20 Tonnen homogenisieren, um die nötigen Produkteigenschaften herzustellen. Der Plastkompaktor wurde weiterentwickelt und erreicht jetzt Leistungen bis 1.500 Kilogramm pro Stunde.

Im neuen Technikum in Meckesheim bei Heidelberg wurden umfangreiche Erweiterungen vorgenommen, um im industriellen Maßstab Versuche mit Originalmaterial des Kunden durchführen zu können. Herbold bietet dort die Möglichkeit, alle Verfahrensschritte einer Wasch- und Agglomerieranlage zu demonstrieren. Damit ist schon im Projektstadium eine Bemusterung in größeren Mengen möglich, was die Investitionsentscheidung wesentlich erleichtern dürfte.

www.herbold.com

Foto: Herbold Meckesheim GmbH

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