Recyclinglösungen nach Maß

Im hauseigenen Technikum der Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH können Konfigurations- und Materialvarianten an 13 unterschiedlichen Anlagen getestet werden.

Seit mehr als 33 Jahren befasst sich Erdwich mit der Entwicklung von Zerkleinerungs-, Granulations- und Recyclinglösungen. Über 6.500 Anlagen wurden den Angaben zufolge im Lauf dieser Zeit an Kunden in 87 Ländern ausgeliefert. Das Familienunternehmen aus dem bayerischen Kaufering zählt damit sicher zu den erfolgreichsten Maschinenherstellern der Branche. Und jeder Auftrag ist, wie es heißt, einzigartig, was Bedingungen und Anforderungen betrifft.

 Schneidwerk des M800/1 Einwellenzerkleinerer mit intelligentem Störstoffauswurf (Foto: Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH)

Schneidwerk des M800/1 Einwellenzerkleinerer mit intelligentem Störstoffauswurf (Foto: Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH)

Unter realen Bedingungen

Um die Aufgabenstellungen verwirklichen zu können, nutzt Erdwich eine umfangreiche Maschinenpalette und beschäftigt ein Team erfahrener Ingenieure, Konstrukteure und Mechaniker. Für einen Chemiebetrieb zum Beispiel konnte eine Anlage entwickelt werden, die nicht nur Glasküvetten von Kunststoffdeckel und Styroporverpackung trennt, sondern auch den darin enthaltenen Säuren widersteht und diese sicher abführt. Grobzerkleinerer, die Elektronikschrott von der Waschmaschine bis zur Leiterplatte schonend aufschließen und die einzelnen Fraktionen zerlegen, sind des Weiteren zu nennen. Auch sind schon geschlossene  Aufbereitungssysteme für Kühlaltgeräte entwickelt worden, die gewährleisten, dass kein FCKW austritt. Die Treibhausgase werden entweder in flüssige Form umgewandelt und in spezielle Entsorgungsbehälter abgefüllt oder direkt thermisch vor Ort vernichtet.

Basis sämtlicher Entwicklungen sind umfangreiche Versuche mit unterschiedlichen Stoffen und Maschinen. 2010 baute Erdwich dazu einen eigenen Erprobungsbereich auf: ein Technikum, um das Material von Kunden unter realen Betriebsbedingungen zu testen und die vorhandenen Anlagentypen anhand dessen ständig anzupassen und zu optimieren. „Wir können dort alle Messerformen, Gegenschnittsysteme, Programme und ähnliches testen“, beschreibt Projektmanager Andreas Ostermeier die Möglichkeiten. „Dabei können wir alle Parameter der Maschinen und des Zerkleinerungsvorgangs auslesen und diese auf Wunsch auch an den Kunden weitergeben.“ Insgesamt 13 Anlagen stehen den Technikern dafür momentan zur Verfügung. Darunter diverse Einwellen-, Zweiwellen- und Dreiwellen-Zerkleinerer verschiedener Bauformen sowie zwei Kartonagen-Reißer, ein Grobreißer und eine Hammermühle. Die Konfigurationsoptionen, die auch bei der kundenspezifischen Anpassung Anwendung finden, reichen von Rotor-Stator-Schneidsystemen mit verschiedenen Lochsiebgeometrien zur definierten Stückgrößenbestimmung über Schneidwerke mit Auswurfmöglichkeiten für Störstoffe bis hin zu unterschiedlichen Antriebsvarianten. Ebenso breit ist das Leistungsspek­trum: Je nach Größe und Typ liegt der Durchsatz der Zerkleinerungsanlagen zwischen fünf Kilogramm und 30 Tonnen pro Stunde.

Zur Aufbereitung von Kühlgeräten konzipierte Erdwich eine geschlossene Anlage, die kein FCWK freisetzt (Foto: Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH)

Zur Aufbereitung von Kühlgeräten konzipierte Erdwich eine geschlossene Anlage, die kein FCWK freisetzt (Foto: Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH)

Derzeit wird im Technikum vor allem am Feintuning des neuen Einwellen-Zerkleinerers M800/1 gearbeitet, der mit einem automatischen Störstoffauswurf ausgestattet ist. „Bei den aktuell erhältlichen Modellen muss der Störstoff nach der Erkennung von Hand entnommen werden“, erklärt Ostermeier. „Die neue Technik detektiert dagegen solche Fremdkörper und schleust sie selbsttätig aus.“ Die intelligente Maschine wird am Versuchsstand mit unterschiedlichen Materialien und Steuerungsprogrammen gefahren, um die ideale Konfiguration für den Einsatz zu ermitteln.Neben der individuellen Abstimmung je nach Anwendung hat die Flexibilität der Produkte und die langjährige Erfahrung der Ingenieure bei Erdwich aber noch einen weiteren angegebenen Vorteil: Das Unternehmen konnte dadurch die neuen europäischen Normen sehr schnell adaptieren und baut zum Beispiel Kühlgeräterecyclinganlagen nach Cenelec-Standard. Es ist damit ein Vorreiter in diesem Bereich.

Foto: Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH

www.erdwich.eu

(EUR0715S40)