Die Doppstadt-Gruppe: Eine große, erfolgreiche Familie

Rund 1.500 geladene Gäste zur festlichen Abendveranstaltung, über 5.000 angemeldete Besucher zur Expo 2015 – die 50-Jahr-Feier der Doppstadt-Gruppe kann man mit Fug und Recht als etwas Besonderes bezeichnen. Etwas Besonderes ist aber auch die Geschichte des Herstellers, der sich vom Familienbetrieb zu einem heute international renommierten Unternehmen entwickelt hat.

Die Siebtrommel – ein Markenprodukt des 50jährigen Doppstadt-Unternehmens (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Die Siebtrommel – ein Markenprodukt des 50jährigen Doppstadt-Unternehmens (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Werner Doppstadt noch auf seinem Hof in Homberg wirtschaftete. Aber schon nebenbei Land- und Forstwirten sein Know-how über Maschinen und Dienstleistungen anbot. „Mein Vater war ein Tüftler“, verrät sein Sohn. Werner Doppstadt fand Gefallen daran, an Maschinen und Zubehör herumzuknobeln, um sie noch eine Spur effektiver und wirkungsvoller zu machen. 15 Jahre später kam er – inzwischen nach Velbert umgezogen – in Kontakt mit der Gelsenwasser AG: Für diese Wasserwerksgesellschaft entwickelte er nicht nur eine Anlage zum Sandfiltern, sondern mit der Putzmaschine – kurz: Puma – ein komplettes Verfahren zur Filterbeckenreinigung und obendrein den „Kiesbomber“ zur Aufbereitung der Kiessohle im Filterbecken, der nach dem Prinzip eines Kartoffelroders arbeitet. Werner Doppstadt erfand den Strandreiniger – ein Anbaugerät für eine Zugmaschine –, der als Verkaufsschlager nach Frankreich, Israel und andere Länder entlang der Mittelmeerküste ging. Und der weiterentwickelte Puma wurde zur fahrbaren Filterbecken-Reinigungsmaschine, die heute noch in Gebrauch ist.

Inzwischen umfasst, wie im „Gesamtprogramm Recycling Mobil“ aufgelistet, das Doppstadt-Angebot 34 „mobile“  Maschinen. Es setzt sich zusammen aus der DW-Vorzerkleinerer-Serie, der AK-Feinzerkleinerer-Serie, Kombi-Zerkleinerern der DZ-Baureihe, Siebmaschinen, Enthackern aus der DH-Serie, der Schneckenpresse BioPress DBP 205, Umsetzern aus der DU-Baureihe, der kompletten mobilen Splitter-Technik und etlichen Lkw-Hackern. Zur Stationär-Technik zählen Trommelsiebmaschinen, Aufgabetrichter, Sternsiebe, Windsichter, Mischer, Schneckenpressen und diverse Waschlösungen.

Vom Dienstleister zum Maschinenbauer

Ab 1977 vollzog sich der Wandel der Aktivitäten vom Dienstleister zum Maschinenbauer. Über Jahre hinweg blieb die Geschäftsleitung allerdings in Händen der Familie: Entwicklung, Organisation und Strategie gehörten zum Wirkungsbereich von Werner Doppstadt, während Vertrieb, Kundenbetreuung und Mitarbeiterführung seine Frau Hedwig übernahm. Werners Bruder Josef kümmerte sich um Maschinen-Konstruktion und -Produktion, während der junge Ferdinand Doppstadt – heute Firmenchef – den Bereich Maschinenvorführungen und Schulungen betreute.

Auf gute Partnerschaft: Firmenchef Ferdinand Doppstadt (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Auf gute Partnerschaft: Firmenchef Ferdinand Doppstadt (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Die jetzige Firmenstrategie definiert Ferdinand Doppstadt so: „Wir liefern Lösungen und Maschinen für Abfallwirtschaft und Recycling, zur Biomasse-Weiterverarbeitung und Fermentierung sowie für Oberflächen-Behandlungen und bieten Gurttrommeln zur Bearbeitung und Förderung von Mineralerzen, Sand und Kies an.“ Und meint damit im Einzelnen Maschinen zum Schreddern, Sieben, Splitten, Trennen, Waschen, Umsetzen, Mischen und Befördern.

Ab 1990 – der Markt wurde zunehmend globalisierter – begann das mittlerweile europaweit tätige Unternehmen Doppstadt mit weiterer Expansion. Neben der Gründung der Vertriebsgesellschaft DVG wurde die Förderanlagen Calbe GmbH in Sachsen-Anhalt erworben, die ab 1995 als Doppstadt Calbe GmbH firmiert. 1993 entsteht der Dienstleistungsbereich USG Umweltservice GmbH & Co. KG mit Schwerpunkt Weiterentwicklung der Puma. Die Doppstadt Austria GmbH zur Ersatzteilversorgung und Maschinenservice für Österreich kommt 1997 hinzu. Die 1999 gegründete Doppstadt GmbH in Schönebeck, die bei der Übernahme der LandTechnik GmbH mit Treuhand-Privatisierung und EU-Genehmigungsbehörden zu kämpfen hat, wird 2003 wieder aufgelöst. 2002 verschmelzen die Vertriebsgesellschaft DVG und die Doppstadt Calbe GmbH, sodass die Vertriebsaktivitäten nun zentral in Calbe gebündelt werden. 2007 gelingt mit der Gründung der Doppstadt Systemtechnik GmbH die Neuorientierung im Markt für stationäre Maschinen. 2011 schließlich wird – aus Platzmangel in Velbert – die Werner Doppstadt Umwelttechnik GmbH & Co. KG Niederlassung in Wülfrath gegründet: Der Standort wird 2012 zum Treffpunkt aller weltweiten Vertriebspartner des Unternehmens, für dessen „Doppstadt Dealer Meeting“ man die leerstehende, 17.000 Quadratmeter fassende Lagerhalle herrichtet.

Drehen, Bohren und Fräsen in Einem

Platzmangel herrscht auch keineswegs am Standort Calbe, wie man bei einem Rundgang durch die  Produktionshallen feststellen kann. In Halle 1, die als Rohmaterial- und Halbzeuglager dient, lagern Hunderte von Blechen, Stahlplatten, Profileisen und Rohre – aus unterschiedlichem Material, in unterschiedlicher Wandstärke, unterschiedlicher Dicke, mal massiv, mal hohl, mal glatt, mal gelocht oder gestanzt. Der jährliche Durchlauf an Material liegt bei circa 10.000 Tonnen; durchschnittlich befinden sich immer rund 400 Tonnen an Rohmaterialien im Lager, was den Raum leer wirken lässt. Im Gegensatz zur nächsten Halle, in der aus dicken Stahlplatten unter anderem Auswurfkörbe (auch Feinzerkleinerungskörbe oder Heckkorbwechselgitter genannt) herausgetrennt werden – mit dem jeweils gewünschten Muster und der verlangten Durchlassgröße. Eine Walzenpresse biegt sie anschließend in Form.

Fahnen repräsentieren die Länder der Partnerunternehmen (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Fahnen repräsentieren die Länder der Partnerunternehmen (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Die darauf folgende Halle dient dem Schweißen von Siebtrommeln – Auflage etwa 500 Stück pro Jahr – sowie Gurttrommeln bis zu 2,5 Metern Durchmesser und 3,5 Metern Mantellänge, die in der Fördertechnik Einsatz finden. Die Schweißnähte, die bis zu 60 Millimeter stark sein können, werden später per Ultraschall überprüft. Ein 3D-Messstand empfängt den Besucher in der Zerspanungshalle; das Gerät misst bis auf 0,05 Millimeter Genauigkeit. Auf einer überdimensionalen Drehbank wird gerade an einer etwa 3,50 Meter langen Welle gearbeitet. Der weitere Weg führt vorbei an einer Wuchtmaschine: Hier werden, wie der Besucher erfährt, unter anderem die drei Tonnen schweren Schlegeltrommel-Systeme der AK-Serie – für deren spätere Nenndrehzahl von 1.100 Umdrehungen pro Minute – zu höchster Rundlaufpräzision ausgewuchtet. Das Prunkstück der Halle ist eine CNC-Maschine, die Drehen, Bohren und Fräsen in einem Arbeitsgang erledigt. Die von Gildemeister gefertigte High-Tech-Anlage gilt als „Flaggschiff“ unter den Bearbeitungsaggregaten und kostet – laut Geschäftsführungsmitglied Gereon Neuhaus – zwei Millionen Euro.

Zwei Maschinen pro Tag

Nach der geräumigen Zerspanungshalle wirkt das daneben liegende Kleinteilelager winzig; allerdings wiegt keine der hier aufgereihten Zerkleinerungswalzen und Schlegeltrommeln weniger als drei Tonnen. Der anschließende Raum, in dem sechs Roboter-Schweißstationen ihre Arbeit verrichten, bietet wenig Visuelles: Die technischen Vorgänge sind nur durch dicke, lichtschluckende Glasfensterchen, die in hohe Sichtschutzwände eingelassen wurden, schemenhaft zu erkennen. Nach Durchlaufen der Lackierstraße – dem „Oberflächenzentrum“ – erfolgt in der Montagehalle, die nach dem Nestfertigungsverfahren eingerichtet ist, der Einsatz der Motoren und schließlich die End-Fertigung.

Durchschnittlich zwei Maschinen pro Tag, also rund 40 Maschinen und Aggregate verlassen pro Monat die Halle; sie alle erfahren jeweils einen umfassenden achtstündigen Qualitätscheck inklusive Probelauf, bevor sie ausgeliefert werden. Und stehen dann bis auf Weiteres auf dem Betriebshof zur Abholung bereit: die Büffel, Mammuts, Pumas, Torinos, Racoons, Rhinos oder Panther – jene Maschinen, für die die Geschäftsleitung zusätzlich Tiernamen als Typenbezeichnung und zur besseren Wiedererkennung wählte.

Eine sehr offene Atmosphäre

Qualifizierte, zuverlässige und loyale Mitarbeiter sind die unerlässliche Grundlage eines guten Unternehmens. Die Doppstadt-Geschäftsführung traf offenbar bei Auswahl und Umgang mit der Belegschaft den richtigen Ton. So berichtet in der 50 Jahre Doppstadt-Festschrift Prokurist Jörg Leyhausen davon, wie er auf einer Verkaufsmesse von Hedwig Doppstadt angesprochen wurde, die seinen Sachverstand und sein Interesse an der Technologie erkannte und ihm spontan eine Mitarbeit anbot, die er noch in der gleichen Woche begann. Der Schlosser Frank Horn erfuhr vom damaligen Personalchef beim Vorstellungsgespräch die Einweisung: „Nehmen Sie Ihr Auto, bauen Sie den Motor aus und die Räder ab, schmeißen Sie die ganze Karre oben in die Maschine hinein, dann kommen unten feine Späne raus. Das bauen wir hier.“

Von der Aussichtsplattform des umgebauten Wasserturms aus erkennt man die Größe der Expo-Fläche (Foto: Doppstadt)

Von der Aussichtsplattform des umgebauten Wasserturms aus erkennt man die Größe der Expo-Fläche (Foto: Doppstadt)

Was 1992 geschah, als Doppstadt in Calbe nicht nur Grundstück und Gebäude kaufte, sondern sogar die Mitarbeiter übernahm, schildert Obermeister Reimund Hoffmanns: „Die Familie Doppstadt stellte sich der Belegschaft vor. Da standen sie also vor 200 Mann im Werk und waren bald aufgeregter als wir.“ Aber bald sei klar gewesen, dass sich die Geschäftsleitung wirklich für den Standort einsetzt. Es habe eine „sehr offene Atmosphäre“ geherrscht, meint Reimund Hoffmann. Und fügt hinzu: „Irgendwann wollte dann jeder den Namenszug ‚Doppstadt‘ auf der Brust tragen.“ Schlosser Sven Koch erinnert sich: „Was uns alle am meisten beeindruckt hat: Der Chef arbeitete von Anfang an mit. Er war sich nicht zu fein, sich im Arbeitsanzug eine Maschine ganz genau anzusehen.“ Und Betriebsschlosser Bernd Lichtenfeld weiß zu berichten: „Die Doppstadts haben sich hier vorgestellt und alles, was vorher wackelig war, kriegte wieder festen Boden. Die haben von Anfang an mit angepackt. Wenn es ein Problem gab, setzte man sich an den Tisch und dann wurde das geklärt.“

Auf gute Partnerschaft

Doppstadt setzt auf gute Belegschaft und auf starke Partner. Und akzeptiert nur auditierte Unternehmen, deren Vertrieb, Service und Lager geprüft wurden. Wie zum Beispiel die Anlagenbau Günther GmbH, für die die Doppstadt-Gruppe seit einigen Monaten exklusiv den Vertrieb für Separationslösungen aus dem Bereich der „Splitter“-Technologie übernimmt. „Über das etablierte Vertriebsnetz der Doppstadt-Gruppe haben wir die Möglichkeit, unsere innovative Splitter-Technologie weltweit schneller und erfolgreicher in dem noch immer boomenden Umwelt- und Recyclingmarkt zu vertreiben“, begründete Bernd Günther, Geschäftsführer und Inhaber des hessischen Recycling-Maschinenherstellers, den Schritt seines Unternehmens zur Kooperation.

Foto: Doppstadt

Foto: Doppstadt

Auch das niedersächsische Familienunternehmen Zeyn, das 1988 seinen ersten Feinzerkleinerer von Doppstadt erwarb und Schritt für Schritt den Bereich Umwelttechnik ausbaute, ist der Familie Doppstadt seit langem privat und wirtschaftlich in Freundschaft verbunden. Auf der Doppstadt Expo 2015 wurden zwei weitere Aggregate – der Zerkleinerer AK 635 SA und die Siebmaschine SM 620 Plus, ausnahmsweise in Zeyn-Gelb anstelle von Doppstadt-Orange – an das Unternehmen übergeben.

Mit der Westeria Fördertechnik GmbH aus Ostbevern besteht ebenfalls ein Kooperationsvertrag: Der kettenfahrbare Windsichter 2000 K-AT „Taifun“ entstand in Gemeinschaftsarbeit. „Da haben die Entwickler beider Unternehmen ihr Know-how zusammengetan“, weiß Martin Spinnecker, Kundenberater bei Westeria. Im Ergebnis entstand eine leistungsstarke Sortieranlage, die vier Fraktionen – metallisch, schwer, leicht und superleicht – sichten und trennen kann. Eine Maschine, die, wie Martin Spinnecker versichert, auch dazu geeignet wäre, Plastikpartikel aus Bioabfällen zu separieren, was zurzeit vielen Kommunen Kopfzerbrechen bereitet und den Einsatz manueller Hilfen erfordert.

In Sekundenschnelle zu Hackschnitzeln

Was Doppstadt-Maschinen können, wurde jetzt auf der Expo 2015 demonstriert. Der zugehörige „Messe-Guide“ listet Steckbriefe von über 90 Maschinen auf; über die Hälfte davon waren in Aktion im Freiland zu sehen. Zunächst der Racoon, der als „Waschbär“ je nach Ausrüstungsstand Sand, andere ablösbare Bestandteile und sogar Sondermaterialien wie Folie, Holz und Biomasse aus Kies und Schotter herauswusch. Der Dichtetrenner HDS-M, dessen Siebtrommel Holz oder anderes Recyclingmaterial von Steinen befreite. Der Splitter vom Typ X2, der unter anderem klebriges Material mit Störstoffen wie Gemischen aus Wurzeln, Erde, Lehm und Steinen zu trennen vermochte. Die mobile Universalsiebmaschine SM 518 Plus, mittlerweile mehr als 1.500 Mal verkauft, die mit Siebtrommel oder Sternsieb-Einsatz bestückt werden kann: Sie erzeugt mindestens zwei und bei Zusatz von Grobgutabscheider, Windsichter und Magneten bis zu fünf Fraktionen. Der Einwalzen-Zerkleinerer  DW 3060 Type D, bei dem das neue, patentierte Dopp-Lock- und Limiter System zum Einsatz kam, in Kombination mit der Sternsiebmaschine HS 401 „Selector“. Der kompakte Einwalzenbrecher der Baureihe DW vom Typ 2060 K Biopower mit Power Flap-System. Und nicht zuletzt der Lkw-Exakthacker DH 812 LD, dessen Zapfwellenantrieb – über den Lkw-Motor angetrieben – Holz mit Stammdurchmesser bis zu 60 Zentimetern in Sekundenschnelle in Hackschnitzel verwandelte.

Zeigten auf der Expo, was sie können: Doppstadt-Maschinen in Aktion (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Zeigten auf der Expo, was sie können: Doppstadt-Maschinen in Aktion (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Fit for Future

Den immer anspruchsvolleren Anforderungen an Doppstadt-Produkte und -Verfahren begegnet das Unternehmen mit Lösungen, die nach Einschätzung von Ferdinand Doppstadt „technologisch erstklassig, ökologisch vorbildlich und wirtschaftlich sinnvoll“ sind. Die auf einem weltweiten Verbindungsnetz fußen, das ständigen Austausch mit Partnern und deren Kunden garantiert,  kombiniert mit einem umfassenden Servicesystem, das auf langjährige Praxiserfahrung und Kompetenz zurückgreifen kann. „We care – Fit for Future“ lautet das Motto, das sich das Unternehmen für die strategische Ausrichtung bis 2020 auf die Fahne geschrieben hat. Hinter diesem Slogan verbirgt sich aber mehr als bloße Präsenz: Doppstadt will sich weltweit als Komplettanbieter positionieren, und dabei nicht nur zum Technologieführer, sondern auch Umweltpionier und internationaler Marktführer in seinen Kernmärkten werden.

Von A bis Z

Von A wie Aserbaidschan oder Australien über K wie Kanada oder Kolumbien bis zu Z wie Zypern: Doppstadt bedient bereits heute Kunden in über 40 Ländern mit intelligenter Maschinentechnik weltweit, direkt über das eigene Händlernetzwerk. Und liefert(e), wie es das Unternehmen ausdrückt, „Lösungen für die Welt“.

Da gab es zum Beispiel die Non-Profit Unternehmensgruppe Éléphant Vert, die in Marokko und  Mali Kompostieranlagen zur Dünger-Herstellung betreiben wollte, aber auf Probleme mit klebrigen organischen Materialien wie Hühnerkot und Melasse stieß. Doppstadt half mit zwei Siebmaschinen vom Typ SM 518 und einer speziellen Drahtbespannung; heute hat sich die Siebleistung von bestenfalls sieben Tonnen auf 15 bis 28 Tonnen Fertigkompost pro Stunde erhöht.

Endstation einer langen Produktionskette: die Montagehalle (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Endstation einer langen Produktionskette: die Montagehalle (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

In Fukushima beabsichtigte die japanische Regierung nach der Nuklearkatastrophe, verstrahlte oder salzverkrustete Böden wieder landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Um den Auftrag, die Flächen in einer exakten Schichttiefe von fünf Zentimetern abzutragen, zu erfüllen, setzte Doppstadt die Putzmaschine Puma 2400 ein, deren Sensoren die Bodenoberfläche abtasten und die Maschine in der gewünschten Abnahmetiefe halten. Mit Erfolg: Heute arbeiten in Fukushima acht Puma 2400 und neun Puma 2400 eco.

Bei der Sortieranlage der Adelaide Resource Recovery in Süd-Australien kam es immer wieder zu materialbedingten Ausfällen, die die Verfügbarkeit der Anlage auf 60 Prozent drückten. Doppstadt ersetzte den bisherigen Kombi-Zerkleinerer durch eine stationäre Vorzerkleinerung, eine integrierte Nachzerkleinerung mit Grenzkornsiebung und Überkorn-Rückführung sowie einen Windsichter. Die australischen Kunden sind „mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, denn es treten kaum noch Komplikationen auf.

Störungsfrei und zur vollsten Zufriedenheit

Für den Betreiber eines Kompostwerks im Vereinigten Königreich war es nicht möglich, aus Restmüll mit feuchten Lebensmittelresten und Verpackungsmaterialien am Markt absetzbaren Kompost oder stofflich oder thermisch verwertbare Produkte zu gewinnen. Als Lösung setzte Doppstadt den Einschnecken-Extruder DBP 205 mit robuster Separationsschnecke ein, der ohne Vorbehandlung oder Vor-Zerkleinerung den gesamten Restmüll aufnimmt und eine möglichst reine, flüssige Bioabfall-Fraktion zur anaeroben Vergärung von der Verpackungsfraktion zur Verwendung als Ersatzbrennstoff trennt. Sechs weitere Anlagen werden projektiert.

1995 wurde für den Transport von Kupfererz der chilenischen Sociedad Contractual Minera El Abra vom Tagebau zur Aufbereitung eine Förderanlage durch die Atacama-Wüste geplant: Zwölf Kilometer lang, mit Höhenunterschieden von bis zu 500 Metern, bei Temperaturenschwankungen zwischen +30 bis -15 Grad Celsius. Doppstadt stattete die Anlage mit zwei Antriebs-, sechs Umlenk- und neun Ablenktrommeln aus. Wartungsingenieur Calos Valdivia M. urteilt: „Seit nunmehr fast 20 Jahren läuft diese Anlage störungsfrei und zur vollsten Zufriedenheit unserer Firma.“

Der Zerkleinerer AK 510 K – fertig zur Auslieferung (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Der Zerkleinerer AK 510 K – fertig zur Auslieferung (Foto: Dr. Jürgen Kroll)

Und um 80.000 Kubikmeter von Industriebetrieben kontaminierten Schlick und Schlamm in der Lagune von Venedig zu reinigen, richtete Doppstadt zunächst ein eigenes Testlabor ein. In der fertigen Aufbereitungsanlage hebt nun ein Kettenbagger das Material mit einer Schaufel auf, die Störstoffe und Übergrößen aussortiert und gleichzeitig den Schlick vormischt, sodass die Anlage eine homogene Masse weiterverarbeiten kann. Das Sediment wird in Bigbags zwischengelagert, wodurch der Schlamm in den Säcken trocknet und später deponiert werden kann, während das Abwasser aufgefangen, aufbereitet und rückgeführt wird. Ferdinand Doppstadt war stolz: „Wo andere kapitulieren, fangen wir erst an. Wir verstehen uns als Problemlöser von besonders schwierigen Fällen.“


Ein Stück Familie

Doppstadt bezeichnet sich selbst als modernes Unternehmen mit Tradition. 50 Jahre liegen hinter einem Erfolgsmodell, das als Familienbetrieb begann und seit 1. Juni 2013 komplett in Händen von Ferdinand Doppstadt liegt. Er und sein Führungsteam leiten heute eine weltweit vernetzte Unternehmensgruppe, die 700 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro tätigt. Dennoch scheint sich der familiäre und bodenständige Umgangston im Unternehmen erhalten zu haben. So beschrieb es zumindest der schon erwähnte Betriebsschlosser Bernd Lichtenfeld: „Doppstadt ist für mich ein Stück Familie.“


 

Foto: Doppstadt

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www.doppstadt.com

Foto: Doppstadt

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