Geringfügige Steigerung im Altpapierverbrauch

Im Jahr 2014 setzten die deutschen Papierfabriken insgesamt 16,621 Millionen Tonnen Altpapier für die Papierproduktion ein.

Gegenüber dem Vorjahr nahm die Menge dieses Sekundärrohstoffs um rund 133.000 Tonnen (oder 0,8 Prozent) zu. Dies geht aus dem jüngsten Leistungsbericht „Papier 2015“ des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP) hervor *). Die Menge an unteren Sorten erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 12,796 Millionen Tonnen, wobei der Verbrauch von Kaufhausaltpapier (1.04)/alte Wellpappe (1.05) um 1,8 Prozent auf 4,946 Millionen Tonnen wuchs, während die eingesetzten Mengen an unsortierten (1.01) und sortierten (1.02) gemischten Altpapieren um 2,3 Prozent sanken. Die Nutzung von Deinkingware ging um 0,8 Prozent auf 3,473 Millionen Tonnen zurück. Bei den mittleren Sorten stieg der Verbrauch um 1,2 Prozent auf 1,066 Millionen Tonnen. Demgegenüber reduzierte sich der Einsatz von besseren Sorten um 2,3 Prozent auf 818.000 Tonnen. Die größten Steigerungen im Altpapierverbrauch waren jedoch bei den krafthaltigen Qualitäten (plus 4,2 Prozent auf 1,576 Millionen Tonnen) und den Sondersorten (um 7,0 Prozent auf 365.490 Tonnen) zu verzeichnen.

Leichtes Plus in der Produktion

In Deutschland stieg die Jahresproduktion an Papier, Karton und Pappe 2014 um 0,6 Prozent auf 22,5 Millionen Tonnen, wobei die Auslastung der Papiermaschinen wie 2013 bei durchschnittlich 92 Prozent lag, zumal sich die Kapazitäten nahezu in gleichem Umfang erhöht hatten. Die Entwicklung in den einzelnen Sortenbereichen sei jedoch nicht einheitlich verlaufen, so der Verband. Der anhaltende Trend zum digitalen Medienkonsum habe nach wie vor zu einer rückläufigen Nachfrage nach grafischen Papieren (Anteil an der Papierproduktion: 38 Prozent) geführt, wenn auch bei Weitem nicht mehr so drastisch wie in den letzten Jahren. Ihr Produktionsvolumen reduzierte sich 2014 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent.

Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke profitierten laut VDP vom starken privaten Konsum und der wachsenden Wirtschaft. Infolgedessen verbesserte sich der Anteil der Verpackungspapiere an der deutschen Papiererzeugung auf 49 Prozent. Mittlerweile ist dies das größte Segment der deutschen Papierindustrie. 2014 wurden insgesamt 11,1 Millionen Tonnen in diesem Bereich erzeugt, was einer Zunahme von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Hygienepapieren, die einen Anteil von 6,4 Prozent an der deutschen Gesamtproduktion haben, wurde die erzeugte Menge um 1,7 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen ausgeweitet. In ähnlichem Umfang stieg die Tonnage im Bereich der Papiere und Pappen für technische und spezielle Verwendungszwecke. Nach der VDP-Statistik betrug die Altpapiereinsatzquote (Altpapierverbrauch in Prozent an der Papier- und Pappeerzeugung) im vergangenen Jahr 74 Prozent und war genauso hoch wie im Jahr 2013. Die Rücklaufquote (Altpapieraufkommen in Prozent des Papier- und Pappeverbrauchs) ist nach den Zahlen allerdings im Vergleich zum Vorjahr (77 Prozent) auf ebenfalls 74 Prozent gesunken. Der rechnerische Papierverbrauch in Deutschland verbesserte sich 2014 um zwei Prozent auf 20,4 Millionen Tonnen.

Deutschland bleibt Nettoimporteuer von Altpapier

Wie der VDP in seinem Leistungsbericht weiter konstatiert, sanken die Altpapierexporte um 16 Prozent gegenüber 2013 auf insgesamt 2,4 Millionen Tonnen. „Dabei brachen insbesondere die Exporte in die Niederlande um 28 Prozent auf nun rund 840.000 Tonnen ein“, berichtet der Branchenverband. „Die Exporte nach Frankreich stiegen hingegen kräftig an (+60 Prozent) und lagen 2014 bei 340.000 Tonnen.“ Die Lieferungen in die Europäische Union hätten sich erneut um 15 Prozent ermäßigt und bei 1,7 Millionen Tonnen gelegen.

Die Altpapierimporte im Umfang von 3,9 Millionen Tonnen haben sich ebenfalls nach unten bewegt. Die Veränderung betrug zwei Prozent. Ein Vergleich der Import- und Exportmengen im Jahr 2014 ergab nach der Statistik einen Nettoimportüberschuss von 1,5 Millionen Tonnen Altpapier.

Brigitte Weber

*) Der Leistungsbericht „Papier 2015“ ist über die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des VDP (Adenauerallee 55, 53113 Bonn, Tel.: 0228/26705-30, Internet www.vdp-online.de) zum Preis von 25 Euro zu beziehen.

Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de

(EUR0915S22)