Der Altpapiermarkt aus Entsorgersicht

Im Zusammenhang mit dem Altpapiermarkt in der Bundesrepublik wies der bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. vor einigen Wochen darauf hin, dass die Altpapierentsorgungsunternehmen 2014 mit etlichen Problemen zu kämpfen hatten.

So seien maßgebliche Papierfabriken an gewerbliche Anfallstellen herangetreten und hätten ihnen den Zugriff auf das Altpapier erschwert. Parallel hierzu habe manche Papierfabrik kommunale Altpapier-Ausschreibungen für sich entschieden, indem sie Gebote über Marktpreise abgegeben habe. „Neben dem Quantitativen kamen qualitative Aspekte in den Fokus“, berichtete der bvse. „So nahm das Verlangen mancher Altpapierabnehmer nach höherer Faserqualität zu. In Verbindung damit deutet sich auch an, dass die Papierindustrie das Erarbeiten normierter Altpapier-Eingangskontrollen vorantreiben wird.“

Daneben gab es im Jahresverlauf sowohl in der Erfassungsmenge als auch in der Nachfrage Schwankungen. Laut bvse wurde auch aus Osteuropa (von Polen bis Kroatien) Altpapier in Deutschland geordert. Das Exportvolumen – insbesondere Richtung Asien – war den Angaben zufolge vergleichsweise niedrig. Der Verband führte dies auf die geringere Importmenge von in Karton verpackten Neuprodukten aus Asien und auf das gedämpfte Wirtschaftswachstum in China ebenso zurück wie auf Währungseinflüsse. In der Gesamtbetrachtung für 2014 sei in Deutschland mehr Altpapier auf dem Markt gewesen als von der Industrie nachgefragt worden war. „Das damit einhergehende Reduzieren der Vergütungen für verschiedene Standardsorten verstärkte den ohnehin großen Druck auf die Margen unserer Unternehmen“, betonte der Verband in seiner Rückschau.

Foto: Marc Weigert

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