Die neuesten Wastemaster von JCB

Ende Juli hat der global präsente Hersteller JCB an seinem Hauptsitz im britischen Rocester (Staffordshire, West Midlands) der internationalen Fach­presse die neuesten Weiterentwicklungen seiner Sortier- und Umschlaggeräte für den Abfall- und Recyclingbereich vorgestellt.

Das speziell für diese Branche gefertigte Spektrum umfasst mittlerweile 35 verschiedene Modelle: Rad-, Teleskop- und Baggerlader sowie Kompaktgeräte und Umschlagbagger für das Handling von Materialien in Recyclingbetrieben und auf Schrottplätzen. Beim internationalen „Waste Day“, den der Produzent von Bau- und Umschlagmaschinen in seinem Jubiläumsjahr erstmals veranstaltete, war der „Star“ ein weiterentwickelter Radlader des Typs JCB 457.

Der Baggerlader des Typs 5CXWM ist ein Multitalent und verwandelt sich zum Beispiel in einen Bagger, Lader, Gabelstapler oder Sortiergreifer (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

Der Baggerlader des Typs 5CXWM ist ein Multitalent und verwandelt sich zum Beispiel in einen Bagger, Lader, Gabelstapler oder Sortiergreifer (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

Der Neue

Das Modell, das mit Musik, Lichtgewitter und künstlichen Nebelschwaden in Szene gesetzt wurde, ist den Angaben zufolge die erste Maschine mit einem neuen Design, das Kabine, Motorhaube und Heck-Kontergewicht ebenso einschließt wie einen leistungsstärkeren Motor. Das Fahrzeug wird nach JCB-Überzeugung in der Branche Maßstäbe setzen. Die Optik des Radladers 457 mit einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen wird von der Kabine des Typs „CommandPlus“ beherrscht, bei deren  Entwicklung  nach Herstellerangaben der Komfort des Fahrers im Vordergrund stand. Die A-Säulen der ROPS-Konstruktion (Roll Over Protective Structure) wurden auf die gesamte Breite des Kabinenhecks erweitert, um einen größeren Innenraum mit einer Panorama-Windschutzscheibe zu bieten. Zudem steht mehr Stauraum zur Verfügung, weil das Klimaanlagensystem außerhalb der Konstruktion angebracht ist. Im Innern der Kabine findet der Fahrer unter anderem eine neue einstellbare Lenksäule, überarbeitete Pedalen und am Sitz befestigte Hydraulikhebel sowie zwei Bildschirme vor. Der zusätzliche Bildschirm erlaubt den Zugriff auf die Bedienermenüs des Laders und dient auch als Monitor für die Rückfahrkamera der Maschine.

Die Kabinentür ist an der Vorderseite angeschlagen, was nicht nur dem Fahrer das Ein- und Aussteigen über die Stufen erleichtert, sondern auch dem Techniker für Wartungs- und Servicearbeiten einen besseren Zugang zum Motor gewährt. Die schräg abfallende, einteilige Motorhaube unterstützt dies, denn sie lässt sich von der Kabine aus anheben. Auch der hintere Bereich kann von der Maschine abgeklappt werden, um auf die Kühleinheit mit dem schwenkbaren, hydraulisch betätigten und bedarfsgeregelten Lüfter zugreifen zu können. Angetrieben wird der Radlader von einem 6-Zylinder (7,7 Liter) MTU-Motor mit 193 kW (258 PS), der im Vergleich zum Vorgängermodell mit seinem 186 kW-Motor bei niedrigeren Drehzahlen mehr Leistung bringt. Die Emissionsstufe Euro IV/Tier 4 Final erfüllt der Motor laut JCB ohne einen kostspieligen Dieselpartikelfilter, weil er zur Einhaltung der Norm einen wirksamen Verbrennungsprozess, eine selektive katalytische Reduktion (SCR) und einen Flüssigkeitszusatz für Abgase einsetzt. Zudem hat der Hersteller die Abstimmung zwischen Motor, Drehmomentwandler und Getriebe verfeinert, um den Motor sowohl an das serienmäßige 4-Gang- als auch das optionale 5-Gang-Getriebe anzupassen. Dies soll die Kraftstoffeffizienz um bis zu 16 Prozent erhöhen. Dass der Radlader  457 auch schnelle Ladezyklen realisieren kann, demonstrierte er bei einer Vorführung im Steinbruch „Kevin“, der sich in der Nähe des JCB-Hauptsitzes befindet.

Der Umschlagbagger JS20MH ist für die Anforderungen der Abfall- und Recyclingbranche konzipiert (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

Der Umschlagbagger JS20MH ist für die Anforderungen der Abfall- und Recyclingbranche konzipiert (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

Hubhöhe: 8,1 Meter

Neu im JCB-Sortiment ist auch der Teleskoplader 560-80 Wastemaster, der im Steinbruch ebenfalls in Aktion zu sehen war. Diese Maschine, die mit einem 108 kW (145 PS) starken Motor ausgestattet ist, verfügt über eine maximale Tragfähigkeit von sechs Tonnen, eine Hubkapazität von 1.750 Kilogramm (bei vollständiger Vorwärtsreichweite) und eine Hubhöhe von 8,1 Metern. Wie der Hersteller hervorhebt, kann das Gerät die Umschlagleistung eines Radladers bieten. Der zweistufige Ausleger ist mit einem stabilen Werkzeugträger und einem besonders breiten Auslegerkopf ausgestattet. Ähnlich wie ein Radlader verfügt der zweistufige Teleskoplader über eine Z-Kinematik, die beim Schaufeleinsatz über eine Losbrechkraft von bis zu 6.800 Kraftkilogramm (kgf) realisiert. Zur Entlastung des Fahrers ist die Schaufel des Modells 560-80 mit einer Rüttelfunktion versehen, die das Auskippen anhaftenden Materials erleichtert.

Der Vielseitige

Ein Beispiel für die Entwicklung von Maschinen nach den Wünschen der Kunden ist der Baggerlader 5CXWM. Dieser „Wastemaster“ mit einem 81 kW (109 PS) Ecomax-Motor  zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus, da etliche Spezialanbaugeräte montiert werden können. Für Umschlagarbeiten werden verschiedene Schaufelvarianten (zum Beispiel Standard-, Multifunktions- sowie 6-in-1-Schaufel) angeboten. Am Heck können ein hydraulischer Greiferlöffel, ein Sortiergreifer oder ein mechanischer Schalengreifer angebracht werden. Daneben lässt sich der 5CXWM in einen Gabelstapler, Palettenhubwagen oder Bagger ebenso umwandeln wie in eine Kehrmaschine, um nur einige Beispiele zu nennen. Außerdem versetzen hydraulische Abstützungen zum Anheben der Maschine den Fahrzeugführer in die Lage, beim Verdichten oder Laden von Material alle Vorgänge im Blick zu haben.

Der Flexible

Neu im JCB-Programm ist auch der weiterentwickelte Umschlagbagger des Typs JS20MH. Das Laufwerk der 20-Tonnen-Maschine wurde neu konstruiert. Der Drehkranz befindet sich jetzt mittig auf dem Unterwagen, wodurch über den 360-Grad-Schwenkbereich eine höhere Standsicherheit realisiert ist als bei herkömmlichen Mobilbaggern. Seine Kraft bezieht der JS20MH von einem Ecomax-Motor mit 93 kW (125 PS). Die Reichweite wird durch den geraden 5,7-Meter-Ausleger sichergestellt, der sich beispielsweise mit einem vier Meter langen Schwanenhals-Stiel kombinieren lässt.

Blick in die JCB-Fertigungshalle des Heavy Products Werkes in der Grafschaft Staffordshire, wo große Bagger und Radlader gebaut werden (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

Blick in die JCB-Fertigungshalle des Heavy Products Werkes in der Grafschaft Staffordshire, wo große Bagger und Radlader gebaut werden (Foto: JCB Deutschland GmbH/whyynot)

70 Jahre JCB

JCB ist nach eigener Einschätzung weltweit der drittgrößte Anbieter von Baumaschinen und betreibt 22 Produktionsstandorte auf vier Kontinenten – davon zwölf in Großbritannien, sechs in Indien sowie weitere in Brasilien, den USA und China. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 12.000 Mitarbeiter.  Die Firma wurde am 23. Oktober 1945 von Joseph Cyril Bamford gegründet und befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Sein Sohn Anthony, seit 1975 Vorstandsvorsitzender von JCB, wurde am Tag der Firmengründung geboren; seit 2013 trägt er den britischen Adelstitel „Lord“, da ihn die britische Königin in den Adelsstand erhoben hat.

2014 war bislang das profitabelste Jahr in der JCB-Geschichte, denn das Unternehmen erreichte bei einem Umsatz von 2,51 Milliarden Britischen Pfund (etwa 3,5 Milliarden Euro) einen Rekordgewinn vor Steuern (EBITDA) von 303 Millionen Pfund (nach heutigem Währungskurs etwa 430 Millionen Euro). In dem Jahr konnte der Hersteller insgesamt 64.028 Einheiten verkaufen und somit seine Position als führender Anbieter behaupten.

Mit Investitionen in neue Fertigungsanlagen, den Kundenservice und Produkte unterstreicht JCB die eigene langfristige Wachstumsstrategie. Dies wird unter anderem durch den Einstieg in die Motorenbranche im Jahr 2004 dokumentiert. „Eine der größten Investitionen der gesamten Firmengeschichte war die Entwicklung des Motors JCB Ecomax T4, mit dem sich das Unternehmen auf die vorläufigen Abgaswerte von Tier 4 der anstehenden Emissionsgesetze für mittelgroße Maschinen eingestellt hat“, berichtet der Produzent. Rund 80 Millionen Pfund (über 113 Millionen Euro) seien in die Forschung und Entwicklung eines neuen Verbrennungssystems für den JCB-Dieselmax geflossen. Seit Ende 2011 hat das Unternehmen weiter in die Entwicklung neuer Motoren investiert, die ab 2015 in verschiedenen Maschinenmodellen zum Einsatz kommen.


 

Flottenmanagement mit Livelink

Das Flottenmanagementsystem Livelink von JCB ist bei allen Heavyline- und Mid-Range Maschinen des Herstellers Standard. Das System ermögliche ein konsequentes Monitoring, um Ausfallzeiten sowie Schäden an den Geräten zu minimieren, so der Produzent von Bau- und Umschlagmaschinen. Unter anderem unterstützten Betriebs- und Leerlauf- sowie Verbrauchsdaten den Betreiber dabei, seinen Fuhrpark effizienter einzusetzen und signalisierten dem regionalen JCB-Händler notwendige Wartungen.

Livelink bietet den Angaben zufolge auch einen effizienten Diebstahlschutz. Werde die Maschine außerhalb der geplanten Betriebszeiten über ihren Aktionsradius hinaus bewegt, sende sie sofort einen Alarm und könne geortet werden.


www.jcb.com

Brigitte Weber

(EUR0915S37)