Alles wie gehabt? Die USA-Altreifenverwertung bewegt sich

Die Verwertungsmenge der Altreifen in den Vereinigten Staaten blieb zwischen 2005 und 2013 nahezu konstant. Dennoch sind Verschiebungen in den Verwertungsströmen feststellbar.

Drei Viertel der 2013 angefallenen Altreifen in den USA stammen von Pkw, zehn Prozent von Leichttransportern und rund fünf Prozent von Altfahrzeugen, meldet die nationale Rubber Manufacturers Association in ihrem letzten Bericht. Die restlichen 28,3 Prozent entfallen auf kommerziell eingesetzte Reifen von Lkw oder Bussen. Nach Abzug von als unbrauchbar erklärten Teilen wurden somit 233 Millionen Tonnen an verwertbaren Altreifen im Jahr 2013 produziert.

Insgesamt kamen im Jahr 2013 von 233,3 Millionen produzierter Altreifen 223,7 Millionen auf den Markt oder wurden anderweitig benutzt. Von den insgesamt 3,66 Milliarden Tonnen waren mit 2,1 Milliarden Tonnen über die Hälfte der Materialien für die Kraftstoffgewinnung vorgesehen: zur Zement- oder Papierherstellung, zur Energiegewinnung oder speziell zur Kraftstoffgewinnung. Als Baugrund wurden 975.000 Tonnen benötigt, zum Export kamen 245.840 Tonnen, und auf Deponien wurden 327.780 Tonnen entsorgt. Die Menge des jährlich in den USA verbrauchten Gummimehls betrug 1,3 Milliarden Pfund; davon lieferten 60 Millionen Altreifen rund 975.000 Tonnen Material. Eingesetzt wurden die Stoffe zu einem Drittel als Mulch auf Spielanlagen und ebenfalls zu einem Drittel für verschiedene Zwecke geformt oder extrudiert, während der Rest Verwendung im Asphalt (7,0 Prozent), im Automobilbau (6,0 Prozent) und auf Sportflächen (17 Prozent) fand oder exportiert wurde (6,0 Prozent).

Abbau von Reifenhalden

Im Vergleich zu 2005 blieb im Jahr 2013 die Menge der aus Altreifen gewonnenen Kraftstoffe in etwa gleich. Dennoch zeigte sich anderweitig ein deutlicher Wandel. Die im Bauwesen verwendeten Materialien sind auf ein Viertel zurückgegangen und die deponierte Menge halbierte sich annähernd, während die Exportmenge ebenso wie die als Reifenmehl eingesetzte Menge im Straßenbau eine Verdoppelung verzeichneten. Insgesamt scheint die auf dem Markt gebrachte Tonnage an Altreifen konstant geblieben zu sein; allerdings stieg die Menge im Jahr 2009 auf 4,391 Milliarden Tonnen, was auf einen temporären Anstieg der Reifenmehl-Menge für den Straßenbau von 552.510 Tonnen (2005) auf 1,354 Milliarden Tonnen zurückzuführen ist. Die Deponierung kompletter Altreifen ist aufgrund geltender Gesetze in 38 von 50 US-Staaten verboten; aber ebenso erlauben 38 Staaten die Ablagerung zerschnittener oder geschredderter Reifen. Die  Einzeldeponierung halten 21 Staaten für statthaft. In 26 Bundesstaaten bestehen Programme zur Reduzierung der Altreifen-Lager, in 23 Bundesstaaten sind derartige Programme in Kraft – 13 Staaten konnten dazu keine Angaben machen. Im Jahr 1990 lagerten rund eine Milliarde Altreifen auf US-amerikanischen Halden; 2001 waren die Lagerbestände auf über ein Drittel geschrumpft. Im Jahr 2013 sank die Menge mit 75 Millionen Altreifen auf 92 Prozent.

Eine Landkarte der Vereinigten Staaten zeigt, dass in den Bundesstaaten New York, Pennsylvania, Virginia, North Carolina, Alabama und New Mexico, aber auch in Indiana und West Virginia noch Restbestände gelagert sind. Die größten Mengen an Altreifen sind in Texas und Hawai (geschätzte zehn bis 20 Millionen) und New Mexiko (über 20 Millionen) zu finden.

Foto: O. Kürth

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