Die Zukunftsstadt als Rohstoffquelle

Mitte September lud das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur r3-Abschlusskonferenz in Bonn ein.

Die Fördermaßnahme „r3 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Strategische Metalle und Mineralien“ des BMBF mit einer Fördersumme von rund 30 Millionen Euro (zwölf Millionen Euro stellte die Industrie zur Verfügung) kommt Anfang 2016 nach einer vierjährigen Laufzeit zum Abschluss. Die Ergebnisse der insgesamt 27 Forschungsprojekte wurden im Forschungszentrum „caesar“ präsentiert. Organisator der Konferenz war das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF).

Die verschiedenen Vorhaben – 27 Verbundprojekte (128 Teilprojekte, davon 69 aus der Industrie) – zielten darauf ab, neue Technologien, Verfahren und Produkte für eine ressourceneffiziente Gewinnung und Verwendung strategisch wichtiger Metalle wie Seltene Erden, Indium und Gallium zu entwickeln. Um diese oftmals nur schlecht verfügbaren Rohstoffe der deutschen Wirtschaft langfristig und zuverlässig bereitzustellen, hatte das BMBF Ende 2011 die Fördermaßnahme r3 ins Leben gerufen. In den zahlreichen Projekten wurden unter anderem Rückgewinnungsmöglichkeiten von Metallen aus Bergbauhalden, Aschenablagerungen, Deponien und Gebäuden verbessert. Auch ging es darum, metallische Rohstoffe aus Produkten (zum Beispiel Photovoltaikzellen oder Handys) zu recyceln beziehungsweise in der Produktion sparsamer zu verwenden oder durch andere Rohstoffe zu ersetzen.

Preisgekrönte Ideen von Schülern

Während der Abschlusskonferenz präsentierten Schüler und ihre Lehrer auf einem „Marktplatz der Ideen“ ihre Vorstellungen zu den Themen Ressourceneffizienz, Konfliktrohstoffe und Recycling von Elektro(nik)geräten. Besonders einfallreich waren die Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf in Kooperation mit dem Schülerlabor der Universität des Saarlandes (Auszeichnung der „Handykampagne Saarland“ mit ihren Plakaten und materialwissenschaftlichen Analysen von Handys und Elektro(nik)altgeräten), die Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“ in Saarlouis sowie das Sophie-Scholl-Gymnasium in Oberhausen (Gütesiegel „Schule der Zukunft“), die ihre Projekte zur Ressourcenschonung präsentierten.

Urban Mining

Nach Angaben des Veranstalters soll bei der r3-Abschlusskonferenz der Dialog von Wissenschaftlern und Schülern eine Brücke zwischen Forschung und Bildung schlagen.

Dass Urban Mining nicht unbedingt kurzfristig zu bewerkstelligen ist, erfuhren die Schüler bei dieser Veranstaltung von Prof. Jens Gutzmer vom Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie. Er schilderte das Vorgehen bei der Erkundung von Lagerstätten, wobei mit fortschreitenden Untersuchungen das Risiko zwar abnimmt, der Kapitalbedarf aber steigt. Am Beispiel der Tiefenbachhalde (Zinnerzlagerstätte Altenberg/Osterzgebirge) erklärte er, dass Haldenkörper kompliziert sind und in dieser Lagerstätte etwa 6.000 Tonnen Zinn enthalten sein können. Was die Ausgaben angeht, so wurden in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren etwa 1,2 Millionen Euro ausgegeben, ohne dass schon an einen Abbau zu denken ist.

In diesem Zusammenhang empfahl der Wissenschaftler, Halden aus der Bergbau- und Hüttenindustrie – im Sinne der Nachhaltigkeit – für die Nutzung durch künftige Generationen zu erhalten. Außerdem riet er, den Wertstoffinhalt ebenso zu erfassen wie das tatsächliche Wertschöpfungspotenzial zu ermitteln. Das „Re-Mining“ von Halden könne als wichtiger Beitrag zur Versorgung der EU mit wirtschaftsstrategischen Rohstoffen angesehen werden.


Das neue Forschungsrahmenprogramm FONA³

Zwischen den Jahren 2010 und 2014 hat das Bundesforschungsministerium mit dem Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen “ (FONA 2) knapp zwei Milliarden Euro Fördermittel für die Nachhaltigkeitsforschung bereitgestellt. Mit dem weiterentwickelten Rahmenprogramm FONA³ werden ab dem Jahr 2015 (bis 2019) erneut Fördermittel (etwa zwei Milliarden Euro) zur Verfügung stehen, so PD Dr. Lothar Mennicken vom Referat Ressourcen und Nachhaltigkeit im BMBF.

Die zentralen Elemente des neuen Programms FONA³ sind den Angaben zufolge die Leitinitiativen zu den Themen Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende.


Foto: FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung

-Brigitte Weber-

(EUR1115S35)