Recycling – eine Säule der künftigen Rohstoffversorgung

Fraunhofer Umsicht analysierte bestehende Recyclingstrategien und Rückgewinnungsverfahren für relevante Technologiemetalle in Deutschland.  Hemmnisse wurden identifiziert und Handlungsempfehlungen entwickelt.

Obwohl bei Massenmetallen wie Eisen, Kupfer oder Aluminium bereits hohe Recyclingquoten in Deutschland erreicht werden, liegt die momentane Recyclingquote von Technologiemetallen wie etwa Indium aus End-of-Life-Produkten unter einem Prozent, so die Erkenntnisse. Perspektivisch sei es wichtig, einen weitaus größeren Anteil dieser wertvollen Rohstoffe der Kreislaufwirtschaft zuzuführen und somit einen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit zu leisten.

Für die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragte Studie „Recyclingpotenzial von Technologiemetallen und anderen kritischen Rohstoffen als wichtige Säule der Rohstoffgewinnung“ betrachteten die Forscher von Fraunhofer Umsicht fünf der aktuell 20 für die Versorgung der europäischen Wirtschaft als kritisch eingestuften Rohstoffe beziehungsweise Technologiemetalle: Gallium (Ga), Germanium (Ge), Indium (In) sowie Neodym (Nd) und Dysprosium (Dy). Den Studienergebnissen zufolge beschränkt sich das  Recycling der betrachteten Metalle derzeit fast ausschließlich auf die Aufbereitung von Produktionsabfällen. Um Recyclingverfahren zur Rückgewinnung der ausgewählten Rohstoffe weiterzuentwickeln, fehlten zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem aufgrund des Preisverfalls bei den Primärrohstoffen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Eine gesellschaftliche Aufgabe

Fraunhofer Umsicht hat insgesamt neun Handlungsempfehlungen formuliert, die, wie es heißt, zum mittel- bis langfristigen Kompetenzerhalt und -aufbau sowie zu einer schrittweisen Implementierung einer Recyclingwirtschaft für kritische Rohstoffe beitragen sollen. Eine gesellschaftliche Aufgabe sei außerdem, in der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Fragen des Recyclings zu entwickeln.

Die Studie wurde am 21. September 2015 in Berlin erstmalig vorgestellt. Das BMWi hatte gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Experten und Entscheider aus Industrie, Wissenschaft und Politik zu einem Workshop eingeladen. Die Teilnehmer diskutierten, welchen Beitrag Forschung, Industrie und Politik leisten können, um das Recycling von Technologiemetallen zu verbessern. Alle Experten waren sich dabei einig, dass die vorliegenden Aufgaben branchen- und institutionenübergreifend angegangen und in Stakeholder-Dialogen näher definiert werden sollen.

Die Fraunhofer-Studie zum Download: www.umsicht.fraunhofer.de

Foto: Fraunhofer UMSICHT

(EUR1115S38)