ASA-Mitgliederversammlung in Leipzig

Einen Schwerpunkt der Veranstaltung am 26. und 27. November bildete die künftige strategische Ausrichtung des Verbandes. Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen wurde Thomas Grundmann zum fünften Mal in Folge als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. (ASA) bestätigt.

Auch Jan Deubig (ZAK) und Christian Niehaves (Awigo) sind wieder in den Vorstand gewählt worden, dem außerdem Andreas Nieweler (AbfallWirtschaftsGesellschaft mbH Entsorgungszentrum Bassum) als stellvertretender Vorsitzender und Dr. Norbert Bruhn-Lobin (MBA Neumünster GmbH) weiter angehören. Michael Balhar, der die Geschäftsstelle der ASA zum Jahreswechsel verließ, wurde im Rahmen des formalen Teils der Mitgliederversammlung verabschiedet. Thomas Grundmann bedankte sich bei ihm für sein langjähriges Engagement als Leiter der ASA-Geschäftsstelle in Ennigerloh.

Neben den Berichten aus der Geschäftsstelle, dem Beirat und den Fachbereichen stand die künftige strategische Ausrichtung der ASA im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung 2015. Anlass sind vor allem die sich aktuell abzeichnenden Veränderungen in der Energie- und in der Kreislaufwirtschaft, die auf Anforderungen aus dem Klima- und Ressourcenschutz zurückzuführen sind und die die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in  der Kreislauf- und Abfallwirtschaft erheblich verändern werden. Den aktuellen Entwurf des Strategiekonzeptes stellte der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der ASA, Dr.-Ing. Ketel Ketelsen, vor, der dieses maßgeblich erarbeitet hat.
Auf Veränderungen einstellen

Ketelsen verdeutlichte, dass sich die ASA-Mitgliedsbetriebe auf gravierende Änderungen in der Kreislauf- und in der Energiewirtschaft einstellen müssen, die das Abfallaufkommen und die Verwertung der erzeugten Stoffströme maßgeblich beeinflussen werden. Die Flexibilität der mechanischen und biologischen Techniken sei ein deutlicher Vorteil bei einer erforderlichen Anpassung der Anlagen und eröffne Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder. Dabei sei die ASA als Vertretung für die stoffspezifische Abfallbehandlung insgesamt gut aufgestellt, um diese Herausforderungen zu meistern. Künftig will der Verband sein Interessenfeld nicht nur von gemischten Siedlungsabfällen und Bioabfall auf weitere Abfallarten und Abfallgemische erweitern, sondern auch seine Aktivitäten in den Bereichen Wiederverwendung, Recycling und hochwertige energetische Verwertung verstärken.

Der hohe Beitrag, den die mechanische und biologische Abfallbehandlung schon heute zum Klima- und Ressourcenschutz leisten kann, verdeutlichten auf der Mitgliederversammlung die überreichten Anlagenzertifikate: Den zertifizierten Anlagen konnte eine Klimagasgutschrift von bis zu 540 Kilogramm CO2 pro Megagramm bescheinigt werden, die vor allem durch eine Kombination von Recycling und energetischer Verwertung in der Mitverbrennung erreicht worden sei, wie es zur Begründung heißt. Weitere fachliche Themenschwerpunkte waren die Novelle der Gewerbeabfallverordnung, der Entwurf des Wertstoffgesetzes sowie sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich der Bioabfallverwertung und des Immissionsschutzes (Novelle der TA Luft). Hierzu referierten Dr. Claus-André Radde (Bundesumweltministerium), Hartmut Gaßner (Rechtsanwälte GGSC) und Michael Schneider (VHE-Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V.).

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete ein „Herstellerforum Bioabfallvergärung“, auf dem die im ASA-Fachbereich Vergärungssysteme zusammengeschlossenen Technologieanbieter ihre Anlagenkonzepte mit Fokus auf Themen der Aufbereitung, der Gärrestentwässerung und der Hygienisierung vorstellten. Im Anschluss vermittelte Rudolf Haider (Obmann der IV-MBA Österreich) einen Einblick in die aktuellen abfallwirtschaftlichen Themen in Österreich und stellte die von ihm verantwortete MBA Oberpullendorf vor. Der Besuch der MBA Cröbern, die von der WEV-Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH betrieben wird, stellte den Abschluss der ASA-Mitgliederversammlung dar.

(EUR0116S5)