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Das Risiko von Bränden wird unterschätzt

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) belief sich im letzten Jahr die Großschadenlast durch Feuer auf 1,3 Milliarden Euro. Unternehmen und Betriebe schenken einem  umfassenden und präventiven Brandschutz häufig zu wenig Beachtung.

„Das Risiko von Bränden wird von den Verantwortlichen und Führungskräften vielfach unterschätzt und mit der Ausrede gerechtfertigt: Bei mir hat es 30 Jahre nicht gebrannt“, weiß Dirk Oetzel, Inhaber der Firma BSS Oetzel Brandschutzkompetenz und Referent der TÜV Nord Akademie, aus Erfahrung. „Die Sensibilität für das Thema Brandschutz ist oft nicht vorhanden; es wird als notwendiges Übel angesehen und vernachlässigt.“

Die Brandgefahr wird folglich auf die leichte Schulter genommen. Und auch wenn entsprechende Versicherungen in der Regel den materiellen Schaden abdecken, können sie doch nicht den Verlust von Marktanteilen, das Abwandern von Kunden oder Mitarbeitern abfedern. Ganz zu schweigen von nicht-ersetzbaren Verlusten wie die Gesundheit von Mensch und Tier. Viele Betriebe und Unternehmen geraten nach einem Brand in wirtschaftliche Schieflage und müssen sogar Insolvenz anmelden. Ein geregelter und vorbeugender Brandschutz ist deshalb unumgänglich.

Die wichtigsten Brand­schutzmaßnahmen

Eine geregelte Brandschutzorganisation schafft die Voraussetzung für einen wirkungsvollen Brandschutz und bereitet auf den Ernstfall vor. Sie enthält je nach Art der Arbeitsstätte unter anderem eine Brandschutzordnung, ein Räumungs- beziehungsweise Evakuierungskonzept, Flucht- und Rettungspläne, einen Feuerwehrplan und bei Bedarf einen Plan zur Löschwasser-Rückhaltung. Zusätzlich bestimmt sie ausgebildete Brandschutz-, Evakuierungs- und Erst-Helfer im Betrieb und regelt die Bestellung eines geeigneten Brandschutzbeauftragten.

Regelmäßige Brandschutzübungen und Unterweisungen der Mitarbeiter sorgen für das richtige Verhalten im Falle eines Feuers. Bei Neubauten, Erweiterungs- oder Umbauten sowie Nutzungsänderungen und Anmietung von Gewerbeimmobilien ist es wichtig, bestehende Brandschutzkonzepte zu beachten und bei Bedarf zu aktualisieren. Nachträglich auf Gebäude oder Hallen montierte Photovoltaikanlagen benötigen oft eine Aktualisierung des bestehenden Brandschutzkonzeptes und müssen mit dem jeweiligen Versicherer abgestimmt werden. Notausgänge, Rettungs- und Fluchtwege müssen immer eindeutig gekennzeichnet und freigehalten werden. Sie sollten auf kürzestem Weg ins Freie oder zu gesicherten Bereichen führen. Technische Brandschutzanlagen, zum Beispiel tragbare und fahrbare Feuerlöschgeräte, stationäre Löschanlagen, Brandmeldeanlagen, Blitzschutzanlagen, Anlagen zur Rauch- und Wärmefreihaltung, müssen regelmäßig von entsprechend geschultem Fachpersonal gewartet und instandgehalten werden. In Einzelfällen sind sogar Sicht- und Funktionsprüfungen durch den Betreiber durchzuführen. Sämtliche Eingriffe in die Technik müssen dokumentiert werden. Ein stetiger Austausch mit der ortsansässigen Feuerwehr und Termine für gemeinsame Begehungen oder Übungen sorgen für ein besseres Verständnis und eine gute Ortskenntnis.

Weitere Informationen zum Thema sowie zu entsprechenden Seminaren und Schulungen unter www.tuev-nord.de/weiterbildung/brandschutz [1]

Foto: Paco Ayala / fotolia.com

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