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CEPI-Leitfaden stößt auf Ablehnung

„Beim Thema Qualität soll man sich auf das konzentrieren, was sinnvoll und notwendig ist.“

Bereits im April 2016 veröffentlichte der europäische Papierproduzentenverband CEPI die „Paper for Recycling Quality Control-Guidelines, die Qualitätsstandards auf der Grundlage der Europäischen Sortenliste für Altpapier (EN 643) für die Branche festlegen sollte.

In einer gemeinsamen Stellungnahme stellten die beiden europäischen Recyclingverbände EuRIC und FEAD jedoch klar, dass sie weder an diesen Leitlinien beteiligt waren noch diese unterstützen oder gar für ihre Mitglieder aus der Recycling- und Entsorgungsbranche als bindend ansehen. Der bvse-Fachverband Papierrecycling begrüßt diese Haltung. Gerade beim Thema Qualität solle man sich auf das konzentrieren, was sinnvoll und notwendig sei, so ERPA-Vizepräsident und bvse-Geschäftsführer Thomas Braun. Die Erzeugung von Qualitätssekundärrohstoffen habe für die Papierrecyclingindustrie höchste Priorität, um mit Primärrohstoffen konkurrieren und diese ersetzen zu können. An der Entwicklung einer einheitlichen Qualitätskontrolle werde festgehalten. Dabei setzen die Verbände auf die Arbeit des Europä­ischen Normierungsinstituts CEN und betonen, dass sie den dort entwickelten Standards und Spezifikationen zur Qualitätskontrolle weiterhin den Vorrang geben und darüber auch die Überarbeitung der Norm EN 643 unterstützen. Auch wenn CEPI mit dem Leitfaden mutmaßlich beabsichtigte, ein gemeinsames Verständnis für den (überarbeiteten) EN 643-Standard zu erleichtern und damit Handelsbeziehungen zwischen den Anbietern von Altpapier und Papierfabriken zu erleichtern, stehe für ihre Mitglieder die CEN-Arbeit im Interessenfokus.

Foto: O. Kürth

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