Kreis der Initiatoren erweitert

Die Aktion „Best Practice“ wird jetzt auch von der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag-Recycling unterstützt.

Nun zählt auch die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR) zu den Ausrichtern der „Best Practice für die Umwelt“-Aktion, neben der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) und der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH. Ziel des Projekts ist es, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte Bauprojekte zu ermitteln, bei denen ausgediente PVC-Bauprodukte wie zum Beispiel Fenster oder Bodenbeläge recycelt und wiederverwertet werden. Die Initiative richtet sich an Wohnungs-, Fensterbau- und Abbruchunternehmen, ebenso an Bauherren öffentlicher Gebäude und läuft bis Herbst 2017. In einer Dokumentation werden die Projekte im Anschluss zusammengestellt.

Warum „Best Practice“?

„Bodenbeläge sind neben Altfenstern, Dachbahnen und Röhren aus Kunststoff ein bedeutender Baustein im werkstofflichen Recycling von Bauprodukten“, betont AgPR-Geschäftsführer Dr. Jochen Zimmermann. In Troisorf betreibt seine Organisation eine zentrale Recyclinganlage für ausgediente PVC-Bodenbeläge. Allein 2015 wurden über 2.500 Tonnen Altmaterial recycelt und anschließend zu einem großen Teil wiederverwertet. „Hierbei wird zu einem geschlossenen, umweltfreundlichen Stoffkreislauf ausgedienter Bodenbeläge beigetragen“, so Zimmermann. Die angelieferten PVC-Alt-Bodenbeläge werden nach Aussortierung anderer Materialien in einer Anlage zu Feinmahlgut verarbeitet. „Bei Eignung lässt sich dieses problemlos bei der Produktion neuer PVC-Böden einsetzen“, so Betriebsleiter Heinz A. Lübben. Das Sammelsystem unterhält ein bundesweites, dichtes Netz von Annahmestellen.

„Bei energetischen Sanierungen fallen wie auch beim Rückbau von Immobilien große Mengen an Bauabfällen an. Für eine umweltgerechte Entsorgung mit möglichst geschlossenen Materialkreisläufen gelten Materialtrennung und werkstoffliches Recycling als die beste Vorgehensweise“, erklärt AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. „Hersteller, die die Recyclingsysteme wie die der AgPR oder Rewindo finanziell tragen, haben schon in den 1990er Jahren ihre Verantwortung für die ausgedienten Produkte erkannt“. Heute ist das Recycling von PVC im Baubereich ein wichtiger Bestandteil von „VinylPlus“, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche.

Für PVC-Altfenster gibt es ein ausgereiftes Recyclingsystem

Die Initiatoren erwarten die meisten Projekte im Bereich des PVC-Altfensterrecyclings. „Hier haben wir seit Jahren hohe Zuwächse. Im Jahr 2015 erzielten wir aus Altfenstern eine Menge von über 27.000 Tonnen, was etwa 1,5 Millionen Fenstereinheiten entspricht“, berichtet Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Er sieht in der Aktion deutliche Vorteile für die beteiligten Unternehmen: „Für nachhaltiges Handeln gewinnen diese Pluspunkte in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus kann bares Geld gespart werden, weil das System preiswerter als die Entsorgung in Baumischcontainern ist.“

In den Anlagen der Rewindo-Partner werden Bauteile zunächst geschreddert und zerkleinert. In unterschiedlichen Verfahren erfolgt die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Kunststoff und Glasreste. Der Kunststoff wird aufgeschmolzen und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei gewonnene reine PVC-Granulat ist hochwertiger Sekundärrohstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclingkern, der von den Kunststoffprofilherstellern als Gesellschafter von Rewindo wieder in den Markt gebracht wird.

Mehrere Verbände und Unternehmen haben sich als „Unterstützer“ hinter die Initiative gestellt, unter anderem der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., der Deutsche Abbruchverband e.V., der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt e.V., der Verband Fenster + Fassade sowie führende Fensterbauunternehmen. Es wird damit gerechnet, dass sich der Kreis in den kommenden Monaten noch weiter vergrößern wird.

www.agpr.de

Foto: AgPR

(EUR1116S26)

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